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Rauschgiftbericht: Ein Gramm Kokain kostet auf der Straße etwa 70 Euro.

Preise für Kokain, Heroin & Co

Was Drogen kosten

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Eine Behörde legt offen, was Suchtkranke auf der Straße für Kokain, Heroin und Crystal Meth zahlen müssen.

Mit harten Drogen wie Heroin, Kokain, Crack oder Crystal Meth ruinieren sich Zehntausende Menschen in Deutschland Jahr für Jahr ihr Leben. Viele begehen Straftaten, um ihre Sucht bezahlen zu können. Aber was kosten die Drogen überhaupt auf der Straße? Der gerade veröffentlichte Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) für 2018/2019, der sogenannte Reitox-Bericht, gibt detailliert Auskunft über die Preisentwicklung auf dem illegalen Markt.

Nach den neusten zur Verfügung stehenden Daten aus dem Jahr 2018 kostete in Deutschland ein Gramm Kokain auf der Straße etwa 70 Euro. Im Jahr davor waren es noch fast 72 Euro. Für eine Tablette Ecstasy mussten etwa sieben Euro bezahlt werden, 2017 waren es noch fast acht Euro. Der Preis für ein Gramm Cannabis-Harz sank von 9,50 Euro auf neun Euro. Der deutlichste Preisverfall wurde bei Crack beobachtet. Ein Gramm kostete statt 73 Euro nur noch 50 Euro, was einem Rückgang von 32 Prozent entspricht.

Allerdings wird in dem Bericht darauf aufmerksam gemacht, dass dieser Durchschnittswert möglicherweise nicht repräsentativ ist, weil er nur auf den Daten aus weniger als fünf Bundesländern basiert.

10-Jahresvergleich: Fast alle Drogen teurer

Heroin wurde laut dem Bericht teurer. Der Gramm-Preis betrug 44 statt 42,50 Euro. Nach einem Rückgang im Jahr davor stieg auch der Preis für Crystal Meth wieder. 2018 mussten für ein Gramm 84 statt 78 Euro bezahlt werden. LSD kostete mit zehn Euro statt 9,50 Euro pro Gramm etwas mehr. Für Marihuana bezahlten die Käufer ebenfalls geringfügig mehr. Der Gramm-Preis stieg im Schnitt von zehn Euro auf 10,20 Euro. Als Quelle für diese Zahlen nennt der Bericht das Bundeskriminalamt.

Warum die Preise gesunken oder gestiegen sind, wird in dem Bericht nicht erklärt. Es wird aber darauf verwiesen, dass die Preise im 10-Jahresvergleich bei fast allen illegalen Drogen nach oben gegangen sind. So wurde zum Beispiel Heroin seit 2009 um 19 Prozent teurer, der Preis für Cannabis und Marihuana stieg sogar um etwa 30 Prozent. Das könnte mit einer wachsenden Nachfrage zusammenhängen. Im Langzeitvergleich wurde nur bei Crack ein Rückgang registriert.

Drogen bleiben ein extrem profitables Geschäft

Aus dem Bericht geht auch hervor, wie profitabel das Drogengeschäft für Dealer ist. So kostete den Angaben zufolge ein Kilogramm Kokain 2018 im „Großhandel“ (gemeint sind gehandelte Mengen zwischen 500 Gramm und 1,5 Kilogramm) rund 43.000 Euro. Verkauft der Händler den Stoff auf der Straße grammweise, erzielt er damit einen Gewinn von mehr als 30.000 Euro, wenn man die angegebenen Zahlen ansetzt.

Noch größer sind die Gewinnspannen beim extrem gefährlichen Crystal Meth: Mit einem Kilogramm kann ein Dealer laut den Daten über 50.000 Euro Gewinn einstreichen. Aber auch mit Marihuana und Cannabis-Harz lässt sich viel Geld verdienen. So kostete beispielsweise ein Kilogramm Marihuana 2018 im „Großhandel“ ungefähr 5000 Euro. In kleinen Mengen verkauft, errechnet sich bei einem Grammpreis von zehn Euro ein Gewinn von 5000 Euro.

Aufschlussreich sind auch die Reinheitsgrade: Der Wirkstoffgehalt in vielen Drogen ist angestiegen – was die Gefährlichkeit erhöht. Bei Kokain wuchs er zwischen 2011 und 2018 von 38 auf 77 Prozent. Ein ähnlicher Trend wurde auch bei Cannabis beobachtet. Bei Blütenständen erhöhte sich der Anteil des Wirkstoffes THC von elf auf 13 Prozent, bei Cannabis-Harz sogar von sieben auf nunmehr fast 17 Prozent. Der gestiegene THC-Gehalt wird von Gegnern einer Cannabis-Legalisierung immer wieder als eines der Argumente für ein Festhalten am Verbot angeführt.

Seit Kanada 2018 Cannabis legalisiert hat, ist eine neue Branche entstanden. Doch die Erwartungen der Produzenten erfüllten sich nicht, stattdessen befinden sich einige Aktien im Sinkflug.

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