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Läuft: In Dresden funktioniert der ÖPNV.

Dieselmotor

Dresden zeigt, wie man es macht

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In der sächsischen Landeshauptstadt sorgt ein gutes Bus- und Bahnnetz für weniger dreckige Luft. Der Oberbürgermeister hofft, dadurch Fahrverbote zu vermeiden.

Als Dresdens Oberbürgermeister vergangenen Herbst vom Berliner Diesel-Gipfel bei Kanzlerin Angela Merkel zurückkehrte, war er eindeutig entspannter als vor dem Treffen. Er gehe davon aus, dass die sächsische Landeshauptstadt auch in Zukunft um Fahrverbote herumkomme, meinte Dirk Hilbert (FDP). Dresden liege zwar im Elbtal und es sammele sich im Winter manchmal bei bestimmten Wetterlagen unten schlechte Luft. Aber mit anderen Städten wie Stuttgart oder München sei die Belastung gar nicht vergleichbar. Außerdem, konnte sich Dresdens Rathauschef trösten, habe man eine Menge für den öffentlichen Nahverkehr getan, Busse und Straßenbahnen würden immer besser genutzt, die Verschmutzungswerte näherten sich dem Erlaubten an.

Tatsächlich verfügt Dresden im 28. Jahr der deutschen Einheit über ein sehr gutes öffentliches Verkehrsnetz. Busse und Bahnen sind modern und in der Regel sauber, sie fahren einigermaßen eng getaktet teils bis tief in die Morgenstunden, einige sogar die ganze Nacht durch. Auch wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, hat meist kaum Probleme, Fahrzeuge können seitlich abgesenkt werden. Und 2,30 Euro für eine Einzelfahrt im Stadtzentrum sind verglichen mit anderen Großstädten bezahlbar, in Hamburg kostet die billigste Fahrt für einen Erwachsenen 3,30 Euro.

Ein städtisches Großunternehmen, 1800 Mitarbeiter, macht etwa 125 Millionen Euro Umsatz und hat seit Jahren mehr als 140 Millionen Passagiere pro Jahr. Dresden hat Programme aufgelegt, um seine Busflotte noch moderner zu machen und auf Elektroantrieb umzustellen. „Ich gehe mal davon aus, dass mit dem Maßnahmenpaket für Dresden kein Dieselfahrverbot droht“, erklärte kürzlich Oberbürgermeister Hilbert.

Der Weg scheint sich auszuzahlen. 2017 nutzten sogar 160 Millionen Fahrgäste in Dresden Bus oder Bahn, so viele wie noch nie und 2,9 Millionen mehr als 2016. Rathaus und Unternehmen, die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), gehen davon aus, dass die Zahlen weiter ansteigen werden, auch weil Dresdens Einwohnerzahl seit Jahren zunimmt. Überall in der Stadt werden Wohnungen gebaut und Parkplätze langsam immer knapper. Mit 170 Millionen Fahrgästen rechnet man schon in den nächsten Jahren. „Ein Indiz für die wachsende Mobilität in einer zunehmend verdichteten Innenstadt“, kommentierte Andreas Hemmersbach, Vorstand für Finanzen und Technik, die sich abzeichnende Entwicklung.

Um dem Herr zu werden, will man in Dresden in die Breite gehen: vier statt drei Sitze nebeneinander in der Straßenbahn. In drei Jahren sollen die ersten neuen Bahnen losfahren und dann die allerletzten wenigen Tatrabahnen ablösen, bald 30 Jahre alt, welche die Verkehrsbetriebe auch noch haben.

Was Dresden nach Einschätzung seiner Verkehrsexperten gar nicht verkraften würde, wäre ein ganz und gar kostenloser öffentlicher Nahverkehr sofort – eine Idee, die kürzlich durchs Berliner Regierungsviertel schwebte. „Bei einem kostenlosen ÖPNV wächst die Nachfrage ja noch viel mehr als ohnehin schon. Wir bräuchten dann deutlich mehr Busse und Bahnen, müssten in noch dichterem Takt fahren, bräuchten somit mehr Fahrer und mehr Geld für Ausbau und die Instandhaltung“, kommentierte ein Unternehmenssprecher die luftigen Absichtserklärungen.

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