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Umweltaktivisten stehen auf Bahngleisen. Nach Angaben der Polizei wird die Bahnstrecke zwischen den Braunkohlekraftwerken Neurath und Niederaußem von etwa 800 Demonstranten blockiert.

Kohleabbau

Drei Tage Klima-Proteste

Gut 8000 Menschen demonstrieren gegen Kohleabbau. Die Polizei räumt.

Rund zehntausend Menschen haben am Wochenende im rheinischen Braunkohlerevier für einen raschen Kohleausstieg demonstriert. An einer Kundgebung im Ort Keyenberg, der dem Tagebau weichen soll, nahmen am Samstag nach Angaben der Organisatoren rund 8000 Menschen teil. Mehrere hundert Klimaschützer drangen zudem in den Tagebau Garzweiler vor; einige verbrachten dort die Nacht zum Sonntag. Hunderte Aktivisten blockierten zudem die Bahnstrecken für den Kohletransport.

Zum Aktionstag am Samstag unter dem Motto „Kohle stoppen – Klima und Dörfer retten“ hatte ein Bündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgerufen. Dazu gehören etwa Greenpeace, der BUND, Campact oder die NaturFreunde Deutschlands. Die Demonstranten in Keyenberg bildeten ein gelbes Band, „um sich so schützend um den Ort zu legen“, wie eine Greenpeace-Sprecherin sagte.

Zu den Teilnehmern der Kundgebung gehörten auch Anhänger der Schülerbewegung Fridays for Future. Sie hatten bereits am Freitag in Aachen für einen schnellen Kohleausstieg demonstriert. An der Demonstration nahmen nach Angaben der Organisatoren 40 000 junge Menschen teil.

„Zur Rettung von Klima, Dörfern und Wald müssen vorrangig die ältesten und dreckigsten RWE-Kraftwerksblöcke vom Netz gehen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Keyenberg. Christoph Bautz von Campact forderte die Bundesregierung auf, „jetzt Meiler für Meiler abzuschalten, statt den Kohleausstieg bis 2038 hinauszuzögern“. Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschland sagte, die Regierung müsse noch in diesem Jahr ein ambitioniertes Kohleausstiegs- und Klimagesetz vorlegen.

„Örtlich verteilt“ um den Tagebau Garzweiler waren nach Angaben des Bündnisses Ende Gelände zudem einige tausend weitere Klimaschützer. Mehrere hundert durchbrachen am Samstagnachmittag nach Polizeiangaben Absperrungen und strömten auf das Gelände. Nach Angaben der Polizei wurden acht Beamte verletzt. Auch auf Seiten der Demonstranten gab es laut Ende Gelände mehrere Verletzte, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Die Polizei habe Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt.

Am Samstagabend begann die Polizei mit der Räumung des Tagebaugeländes; viele Demonstranten musste sie wegtragen, andere gingen nach Aufforderung freiwillig. Am Sonntagvormittag erklärte die Polizei die Räumung für beendet. Sie hatte die verbliebenen Aktivisten mit Wasser und Lebensmitteln versorgt.

Sonntagmittag verließen auch die meisten Demonstranten die Gleise zwischen den Kraftwerken Neurath und Niederaussem, die sie seit Freitag blockiert hatten. Die Blockade der Hambach-Bahn wurde bereits am Morgen beendet. 

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