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Die Wirtschaft brummt: Experten erwarten auch für die kommenden Monate sinkende Arbeitslosenzahlen.
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Die Wirtschaft brummt: Experten erwarten auch für die kommenden Monate sinkende Arbeitslosenzahlen.

Arbeitsmarktzahlen

Drei-Millionen-Marke geknackt

Die Konjunktur lässt Arbeitsmarktzahlen auf niedrigsten Mai-Wert seit 19 Jahren schrumpfen. Deutschland liegt im Europa-Vergleich an vierter Stelle.

Von Antje Schüddemage

Zum ersten Mal seit sieben Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wieder unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern mitteilte, waren im Mai 2,96 Millionen Menschen ohne Job. Damit waren rund 275 600 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote fiel im Jahresvergleich von 7,7 auf 7,0 Prozent. „Der Arbeitsmarkt profitiert vom stabilen Aufschwung der deutschen Wirtschaft", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwäche sich zwar leicht ab, liege aber weiter auf hohem Niveau.

„Kerngesunder Markt“

„Der deutsche Arbeitsmarkt ist kerngesund“, freute sich auch Arbeitsministerin Ursula von der Leyen über die Zahlen, die den tiefsten Mai-Wert seit 1992 markieren. Es müssten nun diejenigen in den Arbeitsmarkt integriert werden, die sich bisher schwergetan hätten oder am Rande stünden, sagte die CDU-Politikerin im ARD-Morgenmagazin.

Allerdings fiel der aktuelle Rückgang schwächer aus als in den vergangenen Jahren. So sank im Schnitt der letzten drei Jahre die Arbeitslosenzahl im Mai im Monatsvergleich um 140000, in diesem Jahr sank die Zahl gegenüber April nur um 118000. Bei den saisonbereinigten Zahlen sah es noch dünner aus: Rechnet man die jahreszeitlich üblichen Schwankungen heraus, ging die Erwerbslosenzahl sogar nur um 8000 zurück. Experten hatten hier einen Rückgang um rund 30000 erwartet. Das sei, so Weise, auf die boomende Konjunktur und das ausgesprochen gute Wetter im ersten Quartal zurückzuführen. Dadurch habe die Frühjahrsbelebung früher als sonst eingesetzt. Volkswirte beurteilen die aktuelle Abschwächung des Rückgangs ähnlich. „Die Zahlen sollten nicht überbewertet werden, denn sie folgen auf drei sehr starke Monate“, schreibt etwa Klaus Baader, Chefvolkswirt für Europa von Société Générale. Eine etwas verlangsamte Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt sei nach den letzten Konjunkturindikatoren, die auf ein leicht gesunkenes Vertrauen der Unternehmen und damit geringere Wachstumsraten hindeuteten, zu erwarten gewesen. Ein Spiegelbild dieser Entwicklung ist die sich abschwächenden Nachfrage von Betrieben nach neuen Mitarbeitern.

Nach einem Plus von rund 13000 gemeldeten offenen Arbeitsstellen im April und 8000 im März, waren es im Mai saisonbereinigt nur 2000. Entsprechend sank auch der Stellenindex der BA von April auf Mai um zwei auf 164 Punkte.

Am Ausbildungsmarkt verzeichnet die BA deutliche Zuwächse bei den Stellenangeboten. Von Oktober 2010 bis Mai 2011 wurden der Ausbildungsvermittlung insgesamt 424?800 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 43200 oder elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber standen 447600 Bewerber – 6 900 oder 1,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Zuwachs bei Lehrstellen

Die Zahl der noch als unversorgt geltenden Berufsanfänger sank um 11900 auf 210900 Bewerber, das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Dazu beigetragen haben nach Ansicht der BA einerseits die gute konjunkturelle Lage aber auch das Interesse der Betriebe, sich den eigenen Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung zu sichern.

Im EU-Vergleich steht Deutschland in Sachen Arbeitslosigkeit insgesamt ziemlich gut da. Laut den aktuellen Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat vom Dienstag liegt die Bundesrepublik auf dem vierten Platz unter den 27 Ländern und mit einer Quote von 6,1 Prozent weit unter dem Durchschnitt von 9,4 Prozent. Die niedrigsten Arbeitslosenquoten meldeten die Niederlande und Österreich.

Am höchsten war die Arbeitslosigkeit in Spanien, Litauen und Lettland. Dass die von Eurostat berechnete Quote von der BA-Quote abweicht, liegt daran, dass die beiden Behörden unterschiedliche Berechnungsmethoden anwenden, der Vergleichbarkeit der Länder untereinander tut das aber keinen Abbruch.

Und wie sieht die Prognose für die kommenden Monate am Arbeitsmarkt aus? BA und Bundesregierung rechnen im Jahresschnitt 2011 mit 2,9 Millionen Arbeitslosen. Das würde bedeuten, dass die Zahlen noch einmal deutlich nach unten gehen würden. Volkswirte sehen das ähnlich. Erst im Dezember müsse damit gerechnet werden, dass die Drei-Millionen-Marke wieder überschritten wird.

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