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Offenbar müssen die Märkte die Botschaft von EZB-Chef Draghi regelmäßig hören.

EZB und Euro-Krise

Draghi macht die Märkte glücklich

Mario Draghi gibt den Euro-Retter: Die EZB sei bereit, "alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", verspricht der Chef der Europäischen Zentralbank. Prompt schießt der Dax nach oben. Dabei ist Draghis Versprechen nicht neu.

Von Grit Beecken

Mario Draghi gibt den Euro-Retter: Die EZB sei bereit, "alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", verspricht der Chef der Europäischen Zentralbank. Prompt schießt der Dax nach oben. Dabei ist Draghis Versprechen nicht neu.

Inmitten der Staatsschuldenkrise gibt es offenbar nur noch eine Institution, die die Märkte beruhigen kann, und das ist die Europäische Zentralbank (EZB). Hilfszusagen für Spanien, erste Schritte zu einer Bankenunion, Fortschritte in Portugal – nichts davon überzeugte Investoren und Händler. Das war zuletzt am Montag zu sehen, als Aktienkurse und Anleihen reihenweise ins Bodenlose stürzten.

Doch mit einer simplen Aussage ist es EZB-Chef Mario Draghi nun gelungen, wieder Optimismus an den Märkten zu verbreiten: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte Draghi auf einer Konferenz in London. „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“

Prompt schoss der Dax in die Höhe, gegen 14 Uhr lag der Leitindex mit 1,6 Prozent im Plus bei 6510 Punkten, obwohl skeptische Geschäftsausblicke von Großkonzernen wie Siemens und BASF Anlass zur Sorge um die Konjunktur geben. Auch der Kurs des Euro schnellte nach Draghis Äußerungen nach oben.

Dabei hat der Italiener nichts gesagt, was nicht schon lange bekannt wäre. Seit seinem Amtsantritt betont Draghi, im Rahmen der Möglichkeiten alles für eine stabile Euro-Zone zu tun. Anscheinend müssen die Märkte das aber regelmäßig hören. Draghis Worte wirken wie ein Wundermittel: „Wenn die EZB sagt, sie ist bereit, alles zu tun, um den Euro zu verteidigen, beruhigt das die Anleger ungemein“, sagte ein Händler.

Investoren spekulieren, die EZB können erneut Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um Ländern wie Spanien und Italien etwas Erleichterung zu verschaffen. Denn: Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, „fällt das in unser Mandat“, sagte Draghi.

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