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Ein Künstler raucht vor seinem Auftritt auf Bali.
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Ein Künstler raucht vor seinem Auftritt auf Bali.

Rauchermesse auf Bali

„Dortmund Kills“

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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Eine Tochter der Ruhr-Stadt Dortmund veranstaltet auf der Touristeninsel Bali eine große Tabakmesse. Das ruft internationale Proteste hervor.

Die Stadt Dortmund gerät international massiv in die Kritik, weil eine hundertprozentige Tochtergesellschaft in Indonesien eine wichtige Tabakmesse veranstalten will. Die Inter-Tabac Asia soll am 27. und 28. Februar auf der Insel Bali stattfinden. Selbst der dortige Gouverneur hat sich gegen die Durchführung der Messe ausgesprochen.

Bislang aber werden die Proteste in Dortmund zwar gehört, aber an den Plänen ändern will man scheinbar nichts. Fast schon trotzig heißt es auf der Website des Veranstalters, der Westfalenhalle Dortmund GmbH: „Im Gegensatz zu einigen missverständlichen Presseveröffentlichungen finden die Inter-Tabac Asia und die Protobex Asien wie geplant statt.“ Der städtische Veranstalter organisiert in Dortmund seit Jahren auch die weltgrößte Tabakmesse, dagegen gab es im vergangenen Jahr bereits Proteste.

Die Geschäfte der Stadt Dortmund mit der Tabakindustrie sind nicht nur wegen der gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums umstritten. Das internationale Tabakrahmenübereinkommen, das die Bundesrepublik unterzeichnet hat, verbietet auch formal alle Formen von Tabakwerbung, Förderung des Tabakverkaufs und Tabaksponsoring. Partnerschaften mit der Tabakindustrie sind demnach auf ein Minimum zu beschränken.

Nun kommt aus der ganzen Welt Widerstand gegen die Veranstaltung auf Bali. Organisationen wie Unfairtobacco, Campaign for Tobacco Free Kids oder das Forum Rauchfrei haben sich an den Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) gewandt. Auch Bundestagsabgeordnete von SPD, Grünen und der Linken haben gegen die Veranstaltung protestiert. In Indonesien gingen Studenten gegen die Veranstaltung auf die Straße. Der Protest läuft unter dem Motto „Dortmund Kills“.

Massive Tabakwerbung

„Wir hören mit großer Besorgnis, dass die Stadt Dortmund Tabakhandel in Indonesien fördert“, schreibt Professor Tri Martiana, Dekan der Fakultät für öffentliche Gesundheit an der indonesischen Universität Airlangga. Die Messe fördere den Kauf und Gebrauch von Tabak in Ländern, „wo es so gut wie keinen Schutz für die Jugend, die Gesundheit oder die Konsumenten gibt und wo kaum Aufklärung über die Gefahren des Tabakrauchens existiert“. Massive Tabakwerbung hat laut WHO dazu geführt, dass in Indonesien derzeit über 40 Prozent der Jungen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren rauchen.

Der suchtpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Harald Terpe, schrieb in einem Brief nach Dortmund: „Als alleinige Gesellschafterin der Westfalenhalle Dortmund GmbH trägt die Stadt Dortmund Verantwortung dafür, dass in deren Namen ein Produkt beworben wird, das nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich sechs Millionen Menschen tötet.“ Aufsichtsratsvorsitzender des Veranstalters ist Friedhelm Sohn, der im Rat der Stadt Dortmund für Jugend und Kinder zuständig ist, die zuvorderst vom Rauchen abgehalten werden sollen.

Auf der Inter-Tabac Asia sollen Aussteller Produkte und Dienstleistungen für die aufstrebenden asiatischen Märkte präsentieren können. Die Westfalenhalle Dortmund GmbH antwortete bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht auf eine FR-Anfrage.

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