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Ein Räumpanzer und ein Wasserwerfer der Polizei stehen einsatzbereit am Rand des Tagebau Hambach.

Hambacher Forst

Doppeltes Gesicht in der Klimadebatte

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Die internationale Presse schaut auf den Konflikt in Nordrhein-Westfalen. Die Räumung des Hambacher Forstes wird auch international mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Die Räumung des Hambacher Forstes wird auch international mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Wo in den „World News“ der „New York Times“ sonst Kim Jong Uns Raketentests oder der Krieg in Syrien zu finden sind, steht nun die Räumung eines kleinen Waldstücks im mittleren Westen Deutschlands im Blickpunkt. Die starke symbolische Kraft, die der seit 12 000 Jahren bestehende Wald in der aktuellen Klimadebatte besitzt, ist der US-Zeitung sogar eine längere Geschichte wert gewesen. 

Mit Interesse wird dabei Deutschlands doppeltes Gesicht in der Klimadebatte zur Kenntnis genommen. So werden die US-Leser von Umweltschützern auf die massive Diskrepanz zwischen den Zusagen der Bundesregierung beim Pariser Klimaabkommen und dem Vorgehen in Hambach hingewiesen. Der Absicht, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, stehe eine Praxis gegenüber, Kohle oder Braunkohle zur Energiegewinnung für die heimische Wirtschaft zu verfeuern. Herhalten müsse ein Wald, in dem englische Eichen und Hainbuchen stünden und in jedem Frühling ein Maiglöckchen-Teppich zu finden sei.

Deutschlands Image leidet durch Hambacher Forst

Zu Wort kommt auch der Förster Michael Zobel, der dem Energiekonzern RWE vorwirft, bereits viel von dem Wald zerstört zu haben und nun vollendete Tatsachen schaffen zu wollen, obwohl es noch einen Gerichtsentscheid abzuwarten gelte, ob der Hambacher Forst unter Naturschutz gestellt werden muss.

Auch die französische Tageszeitung „Le Monde“ oder der britische „Guardian“ berichten ausführlich von den Vorgängen im Westen Kölns. Der „Guardian“ lässt Jan Pütz von der Aktion Unterholz zu Wort kommen, der die Zerstörung des Waldes als unakzeptabel bezeichnet. Auch der britischen Zeitung geht es um die Rolle Deutschlands als eine Führungsmacht in Bezug auf den Klimawandel. Das Land habe massiv den Anteil der erneuerbaren Energie in den vergangenen Jahren vorangetrieben, heißt es. Dennoch bleibe Deutschland nach wie vor stark von der Kohle abhängig. Ein Grund hierfür sei die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), aus der Atomenergie auszusteigen. So habe die Bundesregierung bereits eingeräumt, dass man das ursprünglich für 2022 festgelegte Ziel zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen nicht mehr erreichen werde. 

Die Symbolkraft der Abholzung eines alten Waldes könnte auf internationaler Ebene kaum größer sein. Mit den Vorgängen im Hambacher Forst sieht man die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Klimavorreiter untrennbar verknüpft.

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