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Die starke Konjunktur verbessert die Umfragewerte für Präsident Donald Trump.

US-Haushaltsdefizit

Das Billionen-Loch: Donald Trump treibt die Staatsverschuldung der USA in die Höhe

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Das Haushaltsdefizit Washingtons erreicht Werte wie sonst nur in Kriegszeiten. Kann sich die US-Regierung das leisten? Die Analyse.

Die globale Konjunktur schwächt sich ab, auch in der Euro-Zone geht es abwärts. In den USA dagegen bleibt das Wirtschaftswachstum passabel. Die starke Konjunktur verbessert die Umfragewerte für Präsident Donald Trump und liefert ihm die Munition für seine verschiedenen Handelskriege, die die US-Konjunktur zwar schwächen, aber nicht abwürgen. Donald Trump braucht aber nicht nur das Wirtschaftswachstum – er macht es zum großen Teil selbst. Durch steigende Schulden.

Im abgelaufenen Fiskaljahr 2018/2019 ist das Haushaltsdefizit Washingtons auf 984 Milliarden Dollar gestiegen, teilt das Finanzministerium nun mit. Damit ist das Defizit gegenüber der Vorperiode um mehr als ein Viertel gestiegen. Ein Grund dafür sind sinkende Einnahmen im Gefolge der Steuersenkung für Wohlhabende und Unternehmen. Sie allein kostet die US-Regierung laut Schätzungen des Congressional Budget Office (CBO) in den nächsten zehn Jahren 1,5 Billionen Dollar – ein Geschenk Trumps an Corporate America.

US-Regierung unter Donald Trump steigert ihre Ausgaben weiter

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ist das Defizit inzwischen wieder auf 4,6 Prozent gestiegen, nach 3,8 Prozent im vergangenen Jahr. Das sind Werte, die es sonst nur in Krisen- oder Kriegszeiten gibt. Zum Vergleich: Die sparsame Euro-Zone kam zuletzt auf ein Defizit von 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Und Washington macht weiter: In den nächsten zehn Jahren wird der Fehlbetrag bei einer bis 1,2 Billionen Dollar liegen – jedes Jahr, prognostiziert das CBO.

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Mit ihren Ausgaben zieht die US-Regierung riesige Spar-Summen an sich, gibt sie aus und feuert so das Wirtschaftswachstum an, indem sie private Nachfrage durch staatliche ersetzt. Allein im vergangenen Fiskaljahr steigerte sie ihre Ausgaben um 8,6 Prozent. Das Ergebnis sind Wirtschaftswachstumsraten von voraussichtlich 2,4 Prozent dieses und 2,1 Prozent nächstes Jahr – Werte, über die man sich in Europa freuen würde.

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Die wachsenden Schulden bedeuten zum einen, dass die US-Zentralbank (Fed) die Zinsen niedrig halten muss. Zwar sind die amerikanischen Staatsfinanzen laut Fed auf einem „nicht nachhaltigen Pfad“. Aber mit steigenden Zinsen kämen hohe Kosten auf die US-Regierung zu – bereits jetzt machen Zinszahlungen mehr als acht Prozent der Regierungsausgaben aus. Zum anderen schieben die staatlichen Schulden zwar die Konjunktur an – das müssen sie aber auch, weil andernfalls dem wachsenden Schuldenberg eine relativ immer geringere Wirtschaftsleistung gegenüber stünde.

Der US-Dollar ist die dominierende Weltwährung

Die USA verdammen sich also selbst zum Wachstum auf Kredit. Und sie sind dabei im Vergleich mit anderen Ländern in einer privilegierten Situation: Sie können sich auf die Attraktivität ihrer Währung verlassen. Der US-Dollar ist die dominierende Weltwährung. Staaten und Banken rund um den Globus halten US-Dollar-Anleihen als Schatz, Unternehmen weltweit brauchen den Dollar als Kauf- und Zahlungsmittel für ihre internationalen Geschäfte. Die Schuldscheine der US-Regierung finden daher immer freudige Abnehmer.

Die Begehrtheit des Dollar verschafft Washington selbst in Zeiten sich abschwächender Konjunktur die Möglichkeit, sich immer weiter zu verschulden, ohne höhere Zinsen zu zahlen. Gleichzeitig unterminieren sinkende Zinsen nicht den Wert des Dollar, der dadurch für Anleger attraktiv bleibt.

Von Stephan Kaufmann

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