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Donald Trump droht Toyota

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Von: Stephan Kaufmann

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Donald Trump droht ausländischen Unternehmen mit Strafzöllen.
Donald Trump droht ausländischen Unternehmen mit Strafzöllen. © dpa

Jetzt nimmt der zukünftige US-Präsident Donald Trump die ausländischen Unternehmen ins Visier. Den japanischen Autobauer Toyota warnt er vor Investitionen in Mexiko.

Der designierte US-Präsident Donald Trump nimmt nun auch ausländische Unternehmen ins Visier. Am Donnerstag warnte er den japanischen Autobauer Toyota vor Investitionen in Mexiko. Zuvor hatte Trump bereits dem US-Konzern Ford Strafzölle angedroht, sollte er jenseits der amerikanischen Grenze ein Werk bauen. Trumps Drohung ließ am Freitag den Toyota-Aktienkurs fallen, auch der mexikanische Peso verlor an Wert. Vom Wirtschaftspatriotismus des neuen Präsidenten könnten in Zukunft auch  deutsche Autobauer betroffen sein.

Unter dem Motto „Amerika wieder groß machen“ hatte Trump im Wahlkampf angekündigt, Industriearbeitsplätze in die USA zurückzuholen. Insbesondere die amerikanischen Autobauer haben in den vergangenen Jahren Werke im benachbarten Mexiko hochgezogen. Ein Grund dafür sind die 44 Freihandelsabkommen, die Mexiko mit anderen Ländern hat und die den Unternehmen Einfuhrzölle sparen. Ein anderer sind die niedrigen Lohnkosten. So verdient ein mexikanischer Autoarbeiter pro Stunde etwa acht Dollar, der US-Arbeiter dagegen kostet 46 Dollar. Pro Fahrzeug kann dies eine Lohnersparnis von 600 Dollar ergeben, errechnet die Finanzagentur Bloomberg. Derzeit exportiert Mexiko pro Jahr rund zwei Millionen Fahrzeuge in die USA.

Trump hatte diese Woche bereits den US-Konzern General Motors für seine Entscheidung kritisiert, das Modell Cruze in Mexiko fertigen zu lassen. Nach einer ähnlichen Kritik stornierte der Autobauer Ford am Dienstag eine 1,6-Milliarden-Dollar-Investition zum Bau eines neuen Werkes in San Luis Potosi.

Am Donnerstag war nun Toyota an der Reihe. Der japanische Konzern hatte bereits vor 20 Monaten angekündigt, im Bundesstaat Guanajuato eine Fabrik zu errichten, in der ab 2019 jährlich 200.000 Corolla gefertigt werden sollen. Über den  Nachrichtendienst Twitter schrieb Trump: „Auf keinen Fall. Baut in den USA oder zahlt heftige Strafzölle.“ In dem Tweet verwechselte Trump allerdings das bestehende Toyota-Werk in Baja mit dem Neubau in Guanajuato.

Als Reaktion auf den Tweet sank der Aktienkurs von Toyota an der Tokioter Börse zweitweise um bis zu drei Prozent. Das Unternehmen verteidigte sich am Freitag mit dem Hinweis, es habe knapp 22 Milliarden Dollar in zehn Werke in den USA investiert und beschäftige dort 136.000 Personen. „Toyota freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Regierung Trump im Interesse der Konsumenten und der Automobilindustrie“, so eine Stellungnahme. Japans Handelsminister Hiroshi Sego betonte, Toyota sei ein in den USA sozial engagiertes Unternehmen.

Nicht nur der Toyota-Aktienkurs, auch der mexikanische Währung Peso verzeichnete deutliche Verluste. Seit der Wahl Trumps hat der Peso knapp acht Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren. Die mexikanische Zentralbank griff am Freitag in den Devisenmarkt ein, um den Peso-Kurs zu stabilisieren.

Auch deutsche Autobauer haben Milliarden in mexikanische Werke investiert. Sie könnten daher ebenfalls ins Visier von Trump geraten, warnt Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Uni Duisburg. „Vor allem Volkswagen ist in einer schwierigen Situation“, sagte er dieser Zeitung. Denn der Wolfsburger Konzern habe im vergangenen Jahr 460.000 VW in Mexiko produzieren lassen, 2016 seien nochmals 150.000 Audi dazugekommen. Der größte Teil davon werde in den Vereinigten Staaten abgesetzt.

Trumps Ankündigung eines 20- bis 30-prozentigen Einfuhrzolls für Güter aus Mexiko hält Dudenhöffer nicht für eine leere Drohung. „Wenn die kommt, dann hat Volkswagen ein Problem“, sagte der Experte. Denn die in Mexiko produzierten Autos könnten kaum in anderen Gegenden der Welt abgesetzt werden.

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