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Gute Aktieninvestitionen können sich hoch auszahlen.
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Gute Aktieninvestitionen können sich hoch auszahlen.

Investionen

Aktienmarkt: Die richtige Strategie an der Börse

  • VonMechthild Henneke
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Wie investieren Privatleute ihr Geld gut und sicher am Aktienmarkt? Fachleute geben Tipps, wie der Einstieg gelingen kann.

Frankfurt - Die Börsen erleben gerade wieder ein Hoch und viele Beobachter:innen ärgern sich, dass sie nicht eingestiegen sind. Zögerlichkeit, Angst vor Verlusten oder Zweifel am Erfolg von Aktienanlagen stehen dem letzten Schritt, ein Depot zu eröffnen, oft im Weg. Börsenfachleute geben Tipps, wie sie den Einstieg gestalten würden. Die Bandbreite der Ratschläge ist groß – teilweise empfehlen die Aktienprofis sogar gegenteilige Strategien.

Breit streuen: „Nicht alles auf eine Aktie setzen“, fasst Börsenexperte Norbert Kuhn vom Deutschen Aktieninstitut eine weit verbreitete Regel zusammen. Wer in Aktien investiert, sollte diese möglichst breit streuen. Das bedeutet, nicht sein gesamtes Geld auf den Erfolg eines oder weniger Unternehmen zu setzen, sondern auf den Erfolg eines Markts. „Für diesen Zweck ist ein global in Aktien anlegender Fonds beziehungsweise Indexfonds gut“, sagt Kuhn. Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange-Traded Funds), bilden Aktienindizes wie den Deutschen Aktienindex Dax oder den amerikanischen Dow Jones ab. Es gibt aber auch ETFs zu Aktienindizes für die Entwicklung der Weltwirtschaft (zum Beispiel MSCI World) oder die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen. Der Vorteil dieser breit gestreuten Aktienanlage ist, dass negative Kursentwicklungen einzelner Unternehmen durch die Erfolge anderer Unternehmen nicht nur ausgeglichen, sondern auch überkompensiert werden können.

Sicher am Aktienmarkt: „Siemens, BASF, Allianz, Münchner Rück und SAP“

Titel fünf deutscher Unternehmen kaufen: „Ich würde einen Großteil des Geldes in fünf solide deutsche Dax-Unternehmen anlegen, wo nicht viel passieren kann“, sagt dagegen Anlageberater Uwe Lang aus Augsburg, der den Branchennewsletter „Börsensignale“ herausgibt. „Siemens, BASF, Allianz, Münchner Rück und SAP“, nennt Lang als Beispiele für Unternehmen, die er für so sicher hält, dass langfristig ein Erfolg garantiert sei. „Die Aktien dieser Unternehmen sollte der Anleger lange halten und auch bei Schwankungen die Ruhe bewahren.“ Einen Teil seines Geldes sollten Anleger:innen außerdem als Reserve behalten.

Den bei Anleger:innen beliebten US-amerikanischen Markt hält Lang für überbewertet. Er rät Börsenanfänger:innen, im deutschen Markt zu bleiben. Auf die Dividenden ausländischer Aktien werde zudem – zusätzlich zur deutschen Abgeltungssteuer – eine Quellensteuer fällig. „Diese muss sich der Anleger mühsam über die Einkommenssteuererklärung zurückholen“, sagt Lang. Lediglich Aktien britischer Unternehmen sind hiervon ausgenommen.

Zertifikate: Befindet sich ein Unternehmen seit längerem in einer sogenannten „Seitwärtsphase“, das bedeutet, dass der Kurs weder stark steigt noch sinkt, rät Lang zu einem Discount-Zertifikat auf die Aktie. „Discount-Zertifikate sind etwa zehn Prozent billiger als der tagesaktuelle Kurswert der Aktie“, sagt er. Dadurch erhöhe sich die Dividendenrendite. Discount-Zertifikate werden online oder über Banken gehandelt. Wenn die Laufzeit des Zertifikats vorüber ist, wandeln sich die Zertifikate in echte Aktien um.

Aktien: Zehn bis 15 Jahre Haltedauer einplanen

Aktien lange halten: „Zehn bis 15 Jahre sollten Aktien liegen, wenn sie dem Vermögensaufbau dienen sollen“, sagt Kuhn. Wer innerhalb der nächsten Jahre ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen will, sollte deshalb eine andere Anlageform wählen. Aktien seien eine ideale Möglichkeit der Altersvorsorge – wenn man nicht gerade vorm Renteneintritt stehe. Der Hintergrund ist, dass die Aktienkurse langfristig steigen, es aber durchaus auch Täler gibt, wie 2008 in der Finanzkrise oder 2020 in der Coronakrise. Wer zu diesem Zeitpunkt auf sein Geld angewiesen ist und nicht die Erholung des Markts abwarten kann, muss mitunter große Verluste hinnehmen.

Kaufen und verkaufen: Eine Strategie, die mehr Zeit und Interesse an der Entwicklung der Börsen verlangt, ist es, die Bewegungen der Kurse zu verfolgen – und darauf zu reagieren. „Wenn die Kurse sehr hoch sind und die Zentralbanken anfangen, eine etwas straffere Geldpolitik zu beginnen, können Anleger alles verkaufen und abwarten, bis die Kurse gefallen sind“, sagt Lang. Sind die Kurse unten, müssten die Anleger:innen wieder einsteigen. So könnten Anleger:innen verfahren, die sich mit den Finessen auskennen und „die Gefahren der Börse kennengelernt“ haben. Laut Lang ist aktuell kein guter Zeitpunkt, um in den Börsenhandel einzusteigen. Traditionell seien Oktober/November Monate, an denen die Kurse niedriger seien. „Wenn die Zentralbanken beginnen, die Zinsen langsam anzuheben, ist ein guter Zeitpunkt zu kaufen“, sagt Lang.

Aktieninvestment strecken: Das Problem des richtigen Zeitpunkts löst Kuhn durch eine andere Taktik. Er empfiehlt, das zu investierende Geld nach und nach in die Anlagen fließen zu lassen – etwa in Beträgen von 500 oder 1000 Euro. Man kann aber auch in kleinen Sparraten Monat für Monat am Aktienmarkt anlegen. „So nimmt man starke und schwache Phasen der Börsen mit“, sagt Kuhn. Es sei eine sichere Variante. Außerdem sei nun nach der langen Zeit boomender Börsen ein „Rücksetzer“ am Markt nicht ausgeschlossen.

Zunächst ein ETF-Sparplan

Pantoffelmethode: Stiftung Warentest hat eine Strategie entwickelt, die angeblich so einfach ist, dass man sie von zu Hause in Pantoffeln umsetzen kann. Dabei wird das Sparguthaben in zwei Teile geteilt. „Ein Teil des Portfolios wird in Aktien angelegt, die breit gestreut sind, der andere wird in sicheres Tages- und Festgeld angelegt“, sagt Finanzexpertin Karin Baur von Stiftung Warentest. Für die Aktien empfiehlt Baur den bereits erwähnten ETF auf den MSCI World-Index. Bei der Gewichtung muss zwischen Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit abgewogen werden. „Ein Beamter oder eine Beamtin könnte möglicherweise ein höheres Risiko eingehen, ist aber vielleicht als Mensch eher ängstlich“, sagt Baur. Ein Verhältnis 50 Prozent Aktien – 50 Prozent Tagesgeld passe für die meisten Menschen. Für Vorsichtige empfiehlt die Stiftung Warentest nur 25 Prozent Aktienanteil.

Die ersten Schritte: Um ins Handeln zu kommen, empfiehlt Baur, zunächst mit einem ETF-Sparplan anzufangen, bei dem monatlich kleine Summen ins Depot eingezahlt werden. „So kann man sich mit dem Thema vertraut machen“, sagt sie. Anschließend falle es leichter, auch größerer Summen zu investieren. Bei den Depots gibt es inzwischen eine große Auswahl: Viele Banken bieten diese an, es gibt aber auch Internetdepots mit häufig günstigeren Bedingungen oder sogar App-Depots, mit deren Hilfe man sogar unterwegs Börsengeschäfte tätigen kann. (Mechthild Henneke)

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