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Der Bund ist immer noch mit mehr als 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt.
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Der Bund ist immer noch mit mehr als 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt.

Jobabbau bei der Commerzbank

Die Rente für viele Commerzbank-Beschäftigte naht

  • VonRolf Obertreis
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Der Vorstand des Geldhauses einigt sich mit dem Betriebsrat auf einen Sozialplan für den Abbau von Arbeitsplätzen.

Bei der Commerzbank soll der feststehende Abbau von netto 7500 Arbeitsplätzen bis 2024 möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen und damit sozialverträglich über die Bühne gehen. Vorstand und Gesamtbetriebsrat haben sich am Freitag nach monatelangen Verhandlungen auf einen Rahmensozialplan und damit auf Regelungen für Altersteilzeit und Vorruhestand für die Beschäftigten im Inland verständigt.

Das Programm zur Altersteilzeit soll acht Jahre laufen, Beschäftigte, die 1968 oder früher geboren sind, sollen in den Vorruhestand gehen können. Die Planungssicherheit werde mit der Vereinbarung erhöht und mit dem Ergebnis könne man die Transformation der Bank zügig vorantreiben, sagte Vorstandschef Manfred Knof.

Nach Ansicht von Gesamtbetriebsratschef Uwe Tschäge werden mit dem Rahmensozialplan die Interessen aller Beschäftigten berücksichtigt, sowohl derjenigen, die in der Bank bleiben, als auch derjenigen, die das Institut verlassen. Kündigungen sind allerdings nicht komplett vor Tisch. Eine Überprüfung der Vereinbarung soll 2023 zeigen ob sie doch notwendig werden.

Allerdings wird der Stellenabbau von brutto 10 000 Jobs bei gleichzeitiger Schaffung von 2500 Arbeitsplätzen rund 225 Millionen Euro teurer als bislang geplant. Bislang hatte Knof dafür 1,8 Milliarden Euro veranschlagt, jetzt werden es gut zwei Milliarden. Die Hälfte davon wurde bereits 2019 und 2020 zurückgestellt, eine weitere halbe Milliarde Euro folgt im ersten Quartal 2021, der Rest im zweiten Vierteljahr.

„Damit ist die Transfergesellschaft vom Tisch, betriebsbedingte Kündigungen sind de facto nicht mehr möglich“, sagte Christoph Schmitz, im Vorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für Banken zuständig.

Der Vereinbarung zufolge können Beschäftigte ab Geburtsjahr 1968 und früher für acht Jahre in Altersteilzeit gehen. Sie arbeiten vier Jahre aktiv und die restlichen vier Jahre passiv. Über die gesamte Laufzeit erhalten sie 50 Prozent ihres Gehalts, das dem Vernehmen nach von der Bank aufgestockt wird.

Die Vorruhestandsregelung gilt für Beschäftigte, die spätestens im Laufe des Jahres 2024 das 56. Lebensjahr vollenden. Sie können dem Vernehmen nach aber sofort gehen und erhalten dann angeblich bis zum Eintritt des Rentenalters 75 Prozent ihres Gehaltes. Sie müssen allerdings einen Rentenabschlag von bis zu 18 Prozent hinnehmen. Die Commerzbank wollte sich am Freitag zu den Details der Vereinbarung nicht äußern.

Auch Aufhebungsverträge mit Abfindungen sind möglich. Ein Freiwilligenprogramm erlaubt es Beschäftigten, die Bank schon bis spätestens Ende diesen Jahres zu verlassen. Rund 1700 Beschäftigte könnten dies laut Insidern nutzen. „Veränderungswillige“ könnten, heißt es bei Verdi, eine „Sprinterprämie“ von 60 000 Euro in Anspruch nehmen oder, falls sie bleiben möchten, sich intern für andere Aufgaben in der Bank qualifizieren.

Details des Stellenabbaus werden jetzt auf Basis des Rahmenvertrags in den einzelnen Konzernbereichen verhandelt. Dies soll bis Jahresende abgeschlossen sein. 2023 soll der Stand des vereinbarten Abbaus überprüft werden. Sollten weitere Schritte notwendig sein, bleiben als „letztes Mittel“, so die Commerzbank, auch „kollektive Arbeitszeitverkürzungen oder betriebsbedingte Kündigungen.“

Nach Angaben von Schmitz ist mit der Vereinbarung auch verbunden, dass nicht nur 200 Commerzbank-Filialen erhalten bleiben, sondern mindestens 400. Zudem werde es statt drei künftig bundesweit zwölf digitale Beratungszentren geben. All das führe dazu, dass nicht wie eigentlich geplant 12 800 Stellen abgebaut werden, sondern nur 7500.

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