Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Soll den scheidenden Aufsichtsrats-Chef Paul Achleitner ersetzen: Alexander Wynaendts.
+
Soll den scheidenden Aufsichtsrats-Chef Paul Achleitner ersetzen: Alexander Wynaendts.

Aufsichtsrat

Deutsche Bank: Die Nachfolge ist geregelt

  • VonRolf Obertreis
    schließen

Alexander Wynaendts soll überraschend neuer Chefkontrolleur der Deutschen Bank werden.

Seit langem wurde debattiert, wer Paul Achleitner an der Spitze des Aufsichtsrates der Deutschen Bank beerben sollte. Jetzt hat das größte deutsche Geldhaus eine Lösung gefunden. Es ist eine Überraschung, denn es handelt sich um einen Mann, den nur Insider kennen, und selbst die dürften ihn kaum auf dem Schirm gehabt haben: Alexander Wynaendts.

Ihn sollen Aktionärinnen und Aktionäre am 19. Mai nächsten Jahres auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank zum Nachfolger von Paul Achleitner wählen. Das schlägt der Nominierungsausschuss des Kontrollgremiums vor. Wynaendts sei genau die richtige Persönlichkeit mit den richtigen Fähigkeiten für diese Aufgabe, sagt Achleitner. Ins gleiche Horn stößt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Alex Wynaendts sei ein wahrer Europäer, ein internationaler Finanzexperte und verfüge über große Erfahrung und ein hervorragendes globales Netzwerk.

Deutsche Bank: Niederländer wird Chef des Aufsichtsrats

Der 61-jährige Niederländer ist seit Jahrzehnten in der Finanzbranche aktiv. Zwölf Jahre lang, bis 2020 war er Vorstandschef des niederländischen Lebensversicherers, Vermögenverwalters und Altersvorsorge-Anbieters Aegon.

Davor hatte er 13 Jahre lang bis 1997 für die niederländische Großbank ABN Amro gearbeitet. Aktuell sitzt Wynaendts in mehreren Kontrollgremien, unter anderem bei der Großbank Citigroup, beim Fahrdienstleister Uber und bei der Airline Air France KLM. Er lobt die Deutsche Bank ein halbes Jahr vor seinem wahrscheinlichen Amtsantritt: Sie sei gut aufgestellt, und er werde alles dafür tun, dass sie ihre Strategie weiter mit Erfolg umsetzen könne, erklärte er.

Deutsche Bank: „Das ist eine gute Wahl“

Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und langjähriger Kenner der Deutschen Bank, begrüßt die wahrscheinliche Bestellung des Niederländers zum neuen Aufsichtsratschef. „Das ist eine gute Wahl. Wynaendts ist gut vernetzt in der internationalen Finanzbranche und deckt die Bereiche ab, die für die Deutsche Bank wichtig sind. Also Anleihen und Investmentbanking. Und er hat gute Kontakte zu den Regulatoren.“ Sewing als starker Vorstandschef werde mit Wynaendts sicher gut zusammenarbeiten. Skeptisch äußert sich dagegen Janne Werning, Fondsmanager bei Union Investment. Der Niederländer habe selbst nie eine große Bank geführt, und es sei auch nicht erkennbar, dass er mit der deutschen Corporate Governance vertraut sei.

Tatsächlich hat die Deutsche Bank lange einen Nachfolger für den nicht unumstrittenen Achleitner gesucht. Der 65-jährige Österreicher und ehemalige Vorstand des Münchner Versicherungsriesen Allianz führt das Kontrollgremium seit 2012. In seine Zeit fallen etliche Skandale verbunden mit drastischen Bußgeldern in den USA und in Europa, hohe Milliardenverluste und die Berufung und auch Abberufung von mehreren wenig erfolgreichen Bankchefs von Anshu Jain über Jürgen Fitschen bis zum Briten John Cryan. Erst mit der Ernennung von Christian Sewing zum Vorstandschef im Frühjahr 2018 ist die Bank wieder in ruhigeres Fahrwasser gekommen und hat mittlerweile auch durch ein straffes Sparprogramm und den Abbau von Zehntausenden von Arbeitsplätzen wieder die Gewinnzone erreicht.

Im Gespräch für Achleitners Nachfolge waren unter anderem zeitweise auch Ex-Aufsichtsratsmitglied Alexander Schütz. Er musste allerdings wegen Kontakten zum derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Ex-Wirecard-Chef Markus Braun zurücktreten. Angedacht war auch Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer. Daran gab es aber Kritik, weil der Chef eines Dax-Konzerns nicht der Aufsichtsratschef eines anderen Dax-Konzerns sein sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare