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Geldanlage

Die meisten wollen’s grüner

  • Antje Mathez
    vonAntje Mathez
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Anlegerinnen und Anleger setzen in Pandemiezeiten vermehrt auf Nachhaltigkeit.

Was wäre eigentlich, wenn der Staat die nachhaltige Geldanlage fördern würde? Also etwa anstatt der Autoindustrie mit Prämien für den Kauf von Elektrofahrzeugen ein fettes Konjunkturpaket zu schnüren, einfach unabhängig von den Begehrlichkeiten einzelner Branchen Investitionen in zukunftsweisende Technologien und damit verbundene Dienstleistungen oder Waren belohnen würde. Mit dieser Frage hat sich das Marktforschungsunternehmen Puls im Auftrag der Quirin Privatbank befasst.

Laut der Studie mit dem Titel „Immer grüner? Was Anleger wissen, wollen und tun“, die am Dienstag vorgestellt wurde, würde das die Bereitschaft zu nachhaltiger Geldanlage bei zwei von drei Menschen erhöhen (65,6 Prozent). Bei den unter 40-Jährigen wären es sogar 74 Prozent.

Davon unabhängig rückt das Thema Nachhaltigkeit – auch oder vor allem im Zeichen der Corona-Krise – immer stärker in den Fokus. Die Marktforscher:innen von Puls hatten dazu während des Teillockdowns ab Ende Oktober bis Mitte November rund 2000 Verbraucher:innen mit einem Anlagevermögen von mindestens 10 000 Euro und fast 2000 Kundinnen und Kunden der Quirin Privatbank befragt, die mindestens 100 000 Euro angelegt haben.

Rund 20 Prozent der Interviewten mit einem Anlagevermögen von mindestens 10 000 Euro stellten fest, dass mit der Corona-Krise die Nachhaltigkeit noch an Bedeutung gewonnen hat. Bei den Kund:innen der Quirin Bank gibt gar jeder Zweite an, nun bei der Geldanlage auf mehr Nachhaltigkeit zu achten – Frauen übrigens häufiger als Männer: 61 Prozent der Anlegerinnen stehen hier 45 Prozent der Männer gegenüber. Dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind, zeigen die Zahlen des Geldhauses: Dort ist das nachhaltig betreute Vermögen im vergangenen Jahr um 231 Prozent auf 300 Millionen Euro gestiegen.

Für ihr gutes Gewissen sind die Verbraucherinnen und Verbraucher auch bereit, mehr zu zahlen. Besonders hoch ist laut Umfrage die Aufpreisbereitschaft der repräsentativ Befragten bei Produkten des täglichen Bedarfs – im Schnitt liegt diese bei 8,8 Prozent, bei der nachhaltigen Geldanlage sind es 4,2 Prozent. „Dabei ist Letzteres gar nicht erforderlich“, so der Chefvolkswirt der Quirin-Bank, Philipp Dobbert. „Nicht mehr jedenfalls.“ Nachhaltig anlegen müsse heute nicht teurer sein als eine konventionelle Strategie.

Verbesserungwürdig ist allerdings der Wissensstand in Sachen Anlagemöglichkeiten. Bekannt seien vor allem direkte Beteiligungen an Wind- oder Photovoltaikparks sowie Anleihen und Aktien einzelner nachhaltiger Unternehmen – und zwar insbesondere dann, wenn sie durch negative Schlagzeilen aufgefallen sind, so die Studie. Von nachhaltigen ETFs (börsengehandelte Indexfonds) hatten dagegen 55 Prozent der Befragten noch nie was gehört.

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