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Die Jungen bleiben weg

Studie: Läden in den Innenstädten verlieren eine wichtige Zielgruppe

Corona ist nicht an allem schuld. Zwar sorgt der pandemiebedingte Lockdown aktuell in ganz Deutschland für leere Innenstädte. Doch auch ohne die Corona-Krise hätten die Stadtzentren ein Problem: Viele junge Leute finden sie als Einkaufsort nicht mehr sonderlich attraktiv. Der Beziehungsstatus zwischen den unter 25-Jährigen und den deutschen Einkaufsmeilen lässt sich auf einen Socialmedia-kompatiblen Begriff bringen: Es ist kompliziert.

„Die treusten Anhänger:innen der Innenstädte werden immer älter“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie „Vitale Innenstädte“ des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH). Dafür wurden im September und Oktober – also vor dem zweiten Lockdown, als sich das Leben in den Fußgängerzonen gerade ein wenig normalisiert hatte – in 107 Innenstädten insgesamt 57 863 Passanten befragt. Ein Ergebnis: Das Durchschnittsalter der Innenstadtbesucher stieg seit 2016 von 45,2 auf 47,5 Jahre.

Waren 2016 noch 21 Prozent der Besucher und Besucherinnen in den Fußgängerzonen 25 Jahre oder jünger, so waren es 2020 nur noch 16 Prozent. Zwar schätzen auch die Jüngeren die Innenstadt noch als Ort zum Wohlfühlen oder zum Ausgehen und um Leute zu treffen. Doch die Begeisterung, dort auch einzukaufen, ist merklich geringer als bei den Älteren. Während zwei Drittel der Befragten über 50-Jährigen zum Einkaufen in die Stadt gekommen waren, wollten von Menschen bis 25 Jahren nur die Hälfte shoppen.

Städte am Kipppunkt

Ein Grund dafür: Die Begeisterung der jüngeren Generation für das Warenangebot in den Einkaufsstraßen ist überschaubar. Nur 45 Prozent der Jungen bezeichneten das Angebot an Textilien, Schuhen und Lederwaren in den Innenstädten als „gut“ oder „sehr gut“. Gerade einmal 36 Prozent waren mit dem Angebot an Elektronik oder Sport-, Spiel- und Hobbyartikeln zufrieden. Viele finden offenbar im Internet passendere Angebote.

Eine Trendwende ist eher nicht zu erwarten. Nach einer vor kurzem veröffentlichten Studie der Beratungsfirma KPMG und des Handelsforschungsinstituts EHI dürfte schon 2030 die Hälfte der Mode in Deutschland online gekauft werden. Damit würde sich der Marktanteil der Onlinehändler verdoppeln.

Der Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn Rhein Sieg fürchtet, dass sich etliche Innenstädte einem Kipppunkt nähern. „Jetzt könnte auch durch Corona ein Punkt erreicht sein, an dem schlagartig viele Läden in den Einkaufsstraßen aufgeben müssten“, warnte er. Dann drohe ein Teufelskreis aus geringerer Attraktivität, gefolgt von Publikumsverlust und weiteren Ladenschließungen. dpa

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