Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Generell seien mit Bau- beziehungsweise Kaufnebenkosten alle Kosen gemeint, die über die eigentlichen Bau- oder Erwerbskosten des Gebäudes hinausgehen, sagen die FR- Bauexperten.
+
Generell seien mit Bau- beziehungsweise Kaufnebenkosten alle Kosen gemeint, die über die eigentlichen Bau- oder Erwerbskosten des Gebäudes hinausgehen, sagen die FR- Bauexperten.

Immobilien

Die harten Fakten zählen

FR-Telefonaktion: Finanz- und Baufachleute erklärten unseren Lesern:innen, was bei Hauskauf und Renovierungsarbeiten am Eigenheim zu beachten ist.

Was gehört zu den Bau- beziehungsweise Kaufnebenkosten?

Generell sind damit alle Kosen gemeint, die über die eigentlichen Bau- oder Erwerbskosten des Gebäudes hinausgehen. Dies sind etwa Steuern, Behörden- und Finanzierungskosten, aber beispielsweise auch Ausgaben für Baustraße, Baustrom, Wasser, Aushub, Statiker, Erschließung und selbst Abriss, Baumfällung und Ersatzpflanzungen.

Uns laufen die Kosten bei der Haussanierung nicht zuletzt durch verborgene Mängel davon und das Darlehen reicht nicht. Können wir die Darlehenssumme erhöhen?

Dies ist grundsätzlich möglich. Damit einher geht allerdings eine Verlagerung der Grundschuld zu Gunsten der Bank und zieht in jedem Fall weitere Bearbeitungskosten, auch des Grundbuchamtes, nach sich. Überlegenswert scheint der Abschluss eines zweiten Darlehensvertrags. Zwar zieht auch dieser Kosten nach sich, kann aber gegebenenfalls zu aktuell günstigeren Konditionen abgeschlossen werden.

Haus und Grundstück haben wir vor drei Jahren erworben. Beide benötigen nach und nach einige Arbeiten. Wie finanzieren wir diese am besten?

Wenn Ihr Eigenkapital nicht ausreicht und die Reparaturen drängen, kann ein Sofortdarlehen in Betracht gezogen werden. Empfehlenswert auf lange Sicht aber ist eine Instandhaltungsrücklage mit einem Bausparvertrag: Hierbei verbinden Sie eine überdurchschnittliche Verzinsung des Sparbetrags mit einem langfristig günstigen Darlehenszins.

Frank Preussner, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen.

Wann muss man Grunderwerbsteuer zahlen?

Bei den meisten Immobilienkäufen ist die Grunderwerbsteuer fällig. Im notariell beglaubigten Kaufvertrag wird festgelegt, wer die Grunderwerbsteuer zu entrichten hat. In den meisten Fällen ist das der Käufer. Im Anschluss wird der Kaufvertrag an das Finanzamt geschickt, welches seinen Grunderwerbsteuerbescheid erlässt. In der Regel muss die Steuer innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe gezahlt werden.

... und wann muss man keine Grunderwerbsteuer zahlen?

Bei einem Grundstückserwerb im Todesfall oder im Rahmen einer Schenkung fällt keine Grunderwerbsteuer an. Auch bei einem Verkauf an Verwandte ersten Grades muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden. Steuerpflichtig sind hingegen Immobiliengeschäfte unter Geschwistern.

Das historische Zinstief und die hohe Nachfrage nach Sachwerten, aber auch die Corona-Pandemie machen die selbst genutzte Immobilie immer beliebter. Die einen wollen ein Eigenheim kaufen, die anderen denken daran, ihr Haus zu modernisieren. Fragen rund ums Eigenheim beantworten Fachleute am Leser:innen-Telefon.

Kann ich die Grunderwerbsteuer verringern?

Ja, indem Sie ein Grundstück erwerben und erst danach ein Haus darauf errichten bzw. Grundstückskauf und Bauvertrag unabhängig voneinander abwickeln. Handelt es sich aber etwa um einen Bauträger, der beides anbietet, ist hingegen auf den gesamten Kaufpreis die Grunderwerbsteuer zu entrichten.

Die Grundsteuer hat also nichts mit der Grunderwerbsteuer zu tun?

Nein. Die Grundsteuer wird jährlich von der Gemeinde erhoben und setzt sich aus Einheitswert, Steuermessbetrag und dem Hebesatz der Gemeinde zusammen.

Ab wann muss ich die neue Grundsteuer zahlen?

Die neu berechnete Grundsteuer tritt am 1. Januar 2025 in Kraft. Auch abweichendes Landesrecht darf erst ab diesem Zeitpunkt angewendet werden.

Wie hoch fallen Grundbuch- und Notarkosten aus?

Als Absicherung für die Baufinanzierung lässt die Bank eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen. Dies übernimmt ein Notar. Die Notarkosten sind in einer Gebührenordnung festgelegt und orientieren sich an der Kaufsumme. Durchschnittlich liegen sie bei etwa einem Prozent vom Kaufpreis. Zusätzlich wird der Grundbucheintrag fällig. Die genauen Kosten sind regional unterschiedlich.

Wer erstellt ein Immobiliengutachten und was kostet das?

Ein Wertgutachten führen geprüfte Immobilengutachter, darunter auch Makler sowie Architekten und Bauingenieure durch. Die Kosten liegen bei 500 bis 1000 Euro.

Mit welcher Art Baukosten muss ich nach dem Erwerb eines Grundstücks oder bei einer Bestandsimmobilie denn rechnen?

Beim Neubau sollten Sie darauf achten, ob die Kalkulation Aushub, Keller oder Bodenplatte und Erschließung umfasst. Hinzu kommen oft auch bei älteren Objekten die Baustellensicherung sowie möglicherweise Baumfällungen und andere Grundstücksarbeiten, inklusive Terrasse. Bei Bestandsgebäuden fallen meist neue Leitungen und nicht selten die komplette energetische Sanierung an.

Wie vergleiche ich am besten die Finanzierungsangebote der Bausparkassen und Banken?

Einen ersten Anhaltspunkt über die beim Hauskauf anfallenden Finanzierungskosten gibt der Effektivzins. Er beinhaltet die Kreditvermittlungsprovision, die Bearbeitungsgebühr und das Disagio.

Angelika Wade, Steuerberaterin der Steuerberaterkammer Hessen.

Und was bedeutet Disagio?

Der Kreditgeber behält hierbei üblicherweise eine Zinsvorauszahlung ein.

Was sind eigentlich Bereitstellungszinsen?

Die meisten Banken und Bausparkassen halten über drei Monate lang die volle Kreditsumme für den Kunden ohne Aufschlag bereit. Darüber hinaus werden ab dem vierten Monat Bereitstellungszinsen fällig. Immobilieninteressenten sollten dies bei ihrer Planung berücksichtigen und auf einen raschen Kaufabschluss hinwirken.

Unsere Terrasse ist defekt. Kann ich für die Reparaturarbeiten ein Darlehen aufnehmen?

Eine Terrasse gehört zu den gern verdrängten Kostenfaktoren beim Erwerb oder Bau eines Einfamilienhauses. Ein Bauspardarlehen kann für wohnwirtschaftliche Zwecke in der Tat, also auch hier, genutzt werden. Bedenken Sie, dass eine Reparatur vermutlich keine dauerhafte Lösung darstellt, wenn Nässe und Frost bereits ihren Weg unter Platten oder Steinen gefunden haben.

Lässt sich ein Darlehen auch für den Garten einsetzen?

Wenn dieser als Ihre erste Gartenanlage konzipiert ist: ja. Wenn es sich nur um Verschönerungsmaßnahmen handelt, wird dies kaum möglich sein. Sind aber grundsätzlich Maßnahmen im Außenbereich des Hauses als „Paket“ vorgesehen, weil zum Beispiel Einfriedung, Tor und Gehweg in die Jahre gekommen sind oder Wasserschäden am Haus behoben werden müssen, passt es wieder.

Michael Mogilowski, Bauexperte der Architektenkammer Hessen.

Unsere alte Eiche hat brüchige Äste und bereitet viel Arbeit. Kann ich sie fällen lassen und was kostet das?

Informieren Sie sich bitte zuvor bei der zuständigen Naturschutzbehörde. Eichen, insbesondere ab einem bestimmten Durchmesser, dürfen selbst mit Ersatzpflanzung nicht ohne Weiteres gefällt werden. Sofern der Baum krank ist und umzustürzen droht, kann bei amtlicher Genehmigung ein Baumfäller auf Ihre Kosten beauftragt werden. Sie müssen, je nach Größe des Baums, mit einem vierstelligen Betrag rechnen.

Mein Nachbar beschwert sich über den defekten Zaun. Muss ich die Reparatur übernehmen?

Dies ist im Nachbarschaftsrecht des Landes geregelt. Meist gilt in Deutschland der Grundsatz der Rechtseinfriedung – das heißt, dass Sie von der Straße aus gesehen für die rechte Zaunseite zuständig wären. Fragen Sie am einfachsten beim Bauamt nach.

Wir haben ein Baugrundstück gefunden. Müssen wir ein Bodengutachten erstellen lassen?

Über die Tragfähigkeit des Bodens sollten im wahrsten Sinn harte Fakten her. Dies ist nur mit einem Bodengutachten möglich. Ist nicht ausdrücklich eine Kontamination des Bodens vertraglich ausgeschlossen, kann auch dies Bestandteil eines späteren Bodengutachtens werden. Dies betrifft zum Beispiel ehemalige Gewerbeflächen. Hier wäre die Verkäuferseite aber unbedingt vor Vertragsabschluss zuständig gewesen.

Wir haben ein altes Anwesen auf dem Land erworben. Die Nachbarn meinten, wir hätten eigentlich sogar mehr Land als angegeben. Was tun?

Wenn die alten Pläne dazu keine genaue Auskunft mehr bieten, benötigen Sie einen öffentlich bestellten Vermesser, der die Grenzen Ihres Anwesens, aber auch bei Bedarf die Quadratmeterzahl Ihrer Gebäude erfassen kann. Beabsichtigen Sie zu bauen, benötigen Sie ebenfalls einen von ihm erstellten amtlichen Lageplan.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare