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Die Analyse kann Jahre dauern

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Aufnahmen einer Unterwasserdrohne zeigen das Ausmaß der Beschädigung von Nord Stream 1. Von Jens Mattern.

Ein tief eingeschnittener Graben auf dem Ostseegrund ist zu sehen, dort wo einmal die Gasleitung verlief. Die schwedische Zeitung „Expressen“ zeigte am Dienstag Unterwasseraufnahmen von der Stelle an der die Pipeline Nord Stream 1 verlief. Mindestens 50 Meter Rohr fehlt durch den Sprengstoffanschlag, der Ende September in 80 Meter Tiefe nahe der Insel Bornholm stattfand. Die Bilder, die eine Unterwasserdrohne aufgenommen hat, zeigen auch massiv deformiertes Metall der Pipeline. Die Bilder waren in Kooperation mit der norwegischen Firma „Blueye Robotics“ entstanden.

Am 26. September kam es zu Explosionen bei den Erdgasleitungen Nord Stream 1 und 2, die in der dänischen und schwedischen Wirtschaftszone der Ostsee zu vier Lecks führten.

Seit zwei Wochen kann der Ort der Sabotage von kommerziellen Tauchern offiziell besucht werden. Die schwedischen Behörden wollen die aktuellen Aufnahmen nicht kommentieren. Das Land gab am 6. Oktober allerdings bereits bekannt, dass die Untersuchungen an der Gasleitung auf Sabotage hindeuten. In dem skandinavischen Land ist der Inlandsgeheimdienst „Säpo“ offiziell für die Untersuchung zuständig.

Im günstigsten Fall kann aufgrund chemischer Spuren der Typ des Sprengstoffs und eventuell noch seine Herkunft festgestellt werden, so Hans Liwång, Dozent der schwedischen Verteidigungshochschule in Stockholm. Die Analyse könne jedoch Jahre dauern. Nach Angaben von Jacob Kaarsbo, ehemaliger Chefanalyst des dänischen Militärgeheimdiensts, weisen die Aufnahmen darauf hin, dass die Sprengung von außen umgesetzt wurde. Er hat eine Vermutung, die vom Westen geteilt wird: „Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um Russland handelt. Der Anschlag wurde mit einer Gewalt durchgeführt, die nicht jeder einfach umsetzen kann.“

Nach Angaben des dänischen Fernsehens TV2 hätten vermutlich die Behörden Deutschlands, Dänemarks und Schwedens die Lecks bereits dokumentiert. Die drei Länder wollten anfänglich die Lecks gemeinsam untersuchen, nun teilte die Bundesregierung am Dienstag offiziell mit, dass jedes Land für sich die Ursachen der Lecks untersuche. Die scheidende schwedische Regierungsministerin Magdalena Andersson hat in der vergangenen Woche die Anträge Russlands, Einsicht in die schwedischen Untersuchungen zu bekommen, abgelehnt.

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