Männer arbeiten am Rumpf eines Kreuzfahrtschiffes.
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Männer arbeiten am Rumpf eines Kreuzfahrtschiffes.

Werften

Deutscher Schiffbau in Not

Gewerkschaft fordert: Staat soll helfen.

Der Schiffbau in Deutschland steht vor einer schweren Krise, die er ohne staatliche Hilfen nicht überstehen kann. Das ist die Ansicht der IG Metall Küste und des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Die IG Metall warnte am Donnerstag vor einem Kahlschlag auf deutschen Werften und forderte ein Konjunkturprogramm für den Schiffbau. „Dabei müssen moderne, emissionsarme Technologien im Vordergrund stehen“, sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich bei einer Video-Konferenz. Es gehe um Tausende Industriearbeitsplätze in einer Branche mit einer langfristig guten Perspektive.

Insgesamt beschäftige der hiesige Schiffbau mehr als 100 000 Menschen, die meisten davon in der Zulieferindustrie. Der Verband VSM geht in der Zulieferindustrie von weitaus höheren Zahlen aus und sieht sogar 200 000 Arbeitsplätze in der Branche. Eine Studie im Auftrag der IG Metall Küste kam im vergangenen Jahr auf einen Zuwachs an Beschäftigung von mehr als elf Prozent.

Die gute Entwicklung mit steigenden Aufträgen und Umsätzen war vor allem auf einen Strategiewechsel des deutschen Schiffbaus nach der Finanzkrise zurückzuführen. Die Werften überließen das Massengeschäft mit großen Containerschiffen, Tankern und Bulkern endgültig den Werften in Korea, China und Japan und konzentrierten sich stattdessen auf den High-Tech-Schiffbau.

Aus Deutschland kommen Kreuzfahrtschiffe und Luxusjachten, Fähren und aufwendige Spezialanfertigungen. Der Markt für Passagierschiffe boomte zuletzt, doch auch hier bringt die asiatische Konkurrenz den europäischen Anbietern zunehmend Konkurrenz – mit Preisdruck und staatlicher Schützenhilfe. Nun ist der Markt innerhalb weniger Wochen zusammengebrochen.

„Bis 2027 sollten fast 200 Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, davon viele in Europa“, sagte Gewerkschafter Friedrich. „Die brauchen die Reeder jetzt erstmal nicht mehr.“ Die Kreuzfahrtbranche liegt in der Corona-Krise komplett brach. In Deutschland bedeutet das Kurzarbeit auf den Werften in Stralsund, Wismar, Schwerin und Papenburg, die derzeit stillstehen. (dpa)

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