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Deutsche Post: Zahl der Beschwerden ungewöhnlich hoch

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Die Anzahl der Beschwerden über die Deutsche Post steigt deutlich. Bereits im Sommer hatte es Probleme beim Unternehmen gegeben.

Frankfurt - Immer mehr verärgerte Bürger:innen wenden sich an die Bundesnetzagentur. Der Grund: Ihre Briefe kämen nur verspätet oder gar nicht an. Im September seien knapp 5000 Beschwerden über die Deutsche Post eingegangen. Das teilte die Bonner Behörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Insgesamt habe es im dritten Jahresquartal 11.500 Post-Beschwerden gegeben.

Die Zahl ist ungewöhnlich hoch, wie ein Vergleich mit früheren, längeren Zeiträumen zeigt: Im ersten Halbjahr 2022 waren es rund 8900 Beschwerden und im ganzen Vorjahr 15.100. Bei den Beschwerden in diesem Sommer ging es in den allermeisten Fällen um Briefe und nur in eher wenigen Fällen um Pakete. Der Missstand war aus Sicht der Bundesnetzagentur so eklatant, dass die Behörde im September zwölf Prüfungen einleitete. Diese betrafen alle den Briefbereich und keine den Paketbereich.

Deutsche Post: Bundesnetzagentur leitet Prüfunge ein

Im August hatte die Bundesnetzagentur bereits 14 solcher Prüfungen eingeleitet, 13 zu Briefen und eine zu Paketen. Bei besagten Prüfungen handelt es sich letztlich nur um eine schriftliche Ermahnung. Sanktionen kann die Regulierungsbehörde nicht verhängen, ein echtes Druckmittel gibt es hierbei nicht.

Deutsche Post: Zahl der Beschwerden steigt deutlich (Symbolfoto).
Deutsche Post: Zahl der Beschwerden steigt deutlich (Symbolfoto). © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Beschwerdemöglichkeit der Verbraucher:innen bezieht sich auf die gesamte Post- und Paketbranche im Inland. Daher kann sich die Kritik nicht nur auf die Deutsche Post beziehen, sondern auch auf deren Wettbewerber. Aber: Da es in diesem Sommer hauptsächlich Beschwerden über Briefe gab – und nicht über Paket-Lieferungen – liegt es nahe, dass sich die allermeisten Beschwerden gegen die Deutsche Post richtigen, schreibt tagesschau.de. Die Deutsche Post besitze im deutschen Briefsegment einen Marktanteil von rund 85 Prozent.

Der Bonner Konzern hatte Mitte September von „Unregelmäßigkeit bei der Zustellung“ in den Sommermonaten Juli und August gesprochen. Als Ursachen nannte das Unternehmen einen hohen Krankenstand durch Corona-Fälle und den Fachkräftemangel. Im September sei die betriebliche Lage aber „wieder stabil“ gewesen, wie eine Firmensprecherin damals sagte. Die nun vorliegenden Beschwerdezahlen im September lassen vermuten, dass die Probleme bei der Briefbeförderung nicht behoben sind. (Jan Wendt)

Im Jahr 2022 hatte die Deutsche Post die Preise für Briefsendungen erhöht.

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