Pandemie-Folgen

Deutsche Firmen in China leiden

Umfrage der Handelskammer: Beschränkungen der Reisemöglichkeiten und Probleme mit Geldströmen belasten.

Auswirkungen der Corona-Krise ziehen sich für deutsche Unternehmen in China länger hin als erwartet. „Die Rückkehr des Geschäfts auf Vor-Krisen-Niveau wird sich voraussichtlich auf nächstes Jahr verschieben“, sagte Ulf Reinhardt von der deutschen Handelskammer in China am Mittwoch bei der Vorlage der jüngsten Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen in Peking. Während fast drei Viertel eine Erholung der Produktionsfähigkeiten sehen, ist die Unsicherheit weiter groß, vor allem was Nachfrage und Absatz angeht.

„Jedes zweite befragte deutsche Unternehmen in China erwartet 2020 einen zweistelligen Rückgang im Absatz“, sagte Reinhardt. „Eine beunruhigende Zahl.“ Zu den drei größten Herausforderungen zählten die Beschränkungen der Reisemöglichkeiten nach China und Probleme mit den Geldströmen. Als zweitgrößte Volkswirtschaft spielt China nach Ansicht der Handelskammer eine Schlüsselrolle für eine Erholung der Weltwirtschaft. Die deutschen Unternehmer suchten aber mehr Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen in China.

In China waren Anfang Dezember die ersten Infektionen mit dem Coronavirus entdeckt worden. Seit März hat das Land das Virus gleichwohl weitgehend in den Griff bekommen, während sich die Pandemie in anderen Ländern stark ausbreitet. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und des Handelskrieges der USA mit China sorgen sich die deutschen Unternehmen auch wegen Tendenzen hin zu einer Entkoppelung der Volkswirtschaften und den Auswirkungen auf globale Lieferketten.

Dass China wegen der Pandemie die Grenzen für Ausländer praktisch dicht gemacht hat, plagt 89 Prozent. Um Chinas Reisebeschränkungen abzubauen, fordern die Unternehmen einheitliche Tests und Quarantänevorschriften, die auf Gegenseitigkeit beruhen sollten. „Für erfolgreiche Investitionen müssen ausländische Experten hierher kommen“, sagte Clas Neumann von der Kammer. (dpa)

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