Konjunktur

Deutsche Firmen exportieren weniger

Die Ausfuhren sinken im August um 0,1 Prozent. Ökonom Volker Treier zeigt sich pessimistisch und glaubt: Das Wirtschaftswachstum fällt wohl schwach aus.

Der deutsche Export hat erneut an Fahrt verloren. Die Firmen lieferten im August 0,1 Prozent weniger ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Der Export dümpelt vor sich hin“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier und fügte mit Blick auf den Zollstreit zwischen USA und China hinzu: „Und das dicke Ende kommt wohl erst noch.“ 

Nach den zuletzt auch schwachen Produktionsdaten äußerte sich Deka-Bank-Experte Andreas Scheuer ähnlich skeptisch: „Es läuft derzeit nicht rund für die deutsche Konjunktur.“ Im abgelaufenen dritten Quartal dürfte die Wirtschaft wohl nur noch um 0,1 Prozent zugelegt haben, nach 0,5 Prozent im Frühjahr. 

Der Handelskonflikt zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften China und USA dürfte in den nächsten zwölf Monaten auch in Deutschland Spuren hinterlassen, sagte Experte Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. „Wir sind viel zu vernetzt in der Weltwirtschaft, gerade auch mit diesen beiden Ländern, als dass wir uns davon frei machen können.“ Dies belaste den Außenhandel. „Unsere Exportprognose ist nicht mehr zu halten.“ Man überarbeite die Schätzung. Bisher hatte der DIHK für Waren und Dienstleistungen ein Plus von fünf Prozent im laufenden Jahr erwartet.

Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) senkte am Dienstag wie schon andere Institute zuvor seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 1,9 und 2019 um zwei Prozent zulegen, sagten die Düsseldorfer Forscher voraus. Bislang waren sie von je 2,1 Prozent ausgegangen. 

Im kommenden Jahr könnten die deutsche, aber auch die internationale Wirtschaft weitere Schwierigkeiten erwarten. Dann wird Großbritannien voraussichtlich aus der Europäischen Union austreten. Noch immer wurde keine Vereinbarung gefunden, die die künftige Beziehung der Insel zum Festland regelt. Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft warnte am Dienstag vor den Folgen eines harten Brexit. Sollten die Briten die Staatengemeinschaft ohne Freihandelsabkommen verlassen, würden auf die hiesigen Firmen Zölle von mehr als drei Milliarden Euro jährlich zukommen. Besonders die Autoindustrie dürfte leiden: Auf sie würden rund 60 Prozent der deutschen Mehrkosten entfallen. Auf lange Sicht dürfte die Wirtschaft jedoch reagieren, also etwa die Preise anheben und Warenströme verlagern. (rtr

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