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Steht trotz allen Unkenrufen noch: die Deutschen Bank.
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Steht trotz allen Unkenrufen noch: die Deutschen Bank.

Banken

Deutsche Bank wird zum Spielball der Zocker

  • VonStephan Kaufmann
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Anleger reagieren nervös auf Nachrichten bei der Deutschen Bank. Der Aktienkurs stürzt zeitweise um neun Prozent ab, kurz darauf steigt er wieder stark.

Die Deutsche Bank bleibt im Visier der Spekulanten. Am Freitag stürzte ihr Aktienkurs abermals ab und erreichte ein Rekordtief. Anlass war ein Bericht, einige Hedgefonds hätten Geschäfte mit der Deutschen Bank reduziert und Gelder abgezogen. Konzernchef John Cryan mahnte daraufhin die Mitarbeiter in einem Brief zur Ruhe. „Wir sind und bleiben eine starke Deutsche Bank“, schrieb er. Allerdings sehe er „Kräfte am Markt, die das Vertrauen in das Institut schwächen wollen“.

Die Deutsche Bank macht derzeit die Märkte nervös. Deutschlands größtes Geldhaus ist angeschlagen. Zum einen drückt das niedrige Zinsniveau die Erträge. Zudem droht eine Strafzahlung an die US-Behörden über 14 Milliarden Dollar für unsaubere Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise. Gerüchte gehen um, die Bank müsse unter Umständen vom deutschen Staat vor der Pleite bewahrt werden.

In diese Situation fiel am Donnerstagabend die Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, etwa zehn Hedgefonds hätten Vermögenswerte aus der Deutschen Bank abgezogen. Diese Fonds nutzen die Deutsche Bank als Abwicklungs- und Verrechnungsstelle für Derivate-Geschäfte. Abwicklungshäuser stehen zwischen Käufern und Verkäufern von Derivaten (Wetten auf die Entwicklung von Zinsen, Wertpapieren oder Gütern) und springen ein, falls einer der Handelspartner ausfällt. Dafür müssen beide bei der Abwicklungsstelle Sicherheiten hinterlegen.

Im Gefolge der Nachricht brach der Aktienkurs der Deutschen Bank ein. Am Freitagmorgen verlor das Papier an der Frankfurter Börse bis zu neun Prozent und sackte zwischenzeitlich erstmals unter die Marke von zehn Euro.

Gute Nachrichten aus den USA

Wenig später zog der Kurs wieder an. Der Grund dafür waren Berichte, die Bank habe eine deutliche Absenkung ihrer Strafzahlung in den USA erreicht. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus mit dem Dossier vertrauten Kreisen erfuhr, soll die Summe von 14 Milliarden Dollar auf 5,4 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) herabgesetzt werden. Dies habe die Bank in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium erreicht.

Das Management der Bank sah sich genötigt, die Nerven zu beruhigen. „Wir registrieren jede Woche Zu- und Abflüsse“, sagte Barry Bausano, zuständig für das Hedgefonds-Geschäft der Bank, „diese Woche ist es nicht anders“. Die große Mehrheit der 200 Kunden im Derivate-Clearing habe ihre Positionen nicht verändert. Die Bank verwies in einer Stellungnahme auf ihre umfangreiche Liquiditätsreserve von über 200 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Hedgefonds haben insgesamt nur 33 Milliarden Euro in der Bank. „Ohne Frage haben wir ein Problem der Wahrnehmung“, kommentierte Bausano die Marktturbulenzen.

Cryan beruhigt Mitarbeiter

Deutsche-Bank-Chef Cryan rief die Mitarbeiter des Instituts dazu auf, trotz der Marktturbulenzen Ruhe zu bewahren. „Unsere Bank ist Gegenstand heftiger Spekulationen geworden, immer neue Gerüchte führen dazu, dass unser Aktienkurs inzwischen heftigen Ausschlägen unterliegt“, so Cryan in einem Brief an die rund 100 000 Beschäftigten. „Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst.“

Die Deutsche Bank verfüge über ein starkes Fundament, erklärte Cryan. „Wir erfüllen alle aktuellen Eigenkapitalanforderungen und sind bei unserem Umbau im Plan.“ Die Markt- und Kreditrisiken seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden. „Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute.“ Auch die Ungewissheit über den Ausgang des Rechtsverfahrens in den USA sei kein Grund für diesen Druck auf den Aktienkurs, so Cryan. Andere Banken hätten in der Vergangenheit angedrohte Strafzahlungen in Verhandlungen mit den US-Behörden deutlich verringern können. Die Bank rechnet daher damit, dass auch ihr das gelingen wird. (mit rtr/afp)

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