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Ein Lichtblick in der Krise für das angeschlagene Geldhaus.
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Ein Lichtblick in der Krise für das angeschlagene Geldhaus.

Hoffnungsschimmer

Deutsche Bank überrascht mit Gewinn

Mitten in einer kräftezehrenden Vertrauenskrise weist die Deutsche Bank einen Gewinn von rund 280 Millionen Euro aus. Analysten hatten mit einem herben Rückschlag gerechnet, doch das anziehende Handelsgeschäft hilft dem Institut.

Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal trotz ihres Umbaus und diverser Rechtsstreitigkeiten überraschend einen Gewinn eingefahren. Unter dem Strich verdiente Deutschlands größtes Geldhaus 278 Millionen Euro, während Analysten einen Verlust von 600 Millionen Euro erwartet hatten. Vorstandschef John Cryan verwies am Donnerstag auf das starke Tagesgeschäft, vor allem der wichtige Wertpapierhandel ist über die Sommermonate wieder in Schwung gekommen.

Cryan räumte aber auch ein, dass der weiter schwelende US-Hypothekenstreit die Bank lähmt: "Das hat zu Unsicherheit geführt. Die Bank arbeitet hart daran, diese Angelegenheit so bald als möglich abzuschließen." Das Vertrauen der Kunden hat bereits gelitten: In der institutionellen und privaten Vermögensverwaltung zogen sie zuletzt Milliarden ab.

Bei den leidgeprüften Anlegern sorgte der Zwischenbericht zunächst für Erleichterung. Vorbörslich zog die Deutsche-Bank-Aktie um drei Prozent an. Vor einem Jahr hatte noch ein Verlust von sechs Milliarden Euro zu Buche gestanden, weil Cryan damals als erste Amtshandlung Abschreibungen auf zentrale Geschäftsbereiche durchdrückte. Seither baut er den Konzern um, weltweit rund 9000 Stellen ab und versucht zudem, den riesigen Berg an Rechtsstreitigkeiten abzutragen.

Milliardenstrafe bleibt Damoklesschwert

Der Streit mit dem US-Justizministerium über den Verkauf fauler Hypothekenpapiere vor der Finanzkrise ist einer der größten Brocken. Hier steht eine Strafe von 14 Milliarden Dollar im Raum, die die Bank noch deutlich herunterhandeln will. Die Chancen stehen offenbar nicht schlecht, denn die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten stockte das Institut im Quartal nur um 400 Millionen Euro auf nunmehr 5,9 Milliarden Euro auf. Auch hier hatten Analysten Schlimmeres erwartet.

Vor Steuern verdiente die Deutsche Bank im abgelaufenen Quartal 619 Millionen Euro, gut die Hälfte davon entfiel auf den wichtigen Wertpapierhandel. Schon die großen US-Rivalen hatten hier starke Zahlen vorgelegt, weil die Volatilität an den Märkten nach dem Brexit-Votum hoch war - was den Investmentbanken die Kasse füllt. Die Erträge stiegen im Konzern leicht an, obwohl die Niedrigzinsen weiter eine Belastung für die gesamte Finanzbranche sind.

Sparkurs und Arbeitsplatzabbau

Trotz der leichten bilanziellen Erholung hat Deutsche Bank-Chef Cryan die Mitarbeiter auf eine Verschärfung des eingeschlagenen Sparkurses eingestimmt. "Leider müssen wir davon ausgehen, dass die Lage noch eine Weile schwierig bleibt", schrieb Cryan am Donnerstag in einem Brief an die Beschäftigten. "Wir werden deshalb unseren Umbau beschleunigen und noch verstärken müssen, wie wir es ja zum Halbjahr schon angedeutet haben."

Bisher will der deutsche Branchenprimus im eigenen Haus unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze streichen, 4000 davon in Deutschland. Bis Ende 2017 sollen etwa 200 der 700 Filialen geschlossen werden.

(rtr/dpa/gna)

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