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In London (Bild) und New York werden die Investmentbanker wohl schon bald gehen.

Deutsche Bank

Der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing macht Tempo beim Neustart 

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Konzernbetriebsratschef Frank Schulze schätzt, dass in Deutschland 6000 bis 10.000 Stellen wegfallen könnten.

Der am Wochenende angekündigte drastische Abbau von 18.000 Vollzeitstellen bei der Deutschen Bank bis 2022 ist bereits angelaufen. „In den Geschäftsbereichen, in denen wir uns zurückziehen, haben wir mit dem Prozess heute morgen begonnen“, sagte Vorstandschef Christian Sewing am Montag in einer Telefonkonferenz. „Das betrifft nicht nur Asien, sondern auch andere Regionen.“ Gehen müssen Investmentbanker offenbar auch in London und New York. Ihre Verträge sind so gestaltet, dass sie zwar gut verdienen, dafür aber auch von einem auf den anderen Tag bei vereinbarter Abfindung mit ihrer Kündigung rechnen müssen.

Einzelheiten des „schmerzlichen Teils“ des Umbaus nannte Sewing auch am Montag nicht. „Wir werden dies heute nicht mit Details für einzelne Regionen bekanntgeben. Wir sprechen zuerst mit unseren Beschäftigten.“

Damit bleibt unklar, wie viele der 18.000 Stellen wo und wann wegfallen. Offen ist auch, ob in Deutschland Filialen geschlossen werden. Konzernbetriebsratschef Frank Schulze schätzte in einer ARD-Sendung, dass hierzulande 6000 bis 10.000 Stellen wegfallen könnten. In seiner Schätzung ist aber der schon vereinbarte Abbau von 2000 Stellen im Zusammenhang mit der Integration der Postbank enthalten, so dass sich der neue Einschnitt auf 4000 bis 8000 Stellen belaufen könnte. Unklar ist auch, ob die Bank beim Abbau jeder fünften Stelle auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.

Christian Sewing geht nicht auf Details ein

Auch in einer Nachricht an die Beschäftigten geht Sewing nicht auf Details ein. Er bedauere die harten Einschnitte. „Im Sinne unserer Bank haben wir aber keine andere Wahl. Meine Kollegen und ich wissen, dass dahinter Menschen und Schicksale stehen. Auch deshalb werden wir alles dafür tun, die Einschnitte so verantwortungsbewusst wie möglich umsetzen.“ In einem nächsten Schritt würden die Pläne den Arbeitnehmervertretern vorgestellt und mit diesen beraten.

Während die Aktionäre für 2019 und 2020 auf eine Dividende verzichten müssen, weil die Bank in diesem Jahr wieder rote Zahlen schreiben wird – allein im zweiten Quartal wird ein Verlust von 2,8 Milliarden Euro anfallen – und 2020 allenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen kann, sollen nach wie vor Boni ausgeschüttet werden. „Wir werden unsere Beschäftigten leistungsgerecht vergüten“, sagt Sewing.

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Für 2018 hatte die Bank bei einem Gewinn von 341 Millionen Euro knapp zwei Milliarden Euro an Boni gezahlt, während den Aktionären insgesamt nur rund 230 Millionen Euro zugestanden wurden. Dies war auf Hauptversammlung im Mai von Aktionärsvertretern kritisiert worden.

Sewing verspricht jetzt, dass den Anteilseignern ab 2022 über Aktienrückkäufe und Dividenden insgesamt fünf Milliarden Euro zufließen würden. Ob der neunköpfige Vorstand selbst zu Gehaltseinschnitten bereit ist, blieb offen. 2018 hatten sich die Bezüge des Top-Managements auf 56 Millionen Euro nahezu verdoppelt.

Christian Sewing ist vom Umschwung überzeugt

Analysten begrüßen zwar den radikalen Umbau der Bank. Es sei die richtige Medizin, so der Tenor, sie hätte aber ein paar Jahre früher genommen werden müssen. Unklar seien aber weiter die Wachstumspläne der Bank. An der Börse war von Begeisterung wenig zu spüren. Zwar stieg der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie am Montag zunächst um rund 3,5 Prozent, rutschte am Nachmittag aber wieder ins Minus.

Sewing selbst zeigt sich überzeugt, dass jetzt endlich der Umschwung eingeleitet worden sei. Er räumt ein, dass die Strategie der Bank falsch war. „Wir haben versucht, überall mitzumischen und überall gleichzeitig. Das hat uns überfordert.“ Deshalb kappt das Institut unter anderem das Investmentbanking und verabschiedet sich aus dem Aktienhandel für große Institutionen wie Versicherungen und Pensionskassen. Privatkundenkönnen weiter über die Bank Aktien handeln.

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