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Bei der Deutschen Bank gerät einiges in Bewegung: Bis 2020 will der Konzern zusätzlich zum bereits beschlossenen Sparprogramm weitere 3,5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen.
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Bei der Deutschen Bank gerät einiges in Bewegung: Bis 2020 will der Konzern zusätzlich zum bereits beschlossenen Sparprogramm weitere 3,5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

Milliarden-Einsparungen

Deutsche Bank plant harten Sparkurs

Die Deutsche Bank will bis 2020 pro Jahr um 3,5 Milliarden Euro mehr einsparen als bisher. Dazu sollen unter anderem bis zu 200 Filialen geschlossen werden. Konkrete Zahlen zu einen Stellenabbau nennen die Vorstände allerdings nicht.

Die neue Strategie der Deutschen Bank heißt Schrumpfen und Sparen. Die Tochter Postbank soll bis Ende 2016 an die Börse gebracht, das verbleibende "blaue" Filialnetz massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen lassen sich den Konzernumbau bis 2020 etwa 3,7 Milliarden Euro kosten. Das Renditeziel schraubten sie herunter. Deutschlands größtes Geldhaus bleibe eine Universalbank, betonten sie am Montag. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen."

Die Entscheidung über die neue Strategie war mit Spannung erwartet worden. Das Institut ächzt unter immer höheren Regulierungskosten, die im Branchenvergleich mageren Gewinne reichen den Investoren nicht mehr. Viele hatten deshalb auf den großen Wurf gehofft - eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts, womit sich das Geldhaus in eine Filialbank und eine Investmentbank zerlegt hätte. Doch der Aufsichtsrat hatte sich am späten Freitagabend für die "kleine" Lösung entschieden - nur die Postbank wird verkauft.

Bis zu 200 Filialen weniger

Von den restlichen rund 700 "blauen" Filialen der Deutschen Bank auf dem Heimatmarkt sollen nun bis zum Jahr 2017 bis zu 200 Niederlassungen geschlossen werden, wie die Bank ankündigte. Sie bestätigte damit Reuters-Informationen aus Finanzkreisen.

Einen Verkauf der Postbank an einen Konkurrenten statt eines Börsengangs schließt die Deutsche Bank nicht aus. Die geplante Rückkehr an die Börse bis Ende 2016 sei aber nach derzeitiger Einschätzung "der sicherste Weg", sagte der für den Umbau des Instituts zuständige Vorstand Stefan Krause am Montag vor Analysten.

Krause stellte klar, dass die Deutsche Bank sich über die Zeit komplett von der Postbank trennen wolle. Eine reine Finanzbeteiligung zu behalten, sei nicht sinnvoll. Beteiligungen an Unternehmen aus der Finanzbranche belasten die Kapitaldecke. Im ersten Schritt will sich die Deutsche Bank bei der Postbank auf eine Minderheitsposition zurückziehen.

Rückzug aus einigen Auslandsmärkten

Aus sieben bis zehn Ländern will sich die Bank ganz oder teilweise zurückziehen. Die Präsenz in fünf weiteren europäischen Märkten soll erhalten bleiben. Die Investmentbank soll sich noch stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, die Bilanz der Sparte soll um etwa 200 Milliarden Euro reduziert werden. Der Rohstoffhandel und bestimmte Derivategeschäfte werden aufgegeben. Zum Thema Stellenabbau hielt sich das Institut weiter bedeckt.

Mit der "Strategie 2020" erhoffen sich Jain und Fitschen zusätzlich zum laufenden Sparprogramm jährliche Kosteneinsparungen von 3,5 Milliarden Euro. Den Anlegern versprachen sie, künftig mindestens 50 Prozent in Form von Dividenden und möglicherweise Aktienrückkäufen auszuschütten. Börsianer nahmen die Nachrichten positiv auf. Die Deutsche-Bank-Aktie notierte vorbörslich 2,6 Prozent im Plus.

Das Führungsduo der Deutschen Bank kassierte das bisherige Renditeziel: Angepeilt werden jetzt nur noch mehr als zehn Prozent nach Steuern, bislang waren es zwölf Prozent - diese Marke wurde aber nie erreicht. (dak/afp/rtr)

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