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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Quartalszahlen

Deutsche Bank macht überraschend Gewinn

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Im Vergleich zum Vorjahr bricht der Gewinn im ersten Quartal um mehr als die Hälfte ein, Analysten hatten jedoch mit einem größeren Verlust gerechnet. Von Euphorie ist die Führung der Bank trotz der überraschend guten Zahlen weit entfernt.

Nach vielen Rückschlägen kann Deutsche Bank-Chef John Cryan erste Erfolge präsentieren. Anders als befürchtet hat das größte Geldhaus des Landes in den ersten drei Monaten des Jahres keinen Verlust gemacht. Zwar sackte der Überschuss um mehr als die Hälfte auf 236 Millionen Euro ab. Doch Analysten hatten dem Institut einen Fehlbetrag von 300 Millionen Euro prognostiziert. Entsprechend legte der Aktienkurs am Donnerstag gegen den Markttrend zu, nachdem er sich lange deutlich schlechter als die Börse insgesamt entwickelt hatte.

Der für seine Nüchternheit bekannte Cryan bemühte sich sofort, keine zu hohen Erwartungen für 2016 aufkommen zu lassen. „Es ist noch unklar, ob wir am Ende einen kleinen Gewinn oder einen Verlust ausweisen“, sagte der Brite den Analysten. Auch in seinem schriftlichen Zwischenbericht gibt sich der Konzern bescheiden und betont, dass er noch keine Wende zum Besseren sieht. In der Tat ergibt sich aus den Zahlen ein gemischtes Bild. Vorangekommen ist die Deutsche Bank vor allem bei den Kosten. Sie drückte die teuren Bonuszahlungen. Und die Rechtsstreitigkeiten belasten weniger. Hier fiel die Vorsorge in den ersten drei Monaten um 1,4 Milliarden Euro geringer aus als zwölf Monate zuvor. Aktuell drücken vor allem die Ermittlungen wegen angeblicher Geldwäsche in Russland und der Streit um Hypotheken in den USA. Von beiden Altlasten will Cryan die Deutsche Bank 2016 befreien. Das dürfte erneut teuer werden, soll aber weniger kosten als die 5,2 Milliarden Euro, die im Vorjahr für ähnliche Vorgänge anfielen.

Spürbare Einbußen zeigen sich bei den Einnahmen. Wie viele Konkurrenten bekam auch die Deutsche Bank die Turbulenzen an den Börsen zu spüren. „Deshalb hielten sich die Kunden an den Kapitalmärkten zurück“, berichtete Cryan. „Unsere Erträge waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, vor allem im Wertpapierhandel und bei den Unternehmensfinanzierungen.“ Cryan erklärte dies auch damit, dass sich die Bank ganz oder teilweise aus Ländern und Geschäften zurückgezogen habe. Abwärts ging es nicht nur in den finanzmarktnahen Geschäftsfeldern, sondern in allen Sparten – mit einer bemerkenswerten Ausnahme: der Postbank. Gerade sie aber will Cryan abstoßen, durch einen Verkauf oder einen Börsengang.

Das Geld braucht er auch, um das nötige Finanzpolster aufzustocken. Die Kernkapitalquote fiel von Januar bis März von 11,1 Prozent auf 10,7 Prozent – damit kann die Bank im Vergleich zu ihrem Geschäftsvolumen weniger Sicherheiten vorweisen. Finanzvorstand Marcus Schenck will diese Quote im Laufe des Jahres wieder auf elf Prozent anheben. Helfen soll dabei der Verkauf der Beteiligung an der Hua Xia Bank in China. Davon erhofft sich Schenck einen Milliardenerlös.

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