Die Deutsche Bank hat im Geschäftsjahr 2014 deutlich mehr Gewinn gemacht.
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Die Deutsche Bank hat im Geschäftsjahr 2014 deutlich mehr Gewinn gemacht.

Deutsche Bank

Deutsche Bank macht Milliardengewinn

Die Deutsche Bank kann ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2014 deutlich steigern und macht überraschend einen Milliardengewinn. Anshu Jain und Jürgen Fitschen empfinden die Ergebnisse als "ermutigend". Im zweiten Quartal 2015 will man eine neue Stratgie vorstellen.

Anders als erwartet hat die Deutsche Bank ihren Gewinn im Jahr 2014 deutlich gesteigert. Er kletterte im Vergleich zum Vorjahr um rund eine Milliarde auf knapp 1,7 Milliarden Euro, wie der deutsche Branchenprimus am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Ein Grund dafür war, dass die Bank für Rechtsstreitigkeiten weniger Geld zur Seite legen musste als zuvor.

Seit dem Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank von Josef Ackermann zur Co-Spitze um Anshu Jain und Jürgen Fitschen waren die Jahresergebnisse stark von Altlasten beeinträchtigt worden und relativ schwach ausgefallen. 2012 lag der Gewinn der Bank bei 316 Millionen Euro und 2013 bei 681 Millionen.

Auch die Ergebnisse des vierten Quartals 2014 überraschten viele Beobachter: Während die Deutsche Bank im letzten Quartal 2013 noch einen immensen Verlust von rund 1,2 Milliarden Euro verbucht hatte, nahm sie 2014 dagegen 441 Millionen Euro ein.

"Ja, es gab deutliche Fortschritte", sagte Fitschen am Donnerstag in Frankfurt am Main. Zusammen mit Jain bezeichnete er die Ergebnisse als "ermutigend". Allerdings habe die Bank noch keine "ausreichenden Fortschritte bei der Reduzierung der Kosten" erreicht, deshalb "arbeiten wir mit Nachdruck an einer neuen Strategie", sagte Fitschen.

Wie die neue Ausrichtung aussehen soll, kommentierten weder Jain noch Fitschen. Die Bank werde sie erst im zweiten Quartal 2015 vorstellen. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, ob die Deutsche Bank die Postbank abstoßen könnte.

Für Rechtsstreitigkeiten hatte das Geldhaus in den vergangenen Jahren und Monaten insgesamt über drei Milliarden Euro zurückgelegt. Laut Finanzvorstand Stefan Krause hoffte die Deutsche Bank, schon 2014 einen Großteil der Streitigkeiten beenden zu können. Doch dies sei nicht der Fall gewesen. Krause rechnet damit, dass auch in Zukunft die Rechtskosten "hoch" blieben. Derzeit hat die Bank laut Krause noch über 6000 offene Verfahren.

Während die Bank in ihrem Kerngeschäft, dem Investmentbanking, ein nach den Worten Jains "solides Ergebnis" erzielte, entwickelte sich das Privatkundengeschäft rückläufig. Grund dafür sei ein Urteil des Bundesgerichtshof (BGH), wie Jain erklärte. Der BGH hatte im Oktober geurteilt, dass Kunden unzulässig erhobene Bearbeitungsgebühren für Kredite zurückfordern dürfen, die ab 2004 geschlossen wurden.

Anleger reagierten positiv auf die Zahlen der Deutschen Bank. Nach Handelsbeginn stieg der Aktienkurs um 4,5 Prozent. Bis zum Mittag entwickelte sich der Kurs leicht zurück, notierte aber immer noch mit 2,7 Prozent im Plus. (afp)

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