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Geschäft rollt: Bahnchef Rüdiger Grube auf der Halbjahrespressekonferenz in Berlin.
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Geschäft rollt: Bahnchef Rüdiger Grube auf der Halbjahrespressekonferenz in Berlin.

Nach Würzburg

Deutsche Bahn will mehr Sicherheitskräfte

  • VonPeter Berger
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Die Deutsche Bahn plant rund 500 weitere Sicherheitskräfte einzustellen. Auch technisch sollen die Sicherheitsdienste besser ausgerüstet werden.

Die Deutsche Bahn will als Reaktion auf die jüngsten Gewalttaten in Deutschland in den kommenden Jahren rund 500 zusätzliche Sicherheitskräfte einstellen. „Wir wollen auch deren Ausbildung und Qualifizierung verbessern“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwoch in Berlin. Sie sollen in Zügen und auf Bahnhöfen eingesetzt werden und die Arbeit der Bundespolizei unterstützen. Derzeit sind rund 3700 Bahn-Mitarbeiter und 5000 Bundespolizisten auf den Bahnanlagen im Einsatz. „Selbst ein noch so ausgeklügeltes Sicherheitskonzept wird schreckliche Ereignisse wie in Würzburg, Ansbach und München nicht verhindern können“, sagte Grube. „Wir wollen aber erreichen, dass unsere Bahnhöfe und Züge auch in Zukunft die sichersten Orte bleiben.“

Spätestens Anfang 2017 sollen alle Sicherheitskräfte der Bahn auch zum eigenen Schutz mit so genannten Bodycams ausgerüstet sein. Die Testphase laufe, die Ergebnisse seien zufriedenstellend. Die überwiegende Anzahl von Übergriffen auf Mitarbeiter geht laut Bahn zu Lasten des Sicherheitspersonals. Nur ein Viertel der Zwischenfälle wird von Zugbegleitern gemeldet. 2015 hat die Bahn 1200 Angriffe auf ihr Personal bei der Polizei angezeigt. Weitere 600 Fällen waren intern gemeldet worden.

Zur besseren Abwehr möglicher Terroranschläge hatte die DB zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière Ende 2015 beschlossen, bis 2023 rund 85 Millionen Euro in den Ausbau der Sicherheitstechnik bereitzustellen. Das sind rund 25 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Derzeit sind auf 700 Bahnhöfen in Deutschland rund 5000 Kameras installiert, 27000 in den Zügen des Regionalverkehrs und den S-Bahnen. In diesem Jahr wird neue Videotechnik in Nürnberg, Hannover, Köln und Bremen in Betrieb gehen. Für mehrere Berliner Bahnhöfe, darunter der Hauptbahnhof, für Hamburg, Essen und Düsseldorf beginnen die Planungen.

„Wir begrüßen die Sofortmaßnahme des Bundesinnenministers, die Zahl der Streifen auf den Bahnhöfen und den Flughäfen zu erhöhen“, sagte der Bahnchef. Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei habe sich seit Jahren bewährt. Der Einsatz von mehr Personal in den Zügen sei nicht allein Sache der Bahn. Im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen hänge das von den Verkehrsverträgen ab, die mit den Eisenbahnunternehmen abgeschlossen werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat bereits im April auf einem ÖPNV-Sicherheitskongress in Dortmund gemeinsam mit der DB ein Eckpunkte-Papier beschlossen. Es sieht neben flächendeckender Video-Überwachung in Bussen und Bahnen den Einsatz zusätzlicher Sicherheitsteams im Schienenverkehr vor, die flexibel eingesetzt und zum Teil von Diensthunden begleitet werden. Mittelfristig soll es mehr Begleitpersonal in den Zügen geben. An Umsteigepunkten sollen Mobilstationen eingerichtet werden, die auch als Notrufsäulen zu nutzen sind. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies fordert, dass Video-Aufzeichnungen zwei Wochen lang gespeichert werden, um bei Strafanzeigen, die verzögert gestellt werden, noch Beweismaterial sichern zu können. Bisher müssen die Aufzeichnungen spätestens nach 72 Stunden gelöscht werden.

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