Fernverkehr

Deutsche Bahn: Weniger ICEs ersatzlos ausgefallen

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Im Fernverkehr sind fast um die Hälfte weniger ICEs ausgefallen als noch zu Jahresbeginn

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn sind zuletzt deutlich weniger ICEs ersatzlos ausgefallen als noch zu Jahresbeginn. „Von April bis Juni 2019 fielen im Mittel 0,8 Prozent der ICE-Züge und 0,7 Prozent der IC-Züge pro Tag auf dem gesamten Laufweg ersatzlos aus“, heißt es in der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine FDP-Anfrage, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Die ICE-Ausfälle sind demnach im Vergleich zum Zeitraum Januar bis März „um fast die Hälfte reduziert worden“.

Auf Nachfrage machte eine Bahnsprecherin keine Angaben dazu, wie viele Fernzüge genau im zweiten Quartal ausgefallen sind. Für den Zeitraum Januar bis März hatte der Konzern dagegen sehr wohl Angaben gemacht. Demnach waren im ersten Quartal im Schnitt circa ein Prozent der Fernzüge ersatzlos ausgefallen, was damals etwa 900 von 75. 000 Fahrten entsprach.

FDP-Verkehrsexperte Torsten Herbst sagte, der Rückgang der ersatzlosen Ausfälle von Fernzügen im Vergleich zum ersten Quartal sei begrüßenswert. „Dennoch zeigt die weiterhin viel zu hohe Zahl der Zugausfälle pro Tag, dass die Deutsche Bahn AG von einem grundsätzlichen Durchbruch bei der Zuverlässigkeit noch ein ganzes Stück entfernt ist“, so der Bundestagsabgeordnete. „Die Leidtragenden sind wie immer die Bahnreisenden.“ Für externe Ausfallgründe trage die Bahn zwar keine Schuld: „Wartungsmängel, fehlende Züge und fehlendes Personal liegen aber klar in der Verantwortung des Bahn-Konzerns. Und hier muss die DB in Zukunft deutlich besser werden.“

Zugausfälle und Verspätungen kosten die Bahn regelmäßig Geld. Denn dafür werden Entschädigungszahlungen an die Fahrgäste fällig. Im Jahr 2018 erstattete das Unternehmen rund 54,5 Millionen Euro, 2014 waren es erst 27 Millionen Euro.

Die Zahlungen beziehen sich vor allem auf den Fernverkehr, enthalten aber auch Ersatzzahlungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ ist der „Entschädigungsrekord“ im vergangenen Jahr zum Teil auf die schlechte Pünktlichkeit im Fernverkehr zurückzuführen. 2018 kamen 74,9 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich an, das heißt mit weniger als sechs Minuten Verspätung. 2017 waren 78,5 Prozent der Fernzüge pünktlich, 2016 waren es 78,9 Prozent.

Der Anteil der Störungen durch „höhere Gewalt“ stieg der Antwort der Bundesregierung zufolge auf 13,5 Prozent im Jahr 2018 – nach 11,4 Prozent 2017 und 9,4 Prozent 2016. Zur höheren Gewalt zählt die Bahn laut „FAZ“ nicht nur extremes Wetter, Unfälle und Streik, sondern auch „plötzlich auftretende Fahrzeugmängel“.

Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) forderte in seinem Antwortschreiben auf die FDP-Anfrage Erleichterungen für betroffene Fahrgäste. „Aus Sicht der Bundesregierung ist es notwendig, die praktische Durchsetzung der Fahrgastrechte zu verbessern“, heißt es darin. Fahrgäste sollten es demnach künftig einfacher haben, eine Entschädigung zu beantragen. (mit afp)

Entschädigung

Kunden der Deutschen Bahn sollen einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge ab Ende 2020 bei Verspätungen auch online Geld zurückfordern können. Bislang ist das nur in Papierform möglich.

Die geplante Einführung eines Online-Formulars ist schon länger bekannt. Die Bahn will es ihren Kunden damit einfacher machen, einen Teil des Fahrpreises bei Verspätungen zurückzufordern. Das bisherige Verfahren wird als umständlich kritisiert. (dpa)

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