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Der IC: Bald doppelstöckig
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Der IC: Bald doppelstöckig

Geschäftszahlen

Deutsche Bahn fährt aus der Krise

Nach schwierigen Zeiten ist die Bahn wieder in der Gewinnspur: Alle Geschäftsfelder des Unternehmens schreiben wieder schwarze Zahlen. Jetzt soll vor allem in neue Technik investiert werden.

Von Felix Helbig

Es ist eine Weile her, dass Rüdiger Grube mehr als zwölf Sätze am Stück sagen konnte, ohne diesen Begriff zu verwenden. Nun hat der Bahnchef in Berlin die Konzernbilanz für das vergangene Jahr vorgestellt, da durfte der Begriff erst recht nicht fehlen. Wer an die Bahn dachte im vergangenen Jahr, der dachte schließlich zuallererst an: Stuttgart 21. Rüdiger Grube hat dann am Donnerstag trotzdem gleich mehrere Hundert Sätze gesagt über die Bilanz, über Kundenorientierung, den Fortschritt und die globale Zukunft, erst dann kam er auf den geplanten Tiefbahnhof im Schwäbischen. Er wiederholte kurz die vom Konzern zu Wochenbeginn vereinbarte Sprachregelung über den Baustopp – wonach man alsbald „konstruktiv und vertrauensvoll“ mit der neuen Landesregierung zusammenarbeiten wolle. Auf die Frage, ob es denn Grund gebe zur bilanziellen Vorsorge, falls das Projekt doch noch gestoppt werden müsse, sagte Grube: „Nein.“

Früher aus der Krise als erwartet

Es sollte also endlich mal wieder um etwas anderes gehen an diesem Vormittag im feudalen Ballsaal des Marriott am Potsdamer Platz: um Positives. Und das kann die Bahn ja tatsächlich auch berichten, es hat nur zuletzt niemand so recht danach gefragt. Der Konzern, so Grubes zentrale Botschaft, hat die Wirtschaftskrise besser überstanden als jedes andere Bahnunternehmen auf der Welt. Nach den Umsatzeinbrüchen von 2009 nähert sich das Unternehmen wieder den Zahlen des Vorkrisenjahres 2008: Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn legte der Konzern zweistellig zu. „Wir sind damit deutlich früher als erwartet aus der Krise herausgekommen“, sagte Grube. Der Umsatz der Bahn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 17,3 Prozent auf 34,4 Milliarden Euro, dabei stieg der Nettogewinn um 27,5 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro gegenüber 830 Millionen im Jahr 2009. „Alle Geschäftsfelder schreiben wieder schwarze Zahlen“, sagte Finanzvorstand Richard Lutz.

Noch kundenfreundlicher

Auch wenn beim Gewinn das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht sei, sei der Aufwärtstrend „nachhaltig“. Und das alles, so Grube, trotz der massiven technischen Probleme des vergangenen Jahres, als der Sommer zu heiß (ausgefallene Klimaanlagen) und der Winter zu kalt (eingefrorene Oberleitungen) gewesen war, um reibungslos fahren zu können. Das klang wieder fast ein wenig negativ, weshalb der Bahnchef umgehend das „erklärte Ziel“ einer „noch kundenfreundlicheren Bahn“ nachschob. Dafür werde auch weiterhin investiert, etwa in beheizte Weichen und neue Züge wie den doppelstöckigen IC, der ab 2013 fahren soll. Von der Technik unbeeindruckt, hat sich die Fahrgastzahl bei der Bahn im vergangenen Jahr ebenfalls erhöht, mit einem Plus von 42 Millionen Reisenden sogar deutlich auf 1,95 Milliarden, was mehr ist als im Rekordjahr 2008. Dass sich in dieser traditionell gewinnträchtigsten Sparte des Bahn-Geschäfts der Umsatz nicht wie erwartet auf das Ergebnis durchschlug, lag vor allem an der Berliner S-Bahn, deren technische Probleme alle anderen technischen Probleme in den Schatten stellten und die Bilanz mit 50 Millionen Euro belasteten.

Grube äußert sich auch zu Stuttgart 21

Zum Schluss gab sich Grube denn auch selbstkritisch. „Wir sind nicht zufrieden mit der Leistung, die wir gebracht haben“, sagt er, „das ändert sich auch nicht dadurch, dass es in anderen Ländern noch schlechter war“. Und ganz zum Schluss ging es dann doch noch einmal erhellend um Stuttgart 21, da erklärte Grube, dass es sich beim nun verhängten Baustopp bis zur Konstituierung der neuen Landesregierung „nicht um einen Baustopp im herkömmlichen Sinne“ handele. Die Gleisvorarbeiten gingen nämlich weiter. Man schaffe dabei allerdings „keine neue Fakten“.

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