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Schon Mitte August protestierten Menschen in Frankfurt gegen klimafeindliche Investitionen von Banken. imago Images
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Schon Mitte August protestierten Menschen in Frankfurt gegen klimafeindliche Investitionen von Banken. imago Images

Weltspartag

Der Sparstrumpf hat ein Loch

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Umfragen zum Weltspartag zeigen: Inflation und Strafzinsen vernichten Vermögen - dennoch wird seit der Corona-Pandemie mehr gespart.

Vieles ist paradox am diesjährigen Weltspartag, der am heutigen Freitag stattfindet: Obwohl viele Menschen ihre finanzielle Situation positiv bewerten, konsumieren sie wenig und sparen lieber. Wer Geld auf dem Sparbuch zur Seite legt, verliert auch wegen der aktuellen Inflation allerdings Vermögen.

Derweil propagiert der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bei einer Pressekonferenz beliebter werdende Geldanlagen mit Nachhaltigkeitsstempel - auch um Klimaziele zu erreichen. Auf der anderen Seite soll es am Weltspartag weltweit – auch in Deutschland - Proteste vor vielen Finanzinstituten geben, da diese noch immer Kohle-, Öl- und Gasindustrie, sowie die Rüstungsbranche fördern.

Mit der Corona-Krise hat sich einiges gewandelt: Die einen mussten wegen Kurzarbeit finanziell kürzer treten oder auf Erspartes zurückgreifen, manche verloren ihre Lohnarbeit, andere erhielten weiter das gewohnte Gehalt, hatten aber durch Lockdowns und Reisebeschränkungen weniger Möglichkeiten, es auszugeben.

Ausschlaggebend und bezeichnend für das Sparverhalten der Deutschen im Coronajahr sind der weiter gehemmte Konsum, die Preissteigerungen und die gestiegene Bereitschaft in Wertpapiere zu investieren, aber auch Bargeld zu horten. Darin decken sich mehrere Umfragen, die anlässlich des Weltspartages am 29. Oktober, durchgeführt wurden. Im Oktober 1925 wurde in 27 Ländern erstmals dem Sparen ein Tag gewidmet.

Einer Umfrage im Auftrag des DSGV zufolge haben 42 Prozent der Befragten ihr Konsumverhalten in den vergangenen zwölf Monaten eingeschränkt. Und obwohl 43 Prozent der Menschen ihre finanzielle Situation als „gut“ oder sogar „sehr gut“ bewerten, wollen 65 Prozent daran festhalten, weniger auszugeben. Verunsicherung und Sorgen um die Zukunft sitzen zu tief. Auch eine Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut Yougov bestätigt: Für 32 Prozent der Deutschen ist das Thema Sparen durch die Pandemie wichtiger geworden. 79,8 Prozent der Deutschen sparen laut der Umfrage der Postbank aktuell.

Die Deutschen sind zwar bekannt dafür, bei Aktien und Fonds skeptischer als andere Nationen zu sein. Trotzdem halten die meisten hierzulande das mittlerweile für die geeignetste Möglichkeit zum Vermögensaufbau, besagt die DSGV-Studie. Laut einer Umfrage der Postbank setzen 31 Prozent auf Wertpapiere – vor Corona waren das 29,9 Prozent. Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl stark gestiegen, da waren es 17,3 Prozent.

Wer mit Strumpf, Schwein, Koffer, rotem Buch oder Tagesgeldkonto „spart“, verliert wegen der Inflation und den von vielen Banken erhobenen Strafzinsen in Wirklichkeit Vermögen. Das betrifft laut Yougov die Hälfte der Bevölkerung. Laut Postbank-Umfrage legen 37 Prozent der Sparer:innen Geld auf dem Tagesgeldkonto an und mehr als 30 Prozent bunkern auch Geld Zuhause. Diese Form der Geldanlage ist seit der Pandemie wieder beliebter geworden.

Es war so einfach, als Weltspartag Gummibärchen und kleine Geschenke bedeutet hat. mit dpa

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