Banken sind per Gesetz nicht dazu verpflichtet, verdächtige Zahlungen zu stoppen
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Banken sind per Gesetz nicht dazu verpflichtet, verdächtige Zahlungen zu stoppen.

OneCoin

Der Milliardenbetrug

  • vonMarcus Engert
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Fast 60 000 Menschen in Deutschland haben an die Kryptowährung OneCoin geglaubt. Weltweit waren es Millionen. Ihr Geld ist weg. Wie konnte das passieren?

Im Dezember 2015 verschickt in einer Sparkasse nahe der niederländischen Grenze jemand eine Geldwäsche-Anzeige. Es geht nur um 2,5 Millionen Euro, für Banken keine große Summe. Doch was in diesem Moment die kleine Sparkasse verlässt, wird später Ermittlungsbehörden auf der halben Welt beschäftigen – und sich womöglich als der größte Anlagebetrug aller Zeiten entpuppen.

Mit Partys in Bulgarien und London. Mit Jachten und Diamanten, Räumen voller Bargeld, Luxusapartments auf der halben und betrogenen Kunden auf der ganzen Welt. Mit einer spurlos verschwundenen Milliardärin aus Deutschland. Und mit ihrem Bruder, der dem FBI hilft, gegen die eigene Schwester zu ermitteln. Beide sind aufgewachsen in einer Kleinstadt im Schwarzwald und wurden von ihren Anhängern weltweit bejubelt für etwas ohne jeden realen Wert: OneCoin, eine frei erfundene virtuelle Währung, die nirgends existierte außer in ein paar Verkaufspräsentationen, irreführenden Webseiten und Excel-Tabellen.

Dank der Geldwäscheanzeige der kleinen Sparkasse hatten deutsche Behörden für einen kurzen Moment die Chance, einen mutmaßlichen Betrug von immenser Größe zu stoppen. Doch es kam anders. Heute ermitteln deutsche Staatsanwälte gegen eine Vielzahl von Beschuldigten, unter anderem wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges, der Geldwäsche und diverser anderer Delikte.

Allein in Deutschland glaubten 60 000 Menschen an OneCoin, weltweit waren es 3,5 Millionen. Bis heute ist unklar, wie hoch der Schaden wirklich ist. Noch vor kurzem sprachen die US-Behörden von vier Milliarden Dollar. Mittlerweile kursiert die unglaubliche Summe von 15 Milliarden. Das Geld ist weg. Und mit ihm: der Kopf hinter allem, die Deutsch-Bulgarin Ruja Ignatova. Auf detaillierte Fragen von BuzzFeed News Deutschland antwortete sie während dieser Recherche genauso wenig wie die Firmen, die hinter OneCoin stehen, oder ihre ehemaligen Mitstreiter.

Digitales Geld

Kryptowährung: eine virtuelle Währung, die nur digital existiert. Man kann sie auf speziellen Börsen und Marktplätzen handeln. Wie bei einer echten Währung wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt, mit einem Unterschied: Kein Staat garantiert für die Währung. Und: Niemand kann sie manipulieren oder entwerten – auch kein Staat. Darum gibt es ein internes Kontrollsystem: die Blockchain.

Blockchain: Es ist eine Art öffentliches Kassenbuch. Wie viele Münzen es gibt, wer welche davon kauft, wann, von wem, zu welchem Preis – all das steht in dem Kassenbuch, der Blockchain. Damit niemand darin die Einträge fälschen kann, ist diese Blockchain öffentlich: Auf jedem Gerät, das am Handel teilnimmt, liegt eine ständig aktualisierte Kopie davon. Kryptowährungen kontrollieren sich damit quasi selbst, durch die Kontrolle der Massen. Taucht irgendwo eine Münze oder eine Transaktion auf, die all die anderen nicht in ihrem Kassenbuch haben, fällt das auf.

BitCoin: So heißt die erste Kryptowährung, die öffentlich gehandelt wurde. Das war 2009. Heute gibt es für BitCoin auch zahlreiche Akzeptanzstellen in der analogen Welt: Man kann alles Mögliche damit bezahlen. BitCoin wurde ein enormer Erfolg – und entsprechend wertvoll. Am 22. Mai 2010 bezahlte zum ersten Mal jemand eine nichtdigitale Sache mit BitCoin: Der Programmierer Laszlo Hanyecz kaufte mit 10 000 BitCoin zwei Pizzen. Nach heutigem Kurs wären das fast 90 Millionen Euro. FR

Für viele, die ihr glaubten, stellen sich bis heute quälende Fragen. Manche haben ihre besten Freunde angeworben, ihre Nachbarn, ihre Arbeitskollegen. Andere haben sämtliche Ersparnisse der Familie in OneCoin gesteckt. Ihnen war ein Investment versprochen worden, mit dem sie reich würden. Am Ende wurden mit OneCoin nur sehr wenige Menschen reich, die aber so richtig.

Der Name „OneCoin“ findet sich nun sogar in den FinCEN-Files – jenen streng vertraulichen Unterlagen und Geldwäsche-Verdachtsmeldungen der US-Finanzaufsicht, die BuzzFeed News mit mehr als 100 weiteren Redaktionen geteilt hat und die nach ihrer Veröffentlichung am vergangenen Sonntag eine weltweite Debatte um die Rolle von Banken bei Geldwäsche und Finanzkriminalität ausgelöst haben.

Auch die Köpfe hinter OneCoin nutzten die Lücken im System der Geldwäsche-Überwachung aus. Gründeten Briefkastenfirmen am Fließband. Nutzten Fonds, die in intransparenten Steueroasen registriert waren und Geld von einem verschwiegenen Finanzplatz zum anderen brachten. Fonds und Briefkastenfirmen, die Fonds und Briefkastenfirmen gehören, die an Sammeladressen in Finanzoasen registriert waren. Und: Auch hier waren es nicht die internationalen Großbanken, die Alarm schlugen.

Banken sind per Gesetz nicht dazu verpflichtet, verdächtige Zahlungen zu stoppen – dennoch stellt sich in Fällen wie diesem doch die Frage: Wie viele Alarmglocken müssen eigentlich gleichzeitig klingeln, bevor sie es von sich aus tun?

Ruja Ignatova, Kopf hinter dem mutmaßlichen Mega-Betrug, kennt sich jedenfalls aus mit der Finanzbranche. Schon in der Schule war sie aufgefallen. Ein Einwandererkind aus Bulgarien, gleich zwei Mal eine Klasse übersprungen, nicht sonderlich beliebt, aber klug. So berichten es ehemalige Mitschüler der „Neuen Rottweiler Zeitung“, die schon früh zu OneCoin recherchierte. Ignatova hat Ambitionen, studiert Jura, macht ihren Doktor, beginnt bei einer renommierten Wirtschaftsberatung. Aber irgendwann in dieser Zeit muss die Entscheidung gefallen sein, dem Erfolg selbst ein wenig nachzuhelfen.

Gemeinsam mit ihrem Vater übernimmt sie 2010 das in Schwierigkeiten geratene Gusswerk Waltenhofen. Nach einem Jahr fällt die Maske. Ignatova hatte so viel Geld wie möglich aus der Firma gezogen. Sie hatte versucht, die Maschinen nach Bulgarien zu verkaufen und die eigentlich schon insolvente Firma Anfang 2012 schließlich heimlich weiterverkauft. Im April 2016 wird sie in Augsburg wegen Insolvenzverschleppung und Betrug verurteilt. Von einer erheblichen kriminellen Energie sprach die Staatsanwaltschaft damals. Von einer positiven Sozialprognose das Gericht.

Womöglich schmiedet sie da bereits an den Plänen für OneCoin. Das belegen E-Mails von Ruja Ignatova aus der Zeit kurz vor dem Start von OneCoin, die sich in den Akten der US-Ermittlungsbehörden finden. Von „sehr grenzwertigen Sachen“ ist dort die Rede. Und von einem Plan, auf den man „nicht stolz sein“ könne.

Ruja Ignatova erkennt: Viele Menschen glauben, den Hype um die digitale Kryptowährung Bitcoin verpasst zu haben. Und sie lernt, wie man aus der blinden Gier der Menschen viel Geld machen kann. Dafür erfinden sie und ihr Mitstreiter OneCoin.

Es gibt nur einen Unterschied: Anders als BitCoin ist OneCoin gar keine echte Kryptowährung. Bei echten Kryptowährungen gibt es ein System, das Betrug mit der Währung verhindert: die Blockchain (siehe Infokasten). Auch OneCoin behauptete, eine solche Blockchain zu haben. Doch das stimmte nicht. Ohne Blockchain keine Kontrolle – und die Leute hinter OneCoin konnten per Knopfdruck unendlich viele digitale Münzen erzeugen. Sie waren ihre eigene Geldpresse. Den Preis für OneCoin legten sie auch selbst fest. Natürlich stieg er immer und fiel nie.

Durch die FinCEN-Files wird nun klar: Banken hatten OneCoin schon Ende 2015 mit großen Fragezeichen auf dem Radar, die Behörden waren spätestens Anfang 2016 informiert.

Zu diesem Zeitpunkt sind auf der ganzen Welt bereits Abertausende IMAs unterwegs, um OneCoin an den Mann zu bringen. IMA steht für „Independent Marketing Associate“, also unabhängige Vertriebspartner. Denn das ist der Clou von OneCoin: OneCoin kommt als Kryptowährung daher, vermarktet sich aber über Empfehlungsmarketing – auch bekannt als Netzwerk- oder Multi-Level-Marketing. Wer kauft, soll auch neue Käufer anwerben. Jedes Mal, wenn die so angeworbenen Kunden dann Geld in OneCoin stecken, verdient man als Werber ein bisschen Provision mit. Bringen die so Angeworbenen ihrerseits neue OneCoiner in das System, verdient man auch an deren Umsätzen mit.

Doch die allermeisten OneCoiner bekommen überhaupt keine Provisionen. Sie haben nur gezahlt, aber nie echtes Geld dafür zurückbekommen. Sie besitzen zwar OneCoin – auszahlen lassen können sie sich die aber nicht. Dafür sei es noch zu früh, sagt man ihnen, OneCoin müsse erst weltweit die Währung Nummer eins werden und überall als Zahlungsmittel akzeptiert sein. Solche Perspektiven werden den Gläubigen immer und immer wieder versprochen.

Wer in OneCoin investiert hat, der kaufte auf dem Papier etwas anderes. Auch das macht es so schwer, die Verantwortlichen zu verurteilen. Kunden kauften formal Schulungspakete und Tokens. Mit den Schulungspaketen wurde ihnen Bildung im Finanzsektor versprochen. Und die Tokens kann man sich als eine Art Wert-Coupons vorstellen, die Kunden nach und nach zu OneCoin machen konnten. Alleine das Paket „Premium Trader“, für das Interessenten immerhin 12 500 Euro auf den Tisch legen mussten, wurde den internen Unterlagen zufolge in Deutschland in einem halben Jahr ganze 441 Mal verkauft. Das „Infinity Paket“ für 27 500 Euro im gleichen Zeitraum 60 Mal.

Die meisten Menschen sahen ihr Geld nie wieder, doch für einige wenige hat sich das Ganze so richtig gelohnt. Das zeigen interne Statistiken von OneCoin. Jemand aus dem Inneren einer der OneCoin-Firmen hat sie mit einigen Journalisten geteilt, auch BuzzFeed News Deutschland, das zur Ippen-Gruppe gehört, liegen sie vor. Ob die darin enthaltenen Zahlen alle so stimmen, kann nicht überprüft werden, aber sie decken sich mit Erkenntnissen von Ermittlern, US-Gerichtsakten, dem Schulungsmaterial, das uns vorliegt, und Medienberichten. Die erfolgreichsten OneCoiner haben den Rang „Crown Diamond“. Davon gab es vier. Hinter jedem der vier Crown Diamonds stehen allein im September 2016 mehr als 231 Millionen Euro Umsatz in der Tabelle – pro Monat.

Die internen Statistiken zeigen noch etwas anderes: Wie wichtig die Jahre 2015 und 2016 für OneCoin waren. Ende September 2016 haben den Unterlagen zufolge in Deutschland fast 57 000 Menschen in OneCoin investiert. Weltweit sind es zu diesem Zeitpunkt schon knapp 2,2 Millionen. Ende 2016 war diese Zahl schon auf 2,8 Millionen gewachsen. OneCoin wurde im April 2014 gegründet. Sollte es sich tatsächlich als illegales Schneeballsystem herausstellen, ist nun klar: Zwischen 2015 und 2016 entschied sich, ob OneCoin nur ein paar Millionen Euro erbeutet oder zu einem der mutmaßlich größten Betrugsfälle der Geschichte wird.

Hätten die deutschen Behörden, auch angesichts Ruja Ignatovas Vorstrafe, eher handeln können? Vielleicht sogar müssen?

Alles nicht so einfach, sagt einer der Ermittler. Man könne in einem Rechtsstaat nicht wahllos irgendwelche Kontobewegungen und Unternehmen überwachen. Letztlich sei man auf eine funktionierende Zusammenarbeit mit Behörden in anderen Ländern angewiesen – und auf Anzeigen.

So eine Anzeige kam von besagter Sparkasse. Dort war eine Firma aufgefallen, die man als Kunde schon kannte: die International Marketing Services GmbH, kurz: IMS. Die IMS hatte ein neues Konto eröffnet, auf dem dann binnen zwei Tagen insgesamt 705 Buchungen eingingen – mit einem Gesamtwert von 2,5 Millionen Euro. Alle Buchungen standen im Zusammenhang mit der angeblichen Kryptowährung OneCoin.

Die IMS ist eine unscheinbare Firma, sie sitzt in Greven, mitten im Münsterland. Still und heimlich gehen die Millionen ein und werden von hier weiterverteilt, auf Offshore-Firmen und Konten in der ganzen Welt.

Heute wird gegen neun Beschuldigte ermittelt. Man wisse von 60 000 Zahlungseingängen an die IMS. Etwa 35 000 verschiedene Einzahler hätten insgesamt 97 Millionen Euro überwiesen, schreibt einer der Staatsanwälte auf unsere Anfrage.

Sind Sie betroffen?

Reporter und Reporterinnen von BuzzFeed News Deutschland recherchieren weiter zu den Machenschaften von OneCoin und ähnlichen Betrugsfällen. Haben Sie Informationen über OneCoin oder sind selbst betroffen?

Dann melden Sie sich vertraulich unter recherche@buzzfeed.com

Auch in den FinCEN-Files finden sich Hinweise auf OneCoin. Bei den Files handelt es sich um Verdachtsberichte auf Geldwäsche von Banken an die US-Finanzaufsicht FinCEN. Sie wurden an das Portal Buzzfeed News durchgestochen, das sie mit anderen Recherchenetzwerken geteilt hat. Wie die FR, die mehrfach über die FinCEN-Files berichtet hat, gehört auch Buzzfeed News Deutschland zur Ippen-Gruppe. FR

Am 9. Februar 2017 geht bei der US-Finanzaufsicht eine Verdachtsmeldung der Bank of New York Mellon ein – das zeigen nun die FinCEN-Files. Von Fonds und Offshore-Firmen ist da die Rede, die Geld für OneCoin verschieben, von OneCoin als Schneeballsystem, von verdächtigen Kontobewegungen in der schwindelerregenden Höhe von fast 360 Millionen Dollar. Und mitten in diesen vertraulichen Berichten steht immer noch ein Name: die IMS International Marketing Services GmbH.

Jetzt handelt auch die Bafin, die deutsche Finanzaufsicht, und sperrt das Konto der IMS. Da waren dort bereits mehrere Hundert Millionen Euro eingegangen – und wieder abgeflossen. Im April 2017 stuft die Bafin OneCoin als unerlaubtes Finanztransfergeschäft ein. Von dem Geld ist da kaum noch etwas zu holen, bestätigt eine Bafin-Sprecherin gegenüber BuzzFeed News Deutschland. Verantwortliche der IMS waren im Laufe der Recherche nicht zu erreichen.

Vieles deutet darauf hin, dass die damals bereits vorbestrafte Ruja Ignatova zu diesem Zeitpunkt noch in Frankfurt lebt. 2009 hatte sie mit ihrem Mann ein Haus gekauft, in Zeppelinheim in Neu-Isenburg: zwei Stockwerke, blassgelb angestrichen, kleiner Garten, in einer angenehmen, wohlhabenden, aber nicht zu reichen Wohnsiedlung, aus der man, wenn es sein muss, schnell verschwinden kann: Gleich neben dem Haus liegt die Auffahrt zur Autobahn, in weniger als zehn Minuten ist man auf dem Flughafen Frankfurt, in einer Viertelstunde in Frankfurt am Hauptbahnhof. Für Ignatova und ihre Vertrauten stellt sich allerdings schnell ein ganz anderes Problem: Wohin mit dem ganzen Geld?

Eine Möglichkeit: Sie geben es mit vollen Händen aus. Ruja Ignatova kauft Luxusautos. Sie kauft sich eine Jacht. Sie tritt in sündhaft teuren Kleidern auf. Sie feiert ihren Geburtstag im Victoria and Albert Museum in London und kommt im Rolls Royce vorgefahren. Und sie kauft Immobilien. Viele. In Bulgarien, in Dubai, in der Nähe von Frankfurt.

Doch bei den enormen Summen müssen kreativere Lösungen her. So soll es im Hauptquartier in Sofia einen Tresorraum gegeben haben, in dem Bargeld gelagert wurde. Auch in Dubai, Hongkong und Südkorea soll es Büros und sogar eigene Apartments gegeben haben, voll mit Bargeld. „Hunderte Millionen“ sollen dort gebunkert gewesen sein. So sagte es Konstantin Ignatov, der Bruder von Ruja Ignatova, in den USA vor Gericht aus. Und dass Ruja Ignatova selbst 500 Millionen Dollar aus dem OneCoin-Betrug gezogen haben soll. Ein beachtliches Privatvermögen, für dessen Verwaltung und Vermehrung sie offenbar schon früh Vorkehrungen trifft.

Unter ihrer deutschen Adresse in Neu-Isenburg und einer anderen Frankfurter Anschrift hatte sie vier Webseiten registriert. Darunter: rujaignatova.com und: ravenr.com. RavenR, so war es auf der Webseite der Firma zu lesen, sei ein unabhängiges Single-Family-Office und konzentriere sich auf Vermögensbildung und Kapitalzuwachs durch Investitionen in Unternehmen aus aller Welt. Die Adresse dieses privaten Family-Offices könnte exponierter nicht sein: 1 Knightsbridge in London, in der Mitte zwischen Hyde Park und Buckingham Palace.

Am 25. Oktober 2017 steigt Ruja Ignatova in Sofia in ein Ryanair-Flugzeug. In Athen soll sie von zwei russisch sprechenden Männern in Empfang genommen worden sein. Ihr Bodyguard kam ohne sie zurück. Seitdem ist sie verschwunden.

Ob das Geld noch einmal auftaucht? Unwahrscheinlich. In der Staatsanwaltschaft Bielefeld, wo man seit vier Jahren zu OneCoin ermittelt, kann man dazu bis heute nichts sagen. Die Behörde habe von Kollegen im Ausland große Datenmengen überlassen bekommen, man sei damit beschäftigt, diese auszuwerten. Auf die Frage, wann die Ermittlungen womöglich abgeschlossen werden können, lautet die Antwort: Das ist völlig offen.

Bis heute ist unklar, wo Ruja Ignatova ist. Dass sie verschwunden ist, hat das gesamte OneCoin-Netzwerk überrascht zurückgelassen, bis auf einen: ihren Mitgründer. Dem schrieb sie schon ganz zu Beginn, im August 2014, einen Plan für einen Ausstieg. Er lautete: „Nimm das Geld und verschwinde.“

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