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Verlieren von heute auf morgen ihren Job: Deliveroo-Lieferanten.

Lieferdienst

Deliveroo ist geliefert

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Pizza, Burger & Co. bringt ab Freitag Lieferando. Was passiert mit Kundendaten und Fahrern? 

Der Essenslieferdienst Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück. Am Freitag werden die Geschäfte eingestellt. Lieferando bleibt als einziger überregionaler Anbieter übrig. Wir erläutern, was das für Kunden und Fahrer bedeutet und warum es so schwer ist, mit dem Ausfahren von Mahlzeiten Geld zu verdienen.

Was sind die Gründe für den Rückzug von Deliveroo?
Das britische Unternehmen hat eine wechselvolle Geschichte hierzulande hinter sich. Nach einer stürmischen Expansion und einem heftigen Werbe- und Marketingkampf gegen den Rivalen Foodora kam der Rückzug aus vielen deutschen Großstädten. Zuletzt war das Unternehmen noch in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln und München aktiv. Im Mai stieg der Online-Gigant Amazon mit 575 Millionen Dollar bei den Briten ein. Das Management kündigte daraufhin eine Ausweitung der Geschäfte im dritten Quartal an. Insider vermuten, dass nun aber die stärker werdende Konkurrenz durch den niederländischen Rivalen Takeaway das Deliveroo-Management zum Umschwenken gebracht hat.

Was tut sich bei Takeaway?
Die Niederländer sind auf einem aggressiven Wachstumskurs. Sie haben im Frühjahr das Berliner Unternehmen Delivery Hero mit den hiesigen Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora übernommen. Nun steht die Fusion mit dem britischen Mahlzeitendienst Just Eat bevor. Damit soll, so Takeaway-Vorstand Jörg Gerbig, die größte Plattform für Essenslieferdienste außerhalb Chinas entstehen – mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro jährlich und mit mehr als 350 Millionen Bestellungen.

Warum diese heftige Expansion?
Das Management von Takeaway hat immer wieder betont, dass man auf Skaleneffekte setze. Mit schierer Größe sollen Kosten gedrückt werden. Denn es ist enorm schwer, mit der modernen Variante von „Essen auf Rädern“ Geld zu verdienen, obwohl die Zahl der Bestellungen auf den meisten Märkten nach wie vor steigt. Das Takeaway-Management weist darauf hin, dass an vielen Standorten nur jeder Zehnte die Onlinedienste für Gekochtes und Gebratenes nutzt. Potenziale seien da. Um sie zu nutzen, sind unter anderem Investitionen in Informationstechnik enorm wichtig.

Was bedeutet es, dass Lieferando quasi als Monopolist übrig bleibt?
Das bedeutet für Lieferando zunächst einmal, dass die Chancen, Geld zu verdienen, gestiegen sind. Zumal jetzt die Möglichkeit besteht, die teuren Dienste mit den eigenen Fahrern zurückzuschrauben. Theoretisch gebe es auch die Möglichkeit, dass die Niederländer die ohnehin schon hohen Gebühren, die sie von den Restaurants kassieren, noch mal hochzuschrauben. Allerdings stellt sich die Frage, wie viel da durchsetzbar ist.

Was passiert mit den Fahrern von Deliveroo?
Rund 1100 Frauen und Männer verlieren von heute auf morgen ihren Job. Wobei es sich um „Freiberufliche“ handelt. Viele Studierende sind darunter. Deliveroo hat angekündigt, Abfindungen zu zahlen, ohne Details zu nennen. Guido Zeitler, Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, betonte, seine Organisation weine Deliveroo „keine Träne nach“. Die Geschäftspraktiken des Unternehmens beruhten „komplett auf Scheinselbstständigkeit“.

Was müssen Nutzer beachten?
Die Plattform Netzpolitik.org empfiehlt Deliveroo-Kunden für „Digitalhygiene“ zu sorgen. Denn der Essensdienst ist auch ein emsiger Datensammler. Nutzer sollten einerseits ihr Deliveroo-Konto löschen und zur Sicherheit auch das Unternehmen zur Löschung aller Daten nach der Datenschutzgrundverordnung auffordern. Ein Musterformular gibt es bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen (PDF).

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