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Entspannungssignale in Ukraine-Krise geben Börsen Auftrieb

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Deutsche Börse: Die Aussichten auf eine mögliche Entspannung im Ukraine-Konflikt haben Investoren am Dienstag beruhigt.
Deutsche Börse: Die Aussichten auf eine mögliche Entspannung im Ukraine-Konflikt haben Investoren am Dienstag beruhigt. © Arne Dedert/dpa

Anzeichen für eine Entspannung im Ukraine-Konflikt haben Anleger am Dienstag beruhigt. Der deutsche Leitindex lag am Nachmittag deutlich im Plus.

Frankfurt - In der Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Ukraine-Krise kehren Anleger an die europäischen Aktienmärkte zurück. „Obwohl es auf diplomatischer Ebene noch viel zu tun gibt, sind die laufenden Gespräche aus Sicht der meisten Investoren auf einem guten Weg“, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Dax und EuroStoxx50 stiegen am Dienstag um jeweils mehr als 1,5 Prozent auf 15.389 beziehungsweise 4131 Punkte.

Mut machten Börsianern vor allem Berichte über einen Teilabzug russischer Truppen von der ukrainischen Grenze. Dies verhalf dem Moskauer Leitindex für in Dollar notierte Aktien zu einem Plus von zeitweise sechs Prozent. Bei russischen Staatsanleihen griffen Anleger ebenfalls wieder zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Bonds auf 9,79 Prozent. Am Devisenmarkt kauften sie sowohl die russische als auch die ukrainische Währung. Im Gegenzug verbilligte sich der Dollar um zwei Prozent auf 75,15 Rubel beziehungsweise ein Prozent auf 28,20 Hrywnja. Andere riskante Anlagen wie Kryptowährungen standen ebenfalls wieder hoch im Kurs. Bitcoin rückte knapp fünf Prozent auf 44.243 Dollar und Ethereum sieben Prozent auf 3118 Dollar vor.

An den westeuropäischen Aktienmärkten gehörten Unternehmen mit großen Engagements in Russland nach ihren jüngsten Verlusten zu den Favoriten. So stiegen die Aktien der Geldhäuser Raiffeisen Bank, Societe Generale (SocGen) und Unicredit um jeweils etwa zwei Prozent.

Warnung vor verfrühter Eurphorie

„Jede Nachricht über eine potenzielle Deeskalation ist zwar willkommen“, sagte Stuart Cole, Chef-Volkswirt des Brokerhauses Equiti Capital. „Die Märkte werden aber etwas handfesteres sehen wollen, bevor sie die Krise für beendet erklären.“

Dennoch zogen sich einige Investoren aus „sicheren Häfen“ wie der Weltleitwährung zurück. Dies brockte dem Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, ein Kursminus von 0,3 Prozent ein. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verbilligte sich um ein Prozent auf 1850 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Bundesanleihen gerieten ebenfalls unter Verkaufsdruck, wodurch die Rendite der zehnjährigen Titel auf 0,311 Prozent stieg.

Entspannung bei Energiepreisen

Wegen einer nachlassenden Furcht vor Lieferausfällen ging es für den Ölpreis abwärts. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um drei Prozent auf 93,73 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie am Montag ein Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von 96,78 Dollar erreicht hatte. „Russland exportierte im Januar knapp 4,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag“, rechnete Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch vor. „Sollte im Falle einer militärischen Auseinandersetzung und aufgrund von westlichen Sanktionen ein Teil davon wegfallen, könnte dies nicht so ohne weiteres aufgefangen werden.“

Auch am Erdgasmarkt entspannte sich die Lage. Der europäische Terminkontrakt gab gut fünf Prozent auf 76,18 Euro je Megawattstunde nach. Russland ist ein wichtiger Gaslieferant.

Firmenbilanzen geben Rückenwind

Ein weiterer Stimmungsaufheller an der Börse war die Bilanzsaison. „Die Geschäftszahlen bleiben trotz zahlreicher inflationsbedingter Widrigkeiten gut“, lobte Anlagestrategin Elisa Belgacem vom Vermögensverwalter Generali Investments. Vor allem Banken, Energie- und Rohstoffunternehmen traue sie starke Ergebnisse zu.

In London stiegen die Aktien von Glencore um bis zu 4,8 Prozent auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 442,35 Pence. Das Rekord-Ergebnis des Minen-Konzerns und Rohstoffhändlers für 2021 habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, kommentierte Analyst Christopher LaFemina von der Investmentbank Jefferies. Der Ausblick sei aber positiv und Anleger erwarte eine vier Milliarden Dollar schwere Ausschüttung in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen.

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