David Malpass

Scharfer Kritiker soll Weltbank führen

Donald Trumps Wunschkandidat Malpass tritt für eine „Reform“ der Weltbank ein.

Ineffizient und verschwenderisch – so hat David Malpass einst die Arbeitsweise der Weltbank bezeichnet. Malpass ist im US-Finanzministerium für internationale Angelegenheiten zuständig und soll nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump an die Spitze genau dieser Institution rücken, die er scharf kritisiert.

Malpass gehört seit September 2017 der Regierung von Trump an und ist diesem loyal ergeben. Im Januar reiste er als Mitglied der US-Delegation nach China, um den seit Monaten tobenden und von Trump immer wieder angefachten Handelsstreit mit der Volksrepublik zu entschärfen.

Der 62-Jährige gilt als Einzelkämpfer und sagt offen, was er denkt. So bezeichnete er im November 2017 kurz nach seinem Eintritt in die US-Regierung die Kreditvergabepraxis von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) vor einem Kongressausschuss als „oft korrupt“.

Die Weltbank sollte nach ihrer Gründung kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Wiederaufbau Europas voranbringen. Heute ist die Kernaufgabe der aus fünf Organisationen bestehenden Weltbankgruppe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern.

Malpass tritt vehement für eine „Reform“ der Weltbank ein und ist unter anderem dafür, Länder wie China „neu einzustufen“ und ihnen weniger Kredite zu geben. Denn seiner Meinung nach kommt die Volksrepublik auf den Märkten an genügend Geld.

Von seiner Position im Finanzministerium aus setzte er im vergangenen Jahr bereits ein Reformpaket bei der Weltbank durch, das Kredite für Länder mit höherem Einkommen wie China begrenzt und teurer macht.

Der Mann aus Michigan studierte Wirtschaft an der Universität von Georgetown in Washington und hatte unter den früheren republikanischen Präsidenten Ronald Reagan und George H.W. Bush bereits verschiedene Posten im Finanzministerium inne. Von 1993 an arbeitete er bei der Investitionsbank Bear Stearns, sechs Jahre davon als Chefökonom, bis die Bank zu Beginn der weltweiten Finanzkrise 2008 zusammenbrach. Malpass gründete danach seine eigene Wirtschaftsanalyse-Firma. Doch seine Positionen und Vorhersagen waren schon vorher umstritten. Noch 2007 und damit inmitten der Immobilienblase schrieb Malpass in einem Beitrag im „Wall Street Journal“, „der Immobilienmarkt und die Verschuldung spielen für die US-Wirtschaft keine so wichtige Rolle“.

Der Verwaltungsrat der Weltbank nimmt ab Donnerstag bis Mitte März Bewerbungen entgegen und will den Nachfolger des vorzeitig ausgeschiedenen Jim Yong Kim noch vor der gemeinsamen Frühjahrstagung mit dem IWF küren, die am 12. April in Washington beginnt. An der Spitze der Institution steht für gewöhnlich ein US-Bürger, während ein Europäer den Chefposten des IWF besetzt. (afp)

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