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Felix Hufeld, Präsident der Finanzaufsicht Bafin, sieht keinen Grund, wegen des Wirecard-Desasters zurückzutreten.

Banken in der Corona-Krise

„Das dicke Ende steht noch aus“

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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Bafin-Präsident warnt vor einigen schwachen Banken

Die Corona-Krise könnte auch einige Banken umhauen. Das jedenfalls glaubt der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld - und er sollte ja eigentlich einen guten Einblick in den Gesundheitszustand seiner „Schäfchen“ haben. „Das dicke Ende steht noch aus“, sagte Hufeld am Mittwoch auf dem Banken-Gipfel des „Handelsblatt“ über die Geldhäuser. „Wir werden nicht schmerzfrei aus dieser Sache herauskommen.“

Die Bafin rechne damit, dass die Corona-Krise das Kernkapital der Banken um durchschnittlich zwei bis sieben Prozent schmälern werde. „Im Aggregat wäre das verkraftbar für die Finanzstabilität“, sagte er. Das sei aber keine Aussage über 20 bis 30 schwache Institute. Die Aufsicht mache sich Sorgen um einige Banken, die schon vor der jetzigen Krise Probleme hatten.

Die aktuelle Wirtschaftslage zwingt die Banken dazu, deutlich mehr Geld für ausfallgefährdete oder schon notleidende Kredite zurückzulegen. Das drückt auf die Ergebnisse.

Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, äußerte sich für die Bankbranche insgesamt ebenfalls positiv. Er sehe die Banken wegen insgesamt hoher Kapitalpolster zumindest für die kommenden zwölf bis 18 Monate in einer guten Position, die Krise zu managen.

Eine Rückkehr zu alter Wirtschaftsstärke werde aber lange dauern. Nicht nur die Pandemie belaste die Wirtschaft, sondern auch etwa das Risiko eines unkontrollierten Brexits, die anhaltende Niedrigzinsphase oder die Handelskonflikte zwischen China und den USA. Für Unternehmen sei die derzeitige Lage eine „Gleichung voller Unbekannten“.

Sewing äußerte sich kritisch über die Verlängerung der Zahlung des Kurzarbeitergelds und die Diskussion darüber, ob Firmen durch eine Aufweichung des Insolvenzrechts noch länger als bisher vorgesehen vor einer Pleite geschützt werden sollten. Die Unternehmen sollten nicht darauf hoffen, dass nach der Corona-Krise der alte Zustand zurückkehre, sondern müssten sich neu ausrichten. Der Erneuerungsprozess werde durch ein zu lange gewährtes Auffangnetz aufgehalten. „Menschen gewöhnen sich gerne an etwas. Aber das kann nicht der neue Normalzustand sein“, sagte er mit Blick auf staatliche Hilfen.

Die Banken müssten ihre Digitalisierung beschleunigen, so Sewing. Auch Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), drängte auf schnelle Modernisierungen im Bankensektor. Die Devise laute ,Don’t walk, run!’“, so Sparkassenverbandschef Schleweis.

Thema war auf der Tagung natürlich auch die Pleite des Zahlungsdienstleisters Wirecard. Bafin-Chef Hufeld verteidigte seine Behörde erneut gegen den Vorwurf, bei der Überwachung des Dax-Konzerns versagt zu haben. Wegen des Skandals seinen Hut bei der Bafin zu nehmen, lehnte er ab. „Wir haben unsere Pflichten erfüllt“, so Hufeld. „Wir waren nicht blind, aber wir haben uns vielleicht zu lange auf die formal korrekten Verfahren verlassen. Wir haben vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen.“

Börsengesetz verändern

Der Chef der Deutschen Börse, Theodor Weimer, sagte, als Konsequenz des Skandals wolle die Börse Sanktionsverfahren gegen Unternehmen beschleunigen und höhere Strafen austeilen. Zudem wolle sie das im Ausland von vielen Börsen bereits praktizierte ‚Naming and Shaming‘ einführen. Dabei macht die Börse öffentlich, wenn Unternehmen etwa ihre Abschlüsse nicht rechtzeitig abliefern. Aktuell ist das nach deutschem Börsengesetz noch verboten.

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