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Digitales Positivbeispiel: Darmstadt hat gut abgeschnitten.

Digitalisierung

Darmstadt punktet mit Citytree

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Bitkom bewertet den Stand der Digitalisierung deutscher Großstädte.

Was digitale Bürgerdienste angeht, gelten seit Jahren Metropolen wie London, Wien und Amsterdam als Vorreiter. „Im Windschatten drücken jetzt aber auch deutsche Städte digital aufs Tempo“, erkennt Achim Berg an. Er ist Präsident des heimischen IT-Branchenverbands Bitkom, der nun erstmals alle 81 deutschen Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern digital unter die Lupe genommen hat. Bewertet wurden dabei Kriterien wie digitale Bürgerdienste von virtuellen Ämtern bis zu intelligenten Mülltonnen, Breitbandverfügbarkeit, digitalen Mobilitätsangeboten wie Carsharing, Lademöglichkeiten für Elektroautos und mehr. Mit überraschend klarem Abstand die Nummer eins als digitale Vorzeigestadt der Republik sei dabei Hamburg geworden, sagte der Bitkom-Chef. Allgemein hinke Deutschland aber vor allem bei digitaler Verwaltung hinterher.

Eine der wenigen Ausnahmen sei hierzulande Mannheim. Die Stadt, die innerdeutsch auf Rang 20 kommt, habe die smarteste Verwaltung Deutschlands, Köln wiederum die beste digitale Infrastruktur. Als überraschend wertete der Bitkom-Chef, dass nicht durchweg die reichsten Städte bei der Digitalisierung die Nase vorn haben. So hat es Berlin unmittelbar vor München auf Rang vier geschafft.

Regional hätten allgemein Städte aus Baden-Württemberg und Hessen mit Darmstadt als digitales Positivbeispiel überdurchschnittlich gut abgeschnitten, Städte aus Nordrhein-Westfalen dagegen unterdurchschnittlich schlecht, sagte Berg. Der Manager räumte ein, dass Digitalisierung manchmal Summen kosteten, die nicht alle Kommunen aufbringen könnten. Oft sei es aber auch eine Frage des Willens und guter Ideen.

So hat Darmstadt in diesem Sommer zum Beispiel seinen ersten Citytree errichtet. Das ist eine Art Stadtmöbel, das per Biotechfilter mit Moosen Schadstoffe aus der Luft entfernt und zugleich als Wlan-Hotspot fungiert. München hat 60 intelligente Lichtmasten installiert mit Sensoren sowohl für Wetter als auch Schadstoffe und Verkehrsdaten unter anderem zum Parkraummanagement. Allgemein gelten City-Apps, die mehrere deutsche Städte mittlerweile entwickelt haben, als digitaler Vorzeigeweg zu Bürgern.

Digital erwacht sind allerdings längst nicht alle deutschen Städte über 100?000 Einwohner. Am Ende des „Smart City Index“ rangieren Remscheid, Bergisch Gladbach und Salzgitter, die nur zwischen 20 und 27 von 100 möglichen Punkten für ihre Digitalisierung erreicht haben. Zum Vergleich: Sieger Hamburg kommt auf 79,5 Punkte, Karlsruhe und Stuttgart schaffen jeweils rund 69 Punkte.

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