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In China nutzen 80 Prozent der Firmen 3 D-Druck.

3 D-Drucker

3 D-Drucker statt Teiletourismus

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Die Technologie ist wettbewerbsfähig und könnte einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die deutsche Industrie hängt im weltweiten Wettbewerb allerdings hinterher.

Die zu einer Art Schnecke verwundene, etwa faustgroße Plastikröhre sieht recht unspektakulär aus. „Das Teil kühlt Batterien für Elektromotoren um 22 Prozent effektiver und es kostet zehn bis 15 Euro“, erklärt Jan Mrosik. Der Vorstand des Siemens-Bereichs Digitalindustrie ist sichtbar stolz. Mit herkömmlichen Methoden wäre das Teil weder zu entwerfen noch zu produzieren. Gefertigt hat es ein 3 D-Drucker, und auch beim Design war kein Mensch im Spiel. „Das macht unsere Software autonom, ohne menschliches Zutun“, erklärt ein Siemens-Experte am Rande einer Konferenz für 3 D-Druck in München. „Das dauert nur ein paar Stunden“, sagt der Siemensianer. Zur Herstellung brauche ein 3 D-Drucker dann noch einmal drei Stunden. Herkömmlich gießen oder pressen könne man das Teil nicht, weil die Röhre in seinem Inneren mit Wülsten und Buckeln völlig unregelmäßig geformt ist.

Nicht nur für solche Sonderanfertigungen sei 3 D-Druck heute schon das industrielle Maß der Dinge, betont der Digitalexperte des TÜV Süd, Holger Lindner. Auch beim 3 D-Drucken von Ersatzteilen vor Ort sei die Technologie mittlerweile wettbewerbsfähig. Die Alternative sei es, Ersatzteile vom Hersteller um die halbe Welt zum Bestimmungsort zu schicken. Das dauere und sei nicht billiger.

3 D-Druck sei auch ein Stück Klimaschutz, weil er heutigen Teiletourismus oft unnötig mache, assistiert Oerlikon-Chef Roland Fischer. Der Schweizer Industriekonzern ist Mitveranstalter der 3 D-Druckkonferenz. Um die Technologie voranzubringen, müssten Konzerne kooperieren. „Allein kann es keiner“, sagt Fischer. Ein solches Industriecluster hat Oerlikon zusammen mit General Electric und dem Dax-Konzern Linde gegründet. Wissenschaftlicher Forschungspartner ist die TU München. Bei dieser Technologie habe Deutschland, speziell der Großraum München, international die Nase vorn, findet Fischer.

Hinsichtlich der Anwendung von 3 D-Druck im industriellen Maßstab ist Andreas Behrendt skeptisch. Er ist Digitalexperte der Beratungsfirma McKinsey. „Die deutsche Industrielandschaft ist festgefahren und unfähig, sich zu verändern“, lautet sein vernichtendes Urteil. Firmen in den USA und China seien viel offener bei der Anwendung innovativer Verfahren wie 3 D-Druck.

Eine aktuelle Studie von Ernst & Young bestätigt Behrendt. Während zwei Drittel aller in Deutschland befragten Firmen 3 D-Druck nutzen, sind es in China und Südkorea 80 Prozent. In China wurde die Technologie zur wirtschaftspolitischen Strategie erklärt. Hierzulande befände sie sich noch vielfach im Teststadium, so das Fazit der Berater.

International den Anschluss zu verlieren, könne bei neuen Technologien mit hohen Wachstumsraten schnell gehen, warnt Behrendt. Für 3 D-Druck hat EY jährliche Wachstumsraten von einem Viertel errechnet. Aktuell setzt die Branche elf Milliarden Euro um. In vier Jahren sollen es gut 25 Milliarden Euro sein.

„Das Rennen hat erst begonnen“, glaubt Fischer. Niemand wisse heute, ob in einigen Jahren noch mit Lasern 3 D-gedruckt werde oder ob sich andere Verfahren durchsetzten. Ungewiss ist auch, wer das Geschäft macht. In der technologischen Entwicklung ist Deutschland derzeit noch gut mit dabei. In Anwendungsfragen zeichnet sich dagegen schon jetzt Nachholbedarf ab.

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