+
Curevac und Biontech arbeiten in Deutschland an einer Impfung gegen das Coronavirus

Diese Unternehmen profitieren vom Coronavirus

Bei CureVac und Biontech wird an einer Impfung gegen das Coronavirus gearbeitet. Aber die Forschung birgt Risiken.

Mainz/Tübingen - Ein Hersteller von Impfungen gegen das Coronavirus hat in den letzten Tagen weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Tübingen Bekanntheit erlangt: Das Unternehmen CureVac. CureVac entstand im Jahr 2000 aus der Universität Tübingen heraus. Gründer waren die beiden Professoren Günter Jung und Hans-Georg Rammensee. Beide hatten zuvor an der Universität Tübingen unter anderem an Impfstoffen geforscht.

CureVac forscht an mRNA gegen Coronavirus

Der Schwerpunkt von CureVac liegt auf der Arbeit mit mRNA. Stark vereinfacht ausgedrückt kann diese Informationen zu Zellen transportieren, die daraufhin beginnen, Schutz gegen Krankheitserreger zu produzieren. Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer bei CureVac, erklärt den Mechanismus so: „Die Natur hat Mechanismen erschaffen, um das Immunsystem gegen Infektionen zu aktivieren. Mit unserer einzigartigen mRNA-Technologie können wir die Natur nachahmen und dem Körper die Information bereitstellen, die er benötigt, um gegen das Virus zu kämpfen.“

Donald Trump wollten den Coronavirus-Imfpstoff von CureVac haben

Offenbar ist auch US-Präsident Donald Trump sehr überzeugt von der Arbeit von CureVac an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Denn Trump hatte sich am 02.03.2020 mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von CureVac Daniel L. Menichella getroffen. Der US-Präsident wollte angeblich die Rechte an einer Impfung exklusiv für die USA sichern.

Am 15.03.2020 gab CureVac allerdings bekannt, dass der Impfstoff gegen das Coronavirus nicht nur für einen bestimmten Staat sondern weltweit verfügbar sein soll. Auch Mehrheitseigner und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp äußerte sich in einem Interview mit dem Sportsender Sport1 entsprechend. Für ihn sei es „selbstverständlich“, dass der Impfstoff der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werde. Unterstützt wird CureVac von der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). In der Koalition arbeiten unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Union mit privaten Pharmaunternehmen zusammen, um einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln.

Auch Biontech forscht an Impfung gegen Coronavirus

Ein weiteres Unternehmen, welches vom Coronavirus profitiert ist Biontech mit Sitz in Mainz. Biontech wurde im Jahr 2008 aufbauend auf der Arbeit von Uğur Şahin, Christoph Huber und Özlem Türeci gegründet. Der Fokus der Arbeit liegt auf Krebstherapie und Immunologie, dabei setzt auch Biontech auf mRNA.

Wie bereits am 16.03.2020 bekannt wurde, soll Biontech bis zu 120 Millionen Euro für die Entwicklung einer Impfung erhalten. Das Geld kommt vom chinesischen Arzneimittelhersteller Fosun Pharma. Fosun soll den möglichen Impfstoff mit dem Namen BNT162 in China verkaufen, Biontech wird diese Arbeit zusammen mit seinem Partnerunternehmen Polynum in Europa übernehmen. Bereits Ende April sind erste klinische Tests geplant. Diese sollen nicht in Mainz, sondern in China stattfinden.

Aktienkurs von Biontech legt dank Forschung an Impfung gegen Coronavirus zu

Das Unternehmen sieht bereits „rasche Fortschritte“ bei der Arbeit an dem Coronavirus-Impfstoff. „Wir fühlen uns verpflichtet, unsere gesamte Technologie und unser Fachwissen im Bereich der Immuntherapie zu nutzen, um bei der Bewältigung des Pandemie-Notfalls COVID-19 zu helfen“, erklärte Geschäftsführer Sahin.

Am 17.03.2020 erklärte Biontech in Mainz, auch mit dem Arzneimittelhersteller Pfitzer bei der Herstellung von BNT162 gegen das Coronavirus zusammenzuarbeiten. Dafür sei bereits Material und Technologie ausgetauscht worden. Beide Unternehmen arbeiten schon seit 2018 zusammen, Pfitzer gehört zu den größten Arzneimittelherstellern weltweit. Die Aktie von Biontech legte innerhalb von nur einer Woche um mehr als 191 Prozent zu.

Erforschung von Corona-Impfung birgt Risiken

Schon im Februar war bei einem Treffen der WHO die Wichtigkeit der Entwicklung eines Impfstoffes betont worden. Die stellvertretende Generaldirektorin Marie-Paule Kieny betonte, dass es bei der Entwicklung der Impfung auch im Risikoabwägung gehe. Denn es ist nicht auszuschließen, dass Menschen, die eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben, einen schlimmeren Verlauf der Krankheit erleben, wenn sie sich infizieren. Warum das so ist, konnten Forscher noch nicht eindeutig erklären.

Ein altes Malaria-Medikament soll Covid-19-Erkrankten helfen, doch Forscher warnen vor Risiken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare