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Credit Suisse: Eine Großbank und ihre Skandale

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Von: Steffen Herrmann

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Credit Suisse
Die Schweizer Bank Credit Suisse soll kriminelle Kunden haben. © Gaetan Bally/KEYSTONE/dpa

Die Credit Suisse fällt immer wieder negativ auf. Auch vor dem Datenleak „Suisse Secrets“ sorgte sie für Schlagzeilen.

Die Credit Suisse (CS) hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Es ist eine Geschichte von Erfolg und Reichtum, aber auch von Gier und Korruption. 1856 als Schweizerische Kreditanstalt gegründet, ist die Bank heute eines von 30 „systemrelevanten“ Geldinstituten – so sieht es zumindest der Finanzstabilitätsrat, eine internationale Organisation, die das globale Finanzsystem überwacht. Diesen hohen Ansprüchen konnte die CS nicht immer genügen. Ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Drogenhandel: Von 2004 bis 2008 soll die CS einem bulgarischen Drogenhändler geholfen haben, 146 Millionen Schweizer Franken zu waschen. Der Fall wird vor dem Bundesstrafgericht verhandelt, die Bank bestreitet die Vorwürfe.

Faule Fische: Zusammen mit anderen Banken hatte die CS in Mosambik den Ausbau der Küstenwache, der Schifffahrtsflotte und der Thunfischbranche finanziert. Blöd nur, dass von den zwei Milliarden Dollar Hunderte Millionen in dunklen Kanälen verschwanden. Nach Ermittlungen von amerikanischen, britischen und Schweizer Behörden zahlte die CS in einem Vergleich 475 Millionen Dollar Strafe und erließ Mosambik Schulden von 200 Millionen.

Detektive: Auch gegenüber dem eigenen Personal bekleckerte sich die CS nicht mit Ruhm. Von 2016 bis 2019 ließ sie mehrere Personen durch Detektive beschatten, darunter einen früheren Topmanager, der zur Konkurrenz gewechselt war. Das Urteil der Schweizer Finanzaufsicht: Die Bank habe „über keine angemessene Organisation im Sinne des Schweizer Bankengesetzes“ verfügt.

Steuer-CD: Auch deutsche Kundschaft nutzte die Dienste der CS gerne. Und nicht immer legal: 2010 spielte ein Whistleblower den deutschen Steuerbehörden ein CD zu. Darauf waren Namen deutscher Kund:innen, die ihr Geld vor dem Fiskus versteckten. Außerdem: eine Präsentation, die nahelegte, dass die Bank wusste, dass es sich um Schwarzgeld handelte. Die Bank erhielt eine Strafe von 150 Millionen Dollar.

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