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Courage

  • VonRobert v. Heusinger
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Wie lange schafft es Euroland noch, das Thema Devisenspekulation zu tabuisieren? Zumal nach der Hälfte der G20-Staaten nun auch Japan einzugreifen bereit ist. Kommt es dazu, wird es in Euroland noch ungemütlicher. Von Robert von Heusinger

Wie lange schafft es Euroland noch, das Thema Devisenspekulation zu tabuisieren? Binnen zwei Wochen hat nun die Hälfte der G20-Staaten Kapitalverkehrskontrollen verschärft, eingeführt oder laut darüber nachgedacht, darunter alle vier BRIC-Staaten, die neuen Mächtigen, Brasilien, Russland, Indien und China. Sie werden der heißen Spekulationsgelder nicht mehr Herr und fürchten neue Blasen.

Als wenn das noch nicht als Misstrauensbeweis in die Institutionen des globalen Kapitalismus reichte, droht nun auch Japan an, die Nummer zwei der Weltwirtschaft, einzugreifen. Die Japaner wählen nicht das in Washington noch immer verdammte Instrument der Kapitalkontrolle, sondern setzen auf direkte Eingriffe. Sie kaufen Dollar am Markt, um den Kurs des Yen zu drücken. Denn auch nach Japan strömt spekulatives Geld, das den Wechselkurs auf den höchsten Stand seit 14 Jahren getrieben hat, trotz Deflation und Mini-Zinsen auf der Insel.

Wenn auch Japan den Spekulanten den Riegel vorschiebt, wird es in Euroland noch ungemütlicher: Dann muss das heiße Geld den Euro zum Spielball küren. Kann sich die Volkswirtschaft eine weitere Verteuerung gegen alle anderen Währungen der Welt erlauben? Nur, wenn Euroland die Hauptlast der globalen Arbeitslosigkeit schultern möchte.

Es führt kein Weg daran vorbei, endlich Klartext zu reden: Die freien Devisenmärkte, der Inbegriff des Finanzkapitalismus, gehören an die Kette gelegt. Das ist genauso wichtig, wie strengere Eigenkapitalvorschriften für Banken und eine bessere Aufsicht. Welcher Finanzminister oder Notenbanker ist so mutig, das auszusprechen? Nur zu.

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