Die Coronakrise drückt auf die Wirtschaftsleistung und damit auf die Rente.
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Die Coronakrise drückt auf die Wirtschaftsleistung und damit auf die Rente.

Expertentipps

Die Coronakrise trifft die Altersvorsorge - Was Experten jetzt raten

  • vonTheresa Dräbing
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Die Weltwirtschaft befindet sich im Abschwung, die Börsen sind stark eingebrochen. Wie sich das auf gesetzliche Rente und Geldanlagen auswirkt.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 setzt der Wirtschaft stark zu - und trifft auch die Altersvorsorge
  • Worauf sich Rentner, Anleger und Sparer in und nach der Coronakrise einstellen müssen
  • Tipps von Experten rund um Rente, Anlage und Aktien

Die gesetzliche Rente darf nicht gekürzt werden. Das ist seit 2009 ausgeschlossen, auch wenn das Lohnniveau, nach dem die Bezüge unter anderem berechnet werden, einmal sinkt. Damals, kurz nach der großen Wirtschaftskrise, hat der Bundestag aufgrund solcher Befürchtungen eine sogenannte Rentengarantieklausel beschlossen. Die gilt auch jetzt, in Folge der Coronakrise.

„Die Klausel schützt die Versicherten zwar vor Verlusten“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Ratgebers „Finanztip“. Eine Erhöhung werde es in den nächsten Jahren bei der gesetzlichen Rente aber wohl eher nicht geben – abgesehen von der im kommenden Juli, die bereits beschlossen ist und die sich auf steigende Löhne in der Vergangenheit bezieht. Im Angesicht der Krise ist das für die darauffolgenden Jahre nicht zu erwarten. Stattdessen dürften nach Schätzungen der Bundesregierung erst einmal über zwei Millionen Beschäftigte Kurzarbeitergeld bekommen, was langfristig auf die Renten drückt.

Die Coronakrise und private Geldanlage: Zinserhöhung nicht in Sicht

Und wie steht es um private Geldanlageformen? Ein Großteil der Deutschen setzt auf sogenannte sichere Anlagen. Dazu zählen zum Beispiel Tagesgeld und Festgeld. Hier sind die Zinsen schon seit Jahren so niedrig, dass es kaum mehr möglich ist damit die Inflationsrate zu übertreffen. „Eine Zinserhöhung im Sparbereich wird es aller Voraussicht nach auch in den nächsten zwei, drei Jahren nicht geben“, sagt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Eher dauert es länger.

Die Europäische Zentralbank hat vor wenigen Tagen noch einmal klargestellt, dass die Leitzinsen bis auf Weiteres auf niedrigem Niveau bleiben werden, die Strafzinsen für Banken könnten sogar noch steigen. Sicher soll das Gesparte auf Tages- und Festgeldkonten dennoch sein. Nach der deutschen Einlagensicherung sind alle Bankeinlagen bis zu 100 000 Euro pro Person geschützt. Ob dieses Versprechen im Falle der Pleite mehrerer Banken gehalten werden kann, ist allerdings zweifelhaft.

Betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Vertrag in Zeiten des Coronavirus

Auch eine betriebliche Altersvorsorge, eine Lebensversicherung oder ein klassischer Riester-Vertrag bieten in der Regel eine Beitrags- oder Zinsgarantie. Mindestens sollten Versicherte also das rausbekommen, was sie eingezahlt haben. „Wenn es sich um eine betriebliche Altersvorsorge handelt, die der Chef ganz oder in wesentlichen Teilen alleine zahlt, besteht theoretisch das Risiko, dass er das irgendwann nicht mehr leisten kann“, sagt Tenhagen. Jedoch gebe es für ein Nichteinhalten von Garantien in Deutschland strenge Vorschriften. „Über ein solches Szenario würde ich mir jetzt noch keine Sorgen machen“, so der Finanzexperte.

Gedanken machen sollten sich seiner Ansicht nach Versicherte, die eine fondsgestützte Lebensversicherung abgeschlossen haben, die in diesem Jahr ausgezahlt werden soll. „In einem solchen Fall lohnt es sicherlich, sich einmal zu informieren, ob es möglich wäre, den Vertrag zu verlängern, in der Hoffnung, dass die Kurse wieder steigen.“ Denn all das Geld, was an der Börse investiert wurde, ist derzeit vom Kursrutsch der vergangenen Wochen betroffen. Ziehen Anleger ihr Geld zu diesem Zeitpunkt raus, realisieren sie somit die Verluste.

Coronavirus und die Börse: Warten, bis die Kurse wieder steigen

Auch hier sind sich die Experten einig: Wurde an der Börse investiert, heißt es zurzeit, dabei zu bleiben, auch wenn es schmerzt. „Wichtig ist es, in Krisenzeiten wie jetzt nur an das Geld ranzugehen, wenn es absolut sein muss“, sagt Tenhagen. Wartet man ab, besteht die Chance, dass die Kurse wieder steigen. Und das war in der Vergangenheit noch nach jeder noch so großen Krise so. „Wenn man sich die Kursverläufe über die vergangenen zehn, 15 Jahre anguckt, sind viele Anleger mit ihren Depots auch jetzt noch im Plus. Obwohl die großen Indizes um fast 30 Prozent runtergegangen sind“, sagt Verbraucherschützerin Oelmann.

Dennoch, wer vor fünf Wochen beispielsweise 20 000 Euro im Depot hatte, ist nun in der Regel ein paar Tausend Euro ärmer. Das wieder aufzuholen, braucht Zeit. „Wie andere kann auch ich nicht in die Glaskugel schauen, niemand weiß, wie sich die Börse in Zukunft entwickelt. Wer jetzt Verluste auf dem Depot sieht, wird vor Jahresende aber sicher noch kein Plus sehen“, so der Finanztip-Chef.

Wer kurz vor der Rente steht: So wenig Geld wie möglich herausnehmen

Wer diese Zeit nicht hat, weil er oder sie möglicherweise kurz vor der Rente steht und geplant hatte, dieses Jahr den Gewinn zu realisieren, sollte dies höchstens in Raten tun. „Anleger sollten schauen, welche Summe sie dringend im ersten Jahr brauchen und diese herausnehmen“, sagt Tenhagen. „Den Rest empfehle ich, drinnen zu lassen.“

Natürlich schadet es aber nicht, sich den Einzelfall anzugucken. So sollte ein Aktienfonds immer breit gestreut sein und viele unterschiedliche Werte beinhalten, damit bei einer langfristig negativen Entwicklung eines Börsenwerts die anderen Werte den Verlust auffangen können. Ob ein Fonds diese Kriterien erfüllt, wertet zum Beispiel auch die Stiftung Warentest in ihrem „Produktfinder Fonds“ regelmäßig aus und kann eine Orientierung geben.

Investieren an der Börse: Langfristig anlegen und nicht zocken

Vom Investieren an der Börse raten die Experten indes auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht ab. Aber Anleger sollten einmal mehr die Grundregeln der Geldanlage beachten: „Es ist wichtig, einen langen Anlagezeitraum von mehreren Jahren zu wählen, alles andere ist zocken“, sagt Oelmann. Ebenso wie nur auf Einzelwerte zu setzen.

„Um das Risiko zu minimieren, sollte die Geldanlage immer auch aus mehreren Komponenten bestehen“, so Verbraucherschützerin Oelmann.

Im Sommer 2020 soll es trotz der Corona-Krise eine satte Rentenerhöhung in Deutschland geben. Doch langfristig steht die Rente vor Problemen. Vor Problemen stehen auch viele Rentner: Sie müssen trotz 40 Beitragsjahren mit einer Mini-Rente auskommen.

Wem die Steuer auf die Rente in Deutschland zu hoch ist, der sollte nach Süden schauen: Griechenland lockt mit Steuervorteilen auf die Rente.

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