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In Supermärkten in Deutschland gelten strenge Corona-Regeln. Das müssen Verbraucher beim Einkauf beachten. (Symbolbild)
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In Supermärkten in Deutschland gelten strenge Corona-Regeln. Das müssen Verbraucher beim Einkauf beachten. (Symbolbild)

Corona-Pandemie

2G-Regel kommt für Supermärkte - So reagieren Aldi, Lidl, Rewe & Co.

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Supermärkte in Hessen und Niedersachsen dürfen die 2G-Regel umsetzen. Aldi, Lidl und weitere Supermärkte haben jetzt zur Corona-Option Stellung bezogen.

Frankfurt – Während der Pandemie werden die Corona-Maßnahmen stetig angepasst. Aufgrund der steigenden Impfquote und der sinkenden Hospitalisierung sind in den letzten Monaten zahlreiche Lockerungen in Kraft getreten. Die 3G- und 2G-Regel haben es ermöglicht, viele Bereiche öffentliche Lebens unter vergleichsweise „normalen“ Umständen wieder stattfinden zu lassen.

Die 2G-Option wurde in Hessen und Niedersachsen vor Kurzem auch auf den Einzelhandel ausgeweitet. Grund dafür war ein Urteil des hessischen Verwaltungsgerichts nach der Klage einer Einzelhändlerin. Auch Supermärkte könnten von der 2G-Regel Gebrauch machen. Aldi, Lidl, Rewe und Co. haben sich auf Nachfrage dazu geäußert, ob ihre Märkte in Zukunft nur noch für Genesene und Geimpfte zugänglich sein werden.

2G-Regel bei Aldi, Lidl & Co. – Supermärkte äußern sich zur neuen Corona-Option

Die 2G-Regel steht nun auch dem Einzelhandel zur Verfügung. Die neue Option sei „auf Wunsch aus der Branche“ eingeführt worden, erklärte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach einer Kabinett-Sitzung. Doch werden Supermärkte wirklich die 2G-Option nutzen? Derzeit gelten noch andere Maßnahmen bei Aldi, Lidl und Co.

Zunächst einmal muss klar sein: Die 2G-Regel ist lediglich eine Option und kein Zwang. Das sollte nach Meinung von Stefan Genth, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, auch so bleiben. Es sei wichtig, dass die 2G-Pflicht freiwillig bleibe, denn sie sei bei Geschäften mit hoher Kundenfrequenz nicht umsetzbar, so Genth gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Epidemiologe Karl Lauterbach sieht die Nutzung der 2G-Option bei Supermärkten ebenfalls kritisch: „Der Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten zur Grundversorgung muss allen Menschen offenstehen, auch Ungeimpften.“

Rewe zu bisherigen Corona-Maßnahmen – Haben sich „in der Praxis sehr gut bewährt“

Und das sehen viele Supermarktketten genauso. Auf Nachfrage des ZDF gaben die Pressesprecher diverser Discounter und Supermärkte bekannt, dass sie die 2G-Option für den Einzelhandel ablehnen. Auch Ungeimpfte dürften in Zukunft bedenkenlos die Filialen besuchen, hieß es.

Ein Sprecher von Rewe erklärte im Gespräch mit dem ZDF, dass sich die bisherigen Maßnahmen „in der Praxis sehr gut bewährt“ hätten. Aldi plädierte auf seine Pflichten als Grundversorger, der keine „einzelne Kundengruppe vom Einkauf“ ausschließen dürfe. Das würde „grundsätzlich unserem Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen“, heißt es in der Stellungnahme des Discounters. Lidl, Edeka und ihr Tochterunternehmen Netto beziehen dieselbe Position. Auch Kaufland hat sich mittlerweile positioniert.

Corona-Option: 2G-Regel im Supermarkt – Was ist rechtlich überhaupt möglich?

Der Einsatz der 2G-Regel in Supermärkten würde den Druck auf Ungeimpfte erheblich erhöhen. Doch die Rechtslage ist heikel. Supermärkte gehören zur Grundversorgung in Deutschland und diese muss für alle Menschen gewährleistet werden. Besonders in ländlichen Gegenden sind die Einwohner:innen oft auf einzelne Lebensmittelgeschäfte angewiesen.

Eine 2G-Regel könnte dort dafür sorgen, dass viele Ortsansässige keine Einkaufsmöglichkeit mehr hätten. Die Folge wären zahlreiche Klagen der betroffenen Personen, vermutet Günther Neufeldt aus der ZDF-Redaktion „Recht und Justiz“. Es sei durchaus denkbar, dass die Klagenden vor Gericht Zuspruch erhalten würden, so der Experte.

Karl Lauterbach (SPD) befürwortet 2G-Modell - allerdings nicht im Supermarkt

In anderen Geschäften sei die Anwendung der 2G-Regel jedoch durchaus denkbar. Im Gespräch mit dem RND befürwortete SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach das 2G-Modell: „2G bietet in Clubs und Restaurants Sicherheit, weil Menschen dort stundenlang sitzen und die Maske zum Essen und Trinken abnehmen.“ Es sei auch bei allen Einzelhändlern sinnvoll, nur nicht bei Supermärkten: „Im Supermarkt halten sich die Kunden [...] nicht so lange an einer Stelle auf und nehmen die Masken auch nicht ab.“

Auch Fachleute des Deutschen Handelsverbandes halten die 2G-Regel grundsätzlich für sinnvoll. „Es ist gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, so Geschäftsführer Stefan Genth gegenüber dem RND. Wichtig sei jedoch, dass die Händler selbst über die Anwendung entscheiden können. (Andreas Apetz)

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