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Unternehmen sollen in der Corona-Krise Steuern später zahlen dürfen - doch das ist gar nicht so einfach.

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Steuern einfach später zahlen - Doch dafür müssen einige Bedingungen erfüllt sein

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In der Corona-Krise will die Bundesregierung Unternehmen und Arbeitnehmer in Deutschland entlasten. Steuern können später bezahlt werden - unter einigen Bedingungen.

  • Die Corona-Krise in Deutschland wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus
  • Die Bundesregierung will jetzt Unternehmen und Arbeitnehmer unterstützen
  • Steuern könnten wegen der Corona-Pandemie einfach später gezahlt werden - unter einigen Bedingungen

Die wirtschaftlichen Folgen derCorona-Krise werden verheerend sein. Für Unternehmen – aber genauso für viele Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit geschickt werden oder gar ihren Job verlieren. Finanzminister Olaf Scholz will deshalb die Unternehmen in der Krisenzeit weiter steuerlich entlasten

Corona-Krise in Deutschland: Unternehmen können Steuern später zahlen

Die Regierung arbeite gerade „an einem unbürokratischen Weg, dass Unternehmen in begrenztem Umfang ihre Verluste aus diesem Jahr schon mit dem Gewinn 2019 verrechnen können“, sagte Scholz am Samstag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. 

„Eine solche Regelung würde die Firmen mit zusätzlicher Liquidität versorgen und ließe sich ohne Änderung der Steuergesetze bewerkstelligen“, so der Finanzminister. 

Andere Maßnahmen zu Abmilderung der Krisen-Folgen hat die Bundesregierung aber bereits beschlossen. Darunter fallen auch Steuererleichterungen. Zu den wichtigsten zählen hierbei Stundungen von Steuerzahlungen, die Anpassung von Vorauszahlungen und die Möglichkeit Vollstreckungsmaßnahmen auszusetzen. Die „FR“ gibt einen Überblick, wie davon Unternehmen (Selbstständige eingeschlossen) und Arbeitnehmer profitieren können.

Corona-Krise in Deutschland: Wie Unternehmen von Steuererleichterungen profitieren können

Unternehmen:„Wenn Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden“, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium. 

Dabei berücksichtigt werden Einkommen- und Körperschaftssteuer sowie die Umsatzsteuer. Wer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen möchte, muss einen schriftlichen Antrag beim zuständigen Finanzamt einreichen. 

Steuern später zahlen in Corona-Krise für Unternehmen in Deutschland: So geht es

„Inzwischen stellen viele Bundesländer die Anträge online zur Verfügung“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Es muss sich also an das vorgefertigte Schreiben im eigenen Bundesland gehalten werden. „Generell sind die Anträge sehr einfach gefasst“, sagt Klocke.

Werden in einem solchen Fall normalerweise betriebswirtschaftliche Nachweise verlangt, warum eine Steuerstundung nötig ist, reicht in der derzeitigen Sondersituation als Begründung der Hinweis auf die Corona-Krise. „Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Hotel, ein Gastronomiebetrieb oder eine Boutique im Zuge der derzeitigen Situation schließen musste oder wenn es sich um einen Messeveranstalter handelt, dem jetzt alle Aufträge weggebrochen sind“, macht Klocke deutlich.

Steuern zahlen aufgeschoben? Das gilt es in der Corona-Krise zu beachten

Aber Achtung: Stundung heißt lediglich, dass die Frist der Zahlung aufgeschoben wird. „Es werdenkeine Steuern erlassen“, sagt Klocke. Das gilt ebenso für die Vorauszahlungen wie auch für die Möglichkeit, die fiskalen Vollstreckungsmaßnahmen auszusetzen – auch das erfolgt nach der Antragsbewilligung nur auf Zeit. 

Unternehmen müssen die Fristaufschiebungen außerdem selbst beantragen. Auch in Branchen, in denen es sehr wahrscheinlich zu flächendeckenden Umsatzeinbußen kommt, werden die Forderungen nicht automatisch für eine gewisse Zeit ausgesetzt.

Steuererleichterungen in Corona-Krise: Verzinsung noch ungeklärt

Der Antrag

Das Formular  zur coronabedingten Steuerstundung stellt das jeweils zuständige Finanzamt zur Verfügung. Die Finanzämter in Hessen haben dies über das Online-Portal Elster getan. Wer dort noch nicht registriert ist, ist angehalten dies zu tun, um auf die Anträge zugreifen zu können.

Die Bearbeitungsdauer  lässt sich derzeit noch nicht absehen. Das Land Hessen teilt jedoch mit, dass sämtliche Anträge auf Steuererleichterungen infolge der Corona-Krise durch die Finanzämter so zügig wie möglich bearbeitet werden würden. thd

Wie es sich mit der Verzinsung der gestundeten Beträge verhält, sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine. Normalerweise beträgt der Zinssatz bei Stundung 0,5 Prozent pro Monat. 

„Das Bundesfinanzministerium weist zwar darauf hin, dass die Finanzämter darauf verzichten können, es gibt aber keine klare Anweisung, dass sie es müssen“, so Rauhöft.

Corona-Krise in Deutschland: Wie Arbeitnehmer von Steuererleichterungen profitieren können

Arbeitnehmer:Zwar sind Arbeitnehmer weniger häufig von Steuervorauszahlungen betroffen, aber wenn doch, gelten für sie die gleichen Regelungen wie derzeit für Unternehmen: „Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt“, so das Versprechen aus dem Bundesfinanzministerium. 

Voraussetzung ist auch hier ein eigens gestellter Antrag und eine nachvollziehbare Begründung, warum durch die Corona-Pandemie Einkommenseinbußen entstehen.

Steuern später zahlen in Corona-Krise: Kurzarbeit reicht als Grund

Die Auferlegung von Kurzarbeit kann beispielsweise als eine solche Begründung dienen. „Das Kurzarbeitergeld selbst ist außerdem steuerfrei“, sagt oberster Lohnsteuerhelfer Rauhöft. Beachten müssen Arbeitnehmer allerdings, dass bei Bezug von Kurzarbeitergeld eine Abgabe der Steuererklärung im kommenden Jahr verpflichtend ist.

Auch eine freiwillige Abgabe der Steuererklärung kann sich im kommenden Jahr für Arbeitnehmer lohnen, die aufgrund der derzeitigen Situation im Home Office arbeiten müssen. „Wer sein privates Telefon oder seine private Internetleitung jetzt auch beruflich nutzen muss, kann sich die Kosten anteilig dafür beim Arbeitgeber steuerfrei erstatten lassen oder in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen“, so Rauhöft. Ebenso können Aufwendungen für Arbeitsmittel, wie etwa der private Laptop, in der Steuererklärung geltend gemacht werden. 

Steuern später zahlen in Corona-Krise: Was man im Homeoffice geltend machen kann

Maximal 1.250 Euro können außerdem für das private Arbeitszimmer geltend gemacht werden. Einen Anspruch auf Werbungskostenabzug haben Arbeitnehmer allerdings nur dann, wenn im Betrieb kein Arbeitsplatz mehr zur Verfügung steht. „Außerdem muss es sich um einen Raum handeln, der ausschließlich als Arbeitszimmer genutzt wird“, sagt Rauhöft. Der umfunktionierte Arbeitsplatz am Küchentisch reiche nicht aus, um Geld vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten haben ohnehin nicht alle Arbeitnehmer. Einigen Beschäftigten in systemrelevanten Berufen, wie beispielsweise dem Einzelhandel, werden nun Boni in Aussicht gestellt. Laut Finanzminister Olaf Scholz sollen diese steuerfrei gestellt werden. 

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