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Parfümerie-Kette

Im Corona-Lockdown: Douglas hält Filialen offen - Firmenchefin rudert zurück

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Die Parfümerie-Kette Douglas sorgt im Corona-Lockdown für eine hitzige Debatte. Gelten Parfümerien als Drogerien?

  • Douglas hat im Corona*-Lockdown geplant, Filialen geöffnet zu lassen. Es entbrennt in Hessen aktuell ein Streit.
  • Zentrale Frage: Ist eine Parfümerie eine Drogerie?
  • Gewerkschaften verurteilen das Vorgehen von Douglas und sehen darin ein „Unterlaufen des Lockdowns“.

Frankfurt - Gilt eine Parfümerie auch als Drogerie? Diese Frage sorgt aktuell für Diskussionen. Anlass ist die Entscheidung der international tätigen Parfümerie-Kette Douglas, viele Geschäfte geöffnet zu lassen - mitten im Corona-Lockdown*.

Dafür erntet das Unternehmen Kritik seitens der Gewerkschaft Verdi. Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter von Verdi Hessen, bezeichnete die Aktion gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ als ein „anrüchiges Unterlaufen des Lockdowns“. Schiederig vermutet, dass Douglas auf diese Weise verhindern wolle, dass Filialen im Lockdown geschlossen werden. Rund ein Viertel der Douglas-Geschäfte will das Unternehmen offen lassen.

Douglas hebelt Lockdown-Regeln aus: Verdi nennt es „unglaubwürdig“

Auf die Anschuldigungen hat Douglas bereits reagiert. Man halte sich an die geltenden Regeln des Lockdowns. Demnach sei vorgesehen, dass Drogerien geöffnet bleiben können - Parfümerien hingegen nicht. Im Sprachgebrauch sei der Begriff Drogerie als Einzelhandelsbetrieb, der Körperpflege- und Kosmetikprodukte verkaufe, definiert. Douglas-Filialen stellen dazu passende Angebote lediglich zur Verfügung, hieß es. Im Viertel der betroffen Filialen „bieten wir den Großteil des klassischen Drogerie-Sortiments an: Körperpflegeprodukte wie Cremes, Shampoo, Seife, Deodorants, Make-up, Parfüms und Hygieneprodukte“, erklärte ein Douglas-Sprecher der „dpa“. Darüber berichtet auch die „Gießener Allgemeine“*.

Die Parfümerie-Kette Douglas hatte geplant einige Filialen im Corona-Lockdown geöffnet zu lassen. (Archivfoto)

Laut Angaben der „Wetzlarer Zeitung“ liegt Verdi ein internes Douglas-Schreiben vor, in dem davon die Rede ist, die Filialen nicht wie eine Parfümeriekette wirken zu lassen. Beispielsweise sei geplant, Schmuck in den Verkaufsflächen verschwinden zu lassen. „Im Eingangsbereich des Stores sollte primär unser Drogerie-Sortiment präsentiert werden, sodass klar ist, dass wir eine Drogerie sind“, heißt es dem Bericht zufolge im Brief. Die Corona-Verordnung in Hessen sieht vor, dass der „Schwerpunkt des Sortiments“ für die Einordnung eines Geschäfts entscheidend sei.

Corona-Lockdown: Douglas betont - „Gesundheit erste Priorität“

Auch auf mögliche unangemeldete Corona-Kontrollen seitens der Behörden bereitet sich Douglas demnach vor. Mit „Bitte keine aggressiven Gespräche führen und Auseinandersetzungen vermeiden“ und „Bitte lasst Euch die Ausweise zeigen und notiert die Namen in der Protokollvorlage anbei. Falls die Beamten den Store schließen möchten, legt bitte bereits mündlich Widerspruch ein“, gibt das Unternehmen Ratschläge für die Mitarbeitenden.

Noch am Dienstag (15.12.2020) ließ Tina Müller, Douglas-CEO, via Twitter verlauten, dass man hinter den Lockdown-Regelungen stehe: „Die Gesundheit unserer Teams & Kund*innen haben erste Priorität“, so Müller. Für Gewerkschaftler Schiederig ist das Vorgehen von Douglas unverständlich: „Wer den dringenden Lockdown und das erlaubte Weiterführen bestimmter Geschäfte auf solche Weise fehlinterpretiert, macht sich nicht nur unglaubwürdig.“

Am frühen Donnerstagmorgen (17.12.2020) schließlich der Rückzieher: Tina Müller verkündete auf Twitter, dass man die Entscheidung korrigiere. „Für Viele war die Entscheidung, einige Filialen mit Drogerie-Sortimenten offenzuhalten, nicht nachvollziehbar. Ab heute bleiben alle deutschen Filialen b.a.W. geschlossen. Wir bitten alle um Entschuldigung, die wir mit unserem Vorgehen befremdet oder vor den Kopf gestoßen haben“, heißt es im Statement. (Tobias Utz) *fr.de und gießener-allgemeine.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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