+
Homeoffice in der Corona-Krise: Da braucht es eine stabile Internetverbindung. 

Datenverkehr

Corona-Krise: Alles spielt im Internet

  • schließen

Homeoffice, Videokonferenzen und Filme - der Datenverkehr wächst in der Corona-Krise rasant. Noch reichen die Kapazitäten.

  • Die Corona-Krise lässt den Datenverkehr wachsen
  • Homeoffice, Videokonferenzen und Streaming nehmen zu
  • Bislang hält das Internet den Corona-Folgen stand

Frankfurt - Corona-Krise ohne Internet? Es wäre alles noch viel dramatischer. Das Leben an sich und das Arbeiten in vielen Unternehmen funktioniert halbwegs weiter – dank Homeoffice, Videokonferenzen, Homeschooling und Streaming-Diensten. 

Doch das hat gravierende Auswirkungen auf den Datenverkehr. Der hat neue Rekordmarken erreicht, wie der Betreiber des weltweit größten Internetknotens DE-CIX in Frankfurt mitteilte. 

Doch die Bundesnetzagentur gab vorerst Entwarnung: „Die Netze sind derzeit stabil“, sagte ihr Präsident Jochen Homann. Gravierende Beeinträchtigungen würden „aktuell nicht erwartet“. Die Anbieter seien auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet.

Corona-Krise: Datenverkehr im Internet steigt

Seit Beginn der Corona-Krise ist der durchschnittliche Datenverkehr laut DE-CIX um rund zehn Prozent angestiegen. „Die Nutzer sind nun auch tagsüber häufiger und länger online, das merken wir stark“, sagte der Technische Leiter Thomas King. 

Normalerweise verläuft der Datenstrom in Wellenbewegungen, beginnend morgens um sechs Uhr mit einem Höhepunkt um 21 Uhr. Nun seien fast alle zu Hause, und der Datenverkehr verteile sich über den ganzen Tag, und zwar auf erhöhtem Niveau. In den kommenden Tagen und Wochen rechnet man bei DE-CIX mit einem weiteren Anstieg.

Corona-Krise zwingt zu Homeoffice und Online-Spielen

Einen Boom gibt es vor allem bei Videokonferenzen, die von Anbietern wie Skype, Teams oder Zoom organisiert werden. Die Datenmengen haben sich hier verdoppelt. Videos werden geschaut wie nie, Online-Spiele und soziale Netzwerke viel stärker genutzt. Die Videostream-Anbieter hätten ihre Kapazitäten am Frankfurter Knoten stark hochgefahren, und die Anzahl der User, die Online- und Cloud-Gaming-Plattformen benutzen, habe sich binnen einer Woche verdoppelt.

Bisher ist das Netz also stabil. Doch das muss nicht so bleiben. „Aufgrund der Dynamik der Situation“ sei nicht auszuschließen, dass sich diese Lage schnell ändern könne, heißt es in einem Bericht von Netzagentur und Bundeswirtschaftsministerium zum Thema. Dafür wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen. Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom und Vodafone dürfen laut einem Leitfaden im Krisenfall in den Datenverkehr eingreifen, wobei Telefonieren und besonders wichtige Datendienste – etwa Videokonferenzen – Vorrang bekommen sollen.

Corona-Krise: Videokonferenzen und Streaming

Das bedeutet, dass Streamingangebote in ihrer Datenübertragungsrate heruntergeregelt werden können. Einige große Anbieter wie Amazon, Netflix und Youtube haben sie in der vorletzten Woche allerdings bereits freiwillig gedrosselt, was die Situation bei der Netzauslastung entspannt hat. Denn auf das Streaming entfallen rund 60 Prozent des Datenverkehrs.

Experten erwarten, dass die Corona-Krise einen Schub bei der Digitalisierung bringen wird. Damit dürfte auch der Stromverbrauch des Netzes, der derzeit weltweit rund zehn Prozent der produzierten Elektrizität ausmacht, zusätzlich stark ansteigen. 

Laut Prä-Corona-Prognosen sollte sich der Verbrauch bis 2030 auf dann über 8000 Terawattstunden bereits mehr als verdreifachen. Das könnte nun noch mehr werden. Gegenrechnen muss man allerdings Energieeinsparungen, die sich ergeben, wenn sich der aktuelle Trend zu Homeoffice statt Fahrten zur Arbeit und Videokonferenzen statt Dienstreisen verfestigt.

Von Joachim Wille

Das sagt der Experte: Tilman Santarius über die Corona-Krise und den Trend zum Homeoffice und zum Leben im Internet.

Dank der Corona-Krise ist das Klimaziel für 2020 nun doch in Sicht.

Wenn die Corona-Krise vorbei ist, reicht es auch mit Essen bestellen, Homeoffice und dem affigen Digitalgehabe. Unsere Kolumne aus der sozialen Isolation.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion