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Corona-Impfstoff: Moderna verzichtet auf Patentschutz in 92 Ländern

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Von: Monja Stolz

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In Zukunft soll der Corona-Impfstoff von Moderna auch für ärmere Länder zugänglich werden.
In Zukunft soll der Corona-Impfstoff von Moderna auch für ärmere Länder zugänglich werden. © Jenny Kane/dpa

Moderna will, stellt seine Impfstoff-Patente in ärmeren Ländern frei. Außerdem will das Unternehmen neue Impfstoffe gegen Pandemien entwickeln.

Cambridge/Massachusetts – Während in Deutschland der Grund für eine Corona-Impfquote von unter 100 Prozent Impfgegner:innen und -skeptiker:innen sind, gibt es in anderen Ländern ganz andere Gründe: Es steht schlicht nicht genug Impfstoff zur Verfügung, weil dieser für viele Länder zu teuer ist. In der Demokratischen Republik Kongo sind beispielsweise nur 0,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, wie der Online-Publikation Our World in Data zu entnehmen ist. In Portugal sind es 91,3 Prozent.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die Corona-Impfstoff entwickelnden Pharmakonzerne zuletzt heftig kritisiert. Während Pfizer, Biontech und Moderna riesige Umsätze gemacht hätten, seien nur zwei Prozent ihrer Impfdosen an ärmere Länder gegangen, heißt es in einem Bericht der Organisation.

Moderna: Patente sollen Zugang zu Corona-Impfstoff nicht behindern

Der US-Pharmakonzern Moderna macht jetzt einen Schritt in Richtung der Forderungen verschiedener Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen, indem das Unternehmen in 92 Ländern dauerhaft auf den Patentschutz seines Corona-Impfstoffes verzichten möchte. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag (08.03.22) mit. Der Pharmakonzern wolle „in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sicherstellen, dass unsere Patente den Zugang zu unserem Corona-Impfstoff nicht behindern“, sagte Moderna-Präsident Stephen Hoge der Wirtschaftswoche. Das Unternehmen verzichte damit automatisch auf entsprechende Lizenzeinnahmen.

Moderna hatte bislang zugesagt, seine Patentrechte in ärmeren Ländern bis zum Ende der Pandemie nicht zu verfolgen. „Jetzt gilt diese Zusage unbegrenzt“, sagte Hoge. Die 92 betroffenen Länder wurden den Angaben zufolge von der internationalen Impfallianz Gavi definiert. Zu den Ländern zählen vor allem afrikanische Staaten sowie unter anderem die Philippinen, Indonesien und Indien.

Erst am Montag (07.03.2022) hatte Moderna angekündigt, angesichts des dramatischen Impfstoffmangels in Afrika ein Werk zur Herstellung seines Corona-Vakzins in Kenia zu errichten. Dort sollen ab Anfang kommenden Jahres jährlich bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen produziert werden

NameModerna, Inc.
GründungSeptember 2010
FirmensitzCambridge, Massachusetts, USA
CEOStéphane Bancel
Mitarbeiterzahl1300 (Setember 2021)

Moderna möchte mit weiteren Impfstoffen neue Pandemien verhindern

Darüber hinaus kündigte der Konzern an, Impfstoffe gegen 15 neue oder bisher vernachlässigte Viren und Bakterien entwickeln und damit das Risiko einer erneuten Pandemie verringern zu wollen. Dabei wolle sich das Unternehmen auf die weltweit 15 gefährlichsten Krankheitserreger konzentrieren, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der globalen Impf-Partnerschaft Cepi als die größten Risiken für die öffentliche Gesundheit angesehen werden. Unter anderem solle bis 2025 die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Dengue-Fieber, Ebola, Malaria und Tuberkulose vorangetrieben werden, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel der Nachrichtenagentur AFP. (mos/AFP)

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