Stada

Corona hilft zeitweise

Gegenwind für den Arzneimittelhersteller Stada im zweiten Quartal.

Der Arzneihersteller Stada hat von Zukäufen und einer starken Medikamentennachfrage in der Corona-Krise profitiert. Dank mehrerer Übernahmen vor allem im Osteuropa-Geschäft wuchs der Umsatz im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro, teilte der Grippostad-Hersteller am Mittwoch mit. Aus eigener Kraft stand ein Plus von neun Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Dabei wirkte sich die Corona-Krise unterschiedlich aus: Während Stada im Frühjahr von Hamsterkäufen etwa bei Immunpräparaten und Schmerzarzneien profitierte und zeitweise auf Rekordniveau produzierte, hatten die Hessen im zweiten Quartal mit Gegenwind zu kämpfen. In Ländern wie Russland, wo Verbraucher in der Regel ihre Medikamente selbst bezahlen müssen, sank die Nachfrage deutlich. Dort suchten weniger Menschen Apotheken, Ärzte und Krankenhäuser auf, erklärte Stada. Unterm Strich wuchs der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr um 14 Prozent auf 337 Millionen Euro. Angaben zum Nettogewinn gab es nicht.

Stada mit rund 11 100 Beschäftigten stellt rezeptfreie Arzneien wie das Erkältungsmittel Grippostad sowie Nachahmerarzneien und Spezialpharmazeutika her. Die Finanzinvestoren Bain und Cinven hatten den Konzern mit Sitz in Bad Vilbel nahe Frankfurt 2017 nach langem Übernahmeringen für 5,3 Milliarden Euro übernommen.

Mit den neuen Eignern im Rücken hatte Stada 2019 ein Arznei-Portfolio vom japanischen Konkurrenten Takeda für rund 600 Millionen Euro gekauft und damit das Geschäft in Russland und im übrigen Osteuropa gestärkt. Zudem übernahmen die Hessen den Arzneimittelhersteller Walmark in Tschechien für einen dreistelligen Millionen-Betrag.

Stada-Chef Peter Goldschmidt sprach von einem Wachstum über dem Marktdurchschnitt. Es sei aber viel Kreativität und Engagement nötig, um den Kurs im zweiten Halbjahr fortzusetzen. (dpa)

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