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Während Corona könnte man auf die Idee kommen, Kreditzahlungen zu stunden und die Zahlung der Miete auszusetzen.

Stundung 

Corona-Krise: Miete aussetzen, Kreditzahlungen stunden? Warum das keine gute Idee ist

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Verbraucherschützer warnen vor den Konsequenzen solcher Maßnahmen in der Corona-Krise.

  • Die Corona-Krise bringt finanzielle Folgen mit sich.
  • Für manche liegt es nahe, Kreditzahlungen zu stunden oder Mietzahlungen auszusetzen.
  • Verbraucherschützer raten von solchen Maßnahmen dringend ab.

Viele Menschen ächzen unter den finanziellen Folgen der Corona-Krise. Nicht wenige fragen sich: „Wie überhaupt noch die Miete oder den Einkauf bezahlen, wenn das Haushaltseinkommen radikal geschrumpft ist?“ Naheliegend ist es da - auch dank aktueller gesetzlicher Neuregelungen - etwa Kreditzahlungen zu stunden oder Verträge für die private Altersvorsorge zu kündigen. Doch das birgt auch Risiken, wie die Frankfurter Rundschau in einem Überblick zeigt.

Corona-Krise: Besser keinen weiteren Kredit aufnehmen

Die Stundung von Zins- und Tilgungszahlungen für Konsumenten- und Immobilienkredite hat die Bundesregierung innerhalb ihres Hilfspakets für Verbraucher möglich gemacht. Die Banken müssen einem Zahlungsaufschub zustimmen, sofern Verbraucher darlegen können, dass sie im Zuge der Corona-Krise in Geldnot geraten sind. 

Sally Peters, Geschäftsführerin des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg, rät jedoch, das Angebot nur im Notfall anzunehmen. „Sicherlich ist es in akuter Geldnot besser, Zahlungen zu pausieren, als einen weiteren Kredit aufzunehmen und damit noch mehr Schulden anzusammeln“, so Peters. „Verbraucher sollten sich aber bewusst sein, dass Stundung eben nur einen Aufschub bedeutet.“ So gilt die Regelung aktuell bis Ende Juni.

Corona-Krise: Kreditlaufzeiten erhöhen sich durch Pausierung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert zwar, die Frist zu verlängern, da absehbar sei, dass Verbraucher noch länger unter der Corona-Pandemie und ihren Folgen leiden würden. Und auch einige Banken gewähren ihren Kunden freiwillig eine länger andauernde Stundung. Aber ob nun im Juli oder später – nach Ablaufen der Frist müssen die Zahlungen wieder aufgenommen werden. 

Laut dem Bundesjustizministerium verlängern sich die Laufzeiten der Kreditverträge jedoch durch die Pausierung - die Verbraucher müssen also im Juli nicht plötzlich doppelte Raten zahlen. Die Kunden sollten das allerdings nochmal mit ihrer Bank durchsprechen, denn die Formulierung im Gesetz ist laut Meinung einiger Finanzhäuser nicht ganz eindeutig und man sollte böse Überraschungen vermeiden.

„Eine Stundung macht im Grunde nur dann Sinn, wenn ab Juli wieder ein höherer Geldeingang zu erwarten ist“, so Peters vom iff. Ansonsten würden sich die finanziellen Probleme nur nach hinten verschieben. „Eine Alternative kann es auch sein, die Bank zu fragen, ob auch eine Halbierung der Raten auf Zeit möglich ist“, sagt Peters zu Engpässen in Zeiten von Corona.

Corona-Krise: Obacht vor Extra-Zinsen und private Altersvorsorge

Prüfen sollten Verbraucher außerdem, wie sich die Stundung auf die Zinsen auswirkt. So machte Hermann-Josef Tenhagen, Chef des Verbraucherratgebers Finanztip, im „Spiegel“ kürzlich darauf aufmerksam, dass einige Banken für die Verschiebung von Raten Extrazinsen berechnen. Eine Bank würde ihre Kunden außerdem davor warnen, dass sich durch die Stundung „die Laufzeit verlängert und insgesamt mehr Zinsen anfallen“. Da diese Forderungen aber nicht alle Banken erheben, lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte, wie das Geldhaus, bei dem man einen Kredit abgeschlossen hat, mit der Situation umgeht.

 Einige, durch Corona finanziell gebeutelte Bürger, denken möglicherweise auch über die Kündigung von kostenintensiven Verträgen nach, die für die Altersvorsorge gedacht waren. „Für Riester-Verträge, die betriebliche Altersvorsorge, Rürup-Verträge oder private Verträge, zum Beispiel in Form der klassischen kapitalbildenden Lebensversicherung, kann es zwar ratsam sein, regelmäßig zu prüfen, ob sich die eigenen Ziele verändert haben und die ursprünglich abgeschlossenen Verträge weiterhin passen“, sagt Mechthild Winkelmann, Pressereferentin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Man solle sich aber nicht unüberlegt und übereilt von ihnen trennen.

Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen seien die Abschlusskosten nach fünf Jahren meist sowieso schon vollständig bezahlt. Alte Verträge würden aus heutiger Sicht außerdem noch über einen attraktiven Garantiezins von bis zu vier Prozent auf den Sparanteil verfügen. Nur wenn diese Faktoren nicht zutreffen würden – also Abschlusskosten noch nicht abbezahlt sind und der Garantiezins niedrig ist, sollte man eine Kündigung oder einen Verkauf in Zeiten von Corona in Erwägung ziehen.

Corona-Krise: Riester und Rürup weiterlaufen lassen

Bei der Riesterrente und Rürup rät Winkelmann von der Verbraucherzentrale NRW ebenfalls, die Verträge, soweit möglich, weiterlaufen zu lassen: „Wer die Verträge nicht fortführt, schafft sich zwar heute Liquidität, muss dafür aber finanzielle Einbußen in der Rentenphase hinnehmen“, so die Verbraucherschützerin. Bei einer Kündigung eines Riester-Vertrages müssten außerdem sämtliche erhaltene Förderungen zurückgezahlt werden.

Bei Rürup-Verträgen ist eine Kündigung zudem gar nicht möglich. Unabhängig von Corona versteht sich. „Sie können nur beitragsfrei gestellt werden“, sagt Winkelmann. Und das lässt sich dann in der Regel im Nachgang nicht mehr rückgängig machen. „Eine Stundung oder ein ruhender Vertrag sind im Zweifel das kleinere Übel als eine Beitragsfreistellung oder eine Kündigung.“

Würden bisher jährlich 2100 Euro in einen Riester-Vertrag fließen und wird dieser für ein Jahr gestoppt, entfällt die Grundzulage von 175 Euro, rechnet die Verbraucherzentrale vor, der Versicherte hätte aber monatlich knapp 160 Euro mehr für andere Dinge zur Verfügung. Aber auch das sollte nur eine Notlösung bleiben. 

Unterdessen öffnen die Friseure in Deutschland wieder ihre Pforten. Dabei gibt es aufgrund der Corona-Krise einige Vorgaben für Friseure und Kunden.

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