+
Vorstandschef Elmar Degenhart sieht sein Unternehmen gut gerüstet.

Continental

Bereit machen für die E-Zukunft

Der Reifen-Spezialist Continental plant weitere Zukäufe im Wert von bis zu fünf Milliarden Euro.

Handelskriege, Brexit und ein schwächelnder Markt in China – die Autobranche steckt in turbulentem Fahrwasser und mit ihr die Zulieferer. Auch der Reifen-Spezialist Continental bekam das im vergangenen Jahr zu spüren. Von einer Delle kann aber keine Rede sein: Der Umsatz legte leicht auf 44,4 Milliarden Euro zu, und auch der Überschuss blieb mit 2,9 Milliarden Euro beinahe auf dem staken Vorjahresniveau. Nach zwei Gewinnwarnungen wurden die Jahresziele erreicht. Vorstandschef Elmar Degenhart betonte bei der Vorlage der Geschäftszahlen gestern: „Wir sind stärker gewachsen, als die Märkte, auf denen wir uns bewegen.“

Für die weitere Entwicklung des Unternehmens sieht Degenhart Continental gut gerüstet. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro erwartet. Zudem würden die über 240 000 Mitarbeiter weltweit den Kurs mitgehen, und überhaupt: „Struktur folgt auf Kultur“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Und an dieser Struktur soll im kommenden Jahr weiter gearbeitet werden.

6.000 neue IT-Spezialisten

Neues gab es auch zur angekündigten Verselbstständigung der Antriebssparte Powertrain: Das gesamte Antriebsgeschäft wird in der neuen Tochter Vitesco Technologies gebündelt – 99 Prozent der Mitarbeiter hätten dem Wechsel in die neue Gesellschaft bereits zugestimmt. Sie könnte in der zweiten Jahreshälfte auch an die Börse gehen – zunächst mit bis zu 25 Prozent. Degenhart verspricht sich von den neuen Strukturen mehr Flexibilität und „unternehmerische Handlungsfreiheit“.

Das ist auch das Stichwort, wenn es um mögliche Zukäufe geht. „Da sind wir opportunistisch“, sagt Degenhart. Will heißen: Wenn sich eine Gelegenheit bietet, wird Conti zuschlagen. Mit Zukäufen im Wert von bis zu fünf Milliarden Euro soll das Industriegeschäft gestärkt werden. Die seien „mühelos“ zu leisten.

Eine zentrale Rolle in der Zukunft des Zulieferers soll der Software zukommen. 6000 neue IT-Spezialisten sollen eingestellt werden. Ihre Aufgaben: Von Assistenzsystemen, die dem Fahrer Komfort bieten sollen, bis hin zum autonomen Fahren. Dass viele der wichtigen Neuentwicklungen programmiert werden müssen, ist längst kein Geheimnis mehr. Conti rechnet mit bis zu 30 Prozent Wertanteil von Software in Fahrzeugen im Jahr 2030. Ein erster Auftrag für die Vernetzung eines Fahrzeugs mit dem kommenden 5G-Mobilfunknetz mithilfe von Conti-Technik ist bereits gesichert – von wem, verrät Degenhart nicht.

Im klassischen Reifengeschäft lief es gut für Conti, besonders in Asien und Nordamerika. Insgesamt verkauften sie 155 Millionen Reifen.

Von Gregory Dauber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare