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Die Staatshilfen an Condor glichen voraussichtlich nur einen Teil der durch die Pandemie entstandenen Verluste aus, so die EU-Kommission.

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Condor in der Luft halten

Die EU genehmigt neue deutsche Millionen-Hilfe für den Ferienflieger Condor.

Deutschland darf in der Corona-Krise den Ferienflieger Condor mit erneuten Millionen-Hilfen in der Luft halten. Die EU-Kommission hat am Montag das neue KfW-Kreditprogramm in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro genehmigt, das vom Bund und dem Land Hessen verbürgt wird. Der bereits im Herbst vergangenen Jahres genehmigte Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro wird nach Unternehmensangaben mit der langfristigen Finanzierung vollständig abgelöst.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begründete die weitere Unterstützung mit guten Aussichten für die Airline: „Das Unternehmen war in normalen Zeiten operativ gesund und profitabel und hat eine gute Zukunftsperspektive.“ Vertreter des Landes Hessen bekundeten ihr starkes Interesse, dass Condor als großer Arbeitgeber am Frankfurter Flughafen die Krise überlebt.

Die EU-Kommission betonte am Montag, der Ausbruch des Coronavirus stelle ein „außergewöhnliches Ereignis“ dar, das Sondermaßnahmen der EU-Staaten rechtfertige. Die Staatshilfen an die Condor glichen voraussichtlich nur einen Teil der durch die Pandemie entstandenen Verluste aus, was auf der Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung für 2020 überprüft werde. Es bestehe somit keine Gefahr, dass Condor mehr staatliche Beihilfen erhält als ihr zustehe.

Die neuerliche Rettung der Airline war im Verlauf der Corona-Krise notwendig geworden: Die polnische Luftfahrt-Holding PGL hatte die bereits im Januar vereinbarte Übernahme des deutschen Ferienfliegers wegen eigener Probleme abgesagt. Das Frankfurter Unternehmen Condor mit rund 4900 Beschäftigten und mehr als 50 Flugzeugen war nach der Pleite des britischen Mutter-Konzerns Thomas Cook im September 2019 in ein Schutzschirmverfahren gegangen und ist im Zuge dessen saniert worden.

Condor hatte zur Unterstützung im Herbst 2019 einen ebenfalls vom Bund und vom Land Hessen verbürgten Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro erhalten. An seine Stelle tritt nun eine auf elf Jahre befristete Finanzierung, sagte eine Unternehmenssprecherin. (dpa)

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